zum Inhalt springen
Powered by

Förderung von Forschungsprojekten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der Neurowissenschaften

Art:
Förderprogramm
Einreichungsfrist:
Förderung durch:
BMBF
Reichweite:
Deutschland

Die neurowissenschaftliche Forschung liefert kontinuierlich Fortschritte in Bezug auf unser grundlegendes Verständnis zur Struktur und Funktion des menschlichen Gehirns unter gesunden und pathologischen Bedingungen. Dieses Wissen ist von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung neuer Diagnosen und Behandlungen für Patienten mit Erkrankungen. Gleichzeitig haben die Neurowissenschaften Auswirkungen auf das Verständnis und damit möglicherweise auch auf die Kontrolle menschlicher Entscheidungen, Verhaltensweisen, Emotionen und sozialer Interaktionen. Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt in den Neurowissenschaften erweitert die Möglichkeiten zur bio-medizinischen und psychologischen Einflussnahme auf den Menschen. Neue Therapieformen der Medizin erlauben bereits jetzt die techn(olog)ische Beeinflussung des Gehirns, künstliche Intelligenz wird in einer großen Breite eingesetzt, von medizinischer Diagnose bis zur Werbeoptimierung und Konsumenten-orientierten Applikationen. Alle diese Anwendungen nutzen die Aufzeichnung und Interpretation von großen Mengen gesundheitsbezogener Daten.

Gegenstand der Förderung

Das Förderangebot beinhaltet zwei eigenständige Module. Interessierte können Anträge zu beiden Modulen stellen. Diese müssen getrennt gestellt werden.

Modul A: Forschungsprojekte:
Gefördert werden innovative, interdisziplinäre Forschungsprojekte, die in der Regel in Verbünden bearbeitet werden sollen. Die Projekte müssen ethische, rechtliche, gesellschaftliche, normative, kulturelle, ökonomische und/oder soziale Implikationen und Fragestellungen adressieren, die sich aus den Fortschritten in den Neurowissenschaften oder Anwendungen neurowissenschaftlicher Technologien ergeben.

Die Projekte müssen interdisziplinär angelegt sein, d. h. Aspekte der Natur- bzw. Geistes- und/oder Sozialwissenschaften kombinieren. Sie sollen auch die internationale und interkulturelle Diskussion und Dimension einbeziehen, wo es für die Fragestellung sinnvoll ist.

Modul B: Wissenschaftliche Querschnittsmaßnahme (Research Hub):
Gefördert wird ein Querschnittsprojekt als Einzelprojekt oder Verbundvorhaben.
Es soll eine zentrale fachlich qualifizierte Anlaufstelle darstellen. Es wird erwartet, dass diese als Kristallisationspunkt (Research Hub) für neurowissenschaftliche ELSA-Forschung in Deutschland dient.
Das Querschnittsprojekt hat zur Aufgabe, die in Modul A geförderten Forschungsprojekte während der Laufzeit miteinander und mit weiteren einschlägigen, nationalen und internationalen Stakeholdern zu vernetzen. Es soll zudem die Forschungsprojekte bei der zielgruppengerechten Aufbereitung und Verbreitung der Forschungsergebnisse und Ergebnisverwertung unterstützen.

Für beide Module gilt:
Ziel der geförderten Projekte sollte es sein, die jeweils thematisierten Problemstellungen kritisch zu analysieren, zu bewerten und ggf. Lösungskonzepte auf der Grundsatz- und/oder Handlungsebene zu entwerfen. Dabei können Vergleiche spezifischer nationaler Sichtweisen und Regelungen mit denen anderer Länder eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Zuwendungsempfänger

Modul A:
Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, außerschulische Kultur- und Bildungseinrichtungen, weitere Institutionen (z. B. Initiativen, Vereine, Verbände, Stiftungen) mit Schwerpunkten in der Wissensgenerierung und -vermittlung sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit einem nachgewiesenen Schwerpunkt auf Forschung, Bürgerwissenschaften, Wissenschaftskommunikation oder Bildung für nachhaltige Entwicklung. Alle Antragsberechtigten können in Verbundvorhaben als Verbundpartner fungieren, jedoch muss ein wissenschaftlicher Verbundpartner die Koordination übernehmen.

Modul B:
Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.

Für beide Module gilt:
Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen), in Deutschland verlangt.

Einreichfrist

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger bis spätestens 14. Dezember 2021, 14.00 Uhr MEZ zunächst Projektskizzen in schriftlicher und/oder elektronischer Form vorzulegen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/datenbank/foerderungen/foerderung-von-forschungsprojekten-zu-ethischen-rechtlichen-und-sozialen-aspekten-der-neurowissenschaften