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Aufbau einer nachhaltigen Netzwerkstruktur für Forschungspraxen zur Stärkung der Allgemeinmedizin in der Forschung

Art
Förderprogramm
Einreichungsfrist
Förderung durch
BMBF
Reichweite
Deutschland

Der Allgemeinmedizin kommt in der gesundheitlichen Versorgung eine zentrale Rolle zu. Ihre besondere Aufgabe in unserem Gesundheitssystem ist die Grundversorgung aller Patientinnen und Patienten in der Vorsorge, Therapie und Nachsorge von Krankheiten.

Die Allgemeinmedizin hat große Potentiale für die klinische Forschung: durch hohe Fallzahlen, die Abbildung verschiedenster Krankheitsbilder sowie durch die medizinische Befassung vom Frühstadium über die Behandlung bis zur Nachsorge kann sie erhebliche Beiträge dazu leisten, innovative Therapien in das Gesundheitssystem einzubringen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt mit dieser Fördermaßnahme, unter dem Dach des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung den Aufbau einer nachhaltigen Netzwerkstruktur für allgemeinmedizinische Forschungspraxen in Deutschland zu fördern. Hierzu sollen neue lokale, regionale oder überregionale Netzwerke aus allgemeinmedizinischen Forschungspraxen mit Anbindung an die allgemeinmedizinischen Institute der medizinischen Fakultäten aufgebaut oder bestehende Netzwerke substanziell weiterentwickelt werden. Darüber hinaus wird die Vernetzung der lokalen, regionalen und überregionalen Netzwerke gefördert. Zudem sollen für die Allgemeinmedizin in der Breite methodische Kompetenz und standardisierte Verfahren etabliert werden, die mit den hohen Standards der Koordinierungszentren für klinische Studien (KKS) korrespondieren. Im Ergebnis soll die deutsche Allgemeinmedizin umfassend und auf Dauer in die Lage versetzt werden, Studien der klinischen Forschung durchzuführen oder sich an diesen zu beteiligen.

Gefördert wird der Aufbau einer nachhaltigen Netzwerkstruktur allgemeinmedizinischer Forschungspraxen in Deutschland. Diese soll aus bis zu acht lokalen, regionalen oder überregionalen Netzwerken allgemeinmedizinischer Forschungspraxen bestehen. Die Netzwerkstruktur wird von einer Koordinierungsstelle unterstützt, die übergeordnete Fragen und Aspekte bearbeitet.

In den Netzwerken sollen die nachhaltigen Voraussetzungen in Form von Kapazitäten und Kompetenzen sowie Infrastrukturen für die Durchführung eines möglichst breiten Spektrums von Studien in der Allgemeinmedizin geschaffen werden. Darunter fallen insbesondere klinische Studien, aber auch größere Studien in der Versorgungsforschung oder auch in der epidemiologischen Forschung.

Gefördert werden können neu aufzubauende Netzwerke ebenso wie substantielle Weiterentwicklungen (Ausbau) bestehender Netzwerke.

Die Förderung umfasst im ersten Schritt eine Auf- bzw. Ausbauphase. Die allgemeinmedizinischen Institute bauen ihr jeweiliges Netzwerk auf oder aus, indem sie (weitere) Praxen für Allgemeinmedizin für das Netzwerk akquirieren und in ihrer Entwicklung zu Forschungspraxen sowie bei späteren Forschungstätigkeiten auch hinsichtlich des Kompetenzerwerbs und der Bereitstellung von zentralen Infrastrukturen unterstützen. Im zweiten Schritt sollen die in einem Netzwerk organisierten Forschungspraxen in einer Pilotphase die Machbarkeit klinischer Studien nachweisen.

Die Koordinierungsstelle der Netzwerkstruktur fördert die Kommunikation und Vernetzung zwischen den Akteuren der lokalen/regionalen/überregionalen Netzwerke.

Die Koordinierungsstelle soll die Netzwerkstruktur nach außen vertreten und eine nationale und internationale wissenschaftliche Vernetzung gewährleisten.

Antragsberechtigt sind:

  • hinsichtlich des Aufbaus oder der substanziellen Weiterentwicklung eines Netzwerks:
    staatliche und nicht-staatliche Hochschulen mit einem allgemeinmedizinischen Institut als ausführende Stelle
  • hinsichtlich der Koordinierungsstelle der Netzwerkstruktur:
    staatliche und nicht-staatliche Hochschulen, jedoch nicht mit einem allgemeinmedizinischen Institut als ausführende Stelle;
    außeruniversitäre Forschungseinrichtungen;
    Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Stiftungen, die Bezüge zur Forschung aufweisen.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger bis spätestens 24. Oktober 2018 zunächst ausführliche Projektskizzen in schriftlicher und/oder elektronischer Form vorzulegen.

Glossar

  • Mit Kompetenz im biologischen Sinn ist die Eigenschaft eines Bakteriums gemeint, DNA von außen aufnehmen zu können.
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/datenbank/foerderung/aufbau-einer-nachhaltigen-netzwerkstruktur-fuer-forschungspraxen-zur-staerkung-der-allgemeinmedizin/