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Analytik an der Schnittstelle zwischen Gesundheit und Ernährung

Von der medizinischen Diagnostik zur individuellen Ernährung - diese Brücke schlägt die im Juli 2013 gegründete SwissAnalysis AG. Das Unternehmen entstand aus der Zusammenarbeit des Konstanzer Labor Dr. Brunner und dem Kreuzlinger Institut für angewandte Biochemie. Neben der medizinischen Diagnostik gehört die Analyse der individuellen Nährstoffversorgung zum Angebot des Labors. Diese ermöglicht persönliche Empfehlungen für eine individualisierte Ernährung, mit der Patienten ihren Stoffwechsel optimieren und Erkrankungen vorbeugen können.

Die SwissAnalysis AG bündelt die Expertise von Otto Knes und Dr. Simone Brunner-Zillikens und deckt damit sämtliche Bereiche der Laboranalytik ab. © SwissAnalysis AG

Zur Erhaltung der Gesundheit spielen sowohl die Prävention als auch die Therapie von Krankheiten eine wichtige Rolle. In diesem Sinne arbeitet auch die SwissAnalysis AG, die ein medizinisch-diagnostisches Routinelabor und ein biochemisches Speziallabor für Prävention und Ernährung kombiniert. Das Unternehmen entstand als Spin-off zweier Mitglieder des BioLAGO e.V., dem Institut für angewandte Biochemie und dem medizinischen Labor Dr. Brunner. Im Juli 2013 hat das neue Unternehmen den Betrieb in Tägerwilen aufgenommen.

Mit der gemeinsamen Expertise der beiden Firmengründer Otto Knes und Dr. Simone Brunner-Zillikens bietet SwissAnalysis den Ärzten in der Umgebung eine komplette labormedizinische Versorgung mit klinisch-chemischen und immunologischen Analysen, Gerinnungsdiagnostik, Blutuntersuchungen sowie Infektionsserologie und Mikrobiologie.

Neben dieser diagnostischen Grundversorgung werden im Labor aber auch komplementärmedizinische Untersuchungen durchgeführt. „Hier liegt unser Fokus vor allem auf präventivmedizinischen Fragestellungen, bei denen die Ernährungsmedizin eine große Rolle spielt“, erklärt Otto Knes, Geschäftsführer der SwissAnalysis AG. Genetische Unterschiede zwischen Individuen bringen auch Unterschiede im Stoffwechsel mit sich, die bei generellen Empfehlungen für die richtige Ernährung und Nährstoffversorgung nicht berücksichtigt werden. Was für einen Patienten gut ist, kann einem anderen vielleicht sogar schaden. „Unser Ziel ist es deshalb, das Zusammenspiel der genetischen Voraussetzungen mit der Ernährung durch individualisierte Nährstoffversorgung zu optimieren“, schildert Otto Knes.

Mikronährstoffe zur Krankheitsprävention

Um das zu ermöglichen, wird vor allem die Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Fettsäuren untersucht. Diese sogenannten Mikronährstoffe - im Gegensatz zu den Makronährstoffen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett - sind an einer Vielzahl von biochemischen Stoffwechselwegen beteiligt und spielen damit auch bei der Regulation der Gesundheit und der Entstehung von Krankheiten eine Rolle. So schützen beispielsweise einige essenzielle Fettsäuren vor chronischen Entzündungsprozessen, andere wiederum spielen bei der Entwicklung der Gehirnstrukturen eine wichtige Rolle.

„Darum ist es für die individuelle Krankheitsprävention hilfreich, die Konzentration von Mikronährstoffen im Blut zu überprüfen, um eine ausreichende Versorgung mit diesen Nährstoffen zu gewährleisten“, erläutert Otto Knes das Angebot der SwissAnalysis. Außerdem können auch eine Reihe von Markern bestimmt werden, die bei der Regulation von Entzündungsprozessen und oxidativem Stress eine Rolle spielen.

Patientennahe Analytik mit nur einem Bluttropfen

Die SwissAnalysis AG kombiniert medizinische Routine-Diagnostik mit einem modernen biochemischen Analytiklabor, das sich mit komplementärmedizinischen Fragestellungen befasst. © SwissAnalysis AG

Dank hochempfindlicher Detektoren oder spezifischer Antikörper ist es möglich, dass viele der angebotenen Untersuchungen bereits mit wenigen Mikrolitern Blut gemacht werden können, sodass vielfach eine Blutentnahme aus der Fingerkuppe ausreicht. „Dies ist vor allem dann ein großer Vorteil, wenn der Kunde oder Patient selbst einen Wert kontrollieren möchte oder eben kein Arzt anwesend ist, der eine venöse Blutentnahme durchführen kann“, erläutert Knes.

Da viele Kunden sich zur Gesundheitsvorsorge direkt an SwissAnalysis wenden, noch bevor sie bei einem Arzt in Behandlung sind, geht das Angebot auch über die Messung hinaus. „Wir liefern den Kunden nicht nur reine Analysedaten sondern auch eine umfassende Beratung zur Bedeutung der Messwerte“, erklärt Otto Knes. Anhand der Blutanalyse können für den Kunden auch Empfehlungen für eine Anpassung ihrer Lebensweise und Essgewohnheiten oder auch eine gezielte Zufuhr einzelner Nährstoffe gemacht werden.

Neben den bereits etablierten Methoden in der Analytik wird bei SwissAnalysis auch kontinuierlich an der Entwicklung neuer Methoden gearbeitet, die die Untersuchungen verbessern und vereinfachen. Ein Beispiel ist die Analytik aus getrocknetem Blut, die die Probennahme und deren Versand noch einfacher, die Anforderungen an die Analytik jedoch noch komplexer macht. Dabei konnte das Unternehmen bereits erste Erfolge verzeichnen. „Wir haben die Analytik von Fettsäuren im Blut etabliert, mit der das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren bestimmt werden kann“, berichtet Otto Knes. Weitere Methoden sind in Entwicklung und werden in Kooperation mit Forschungseinrichtungen in der Schweiz und im Ausland bearbeitet.

QuaLiFY-Projekt: Mit Biomarkern zur gesunden Lebensweise

Um immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben, beteiligt sich SwissAnalysis auch an Forschungsprojekten, die sich mit der Entwicklung neuer Biomarker zur individualisierten Prävention oder dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit beschäftigen. So ist SwissAnalysis Partner im EU-weiten Projekt „Quantify Life - Feed yourself (QuaLiFY)“, das im Januar 2014 startete. Ziel des QuaLiFY-Projekts ist es, neue individuelle Lifestylekonzepte zu entwickeln, die auf aktuellen Daten aus Genetik und Stoffwechsel, Gesundheitsstatus, Ernährungsverhalten sowie persönlichen Vorlieben basieren. In den letzten Jahren haben sich mehrere große Forschungsprojekte diesem Thema gewidmet, deren Daten in diesem Projekt nun zur Anwendung kommen, um künftig Fragen zur individuellen Ernährung auf gesicherter Basis beantworten zu können. „Unsere Kompetenz ist dabei die Analytik auch aus kleinen Probenmengen und natürlich der Zusammenhang zwischen den Messdaten und daraus abgeleiteten individuellen Empfehlungen“, erläutert Knes.

Eine Kooperation im Herzen des BioLAGO-Verbunds

Entstanden ist die SwissAnalysis aus der Zusammenarbeit zwischen dem Labor Dr. Brunner aus Konstanz und dem Institut für angewandte Biochemie AG aus Kreuzlingen. Über das Life Science Netzwerk BioLAGO e. V., in dem beide Firmen Mitglied sind, standen Dr. Simone Brunner-Zillikens und Otto Knes bereits in Kontakt. Gemeinsam hatten sie die Idee, Kunden sowohl Diagnostik als auch persönliche Betreuung an einer Stelle anzubieten. Daraus entstand die Gründung der SwissAnalysis, die die Expertise in der Mikronährstoffanalytik von Otto Knes und die langjährige Erfahrung in der medizinischen Labordiagnostik von Brunner-Zillikens vereint. „Wir ergänzen uns hier hervorragend, um ein Labor auf breiter Basis zu betreiben“, erklärt Knes.

Glossar

  • Antikörper sind körpereigene Proteine (Immunglobuline), die im Verlauf einer Immunantwort von den B-Lymphozyten gebildet werden. Sie erkennen in den Körper eingedrungene Fremdstoffe (z. B. Bakterien) und helfen im Rahmen einer umfassenden Immunantwort, diese zu bekämpfen.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Mit Kompetenz im biologischen Sinn ist die Eigenschaft eines Bakteriums gemeint, DNA von außen aufnehmen zu können.
  • Lytisch zu sein ist die Eigenschaft eines Bakteriophagen, seine Wirtszelle bei der Infektion zu zerstören.
  • Eine Sonde im molecularbiologischen Sinn ist ein Stück markierte RNA oder DNA, die mit einer gesuchten Sequenz binden (hybridisieren) kann.
  • Biomarker sind messbare Produkte von Organismen (z.B. Proteine, Stoffwechselprodukte oder Hormone), die als Indikatoren beispielsweise für Umweltbelastungen oder Krankheiten herangezogen werden.
  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Fettsäuren sind Carbonsäuren (organische Säuren) die oft aus langen, unverzweigten Kohlenstoffketten bestehen. Sie können entweder gesättigt oder ungesättigt sein und sind Bestandteil von Fetten und Ölen.
  • Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, da sie der Körper nicht selbst synthetisieren kann. Sie sind für die Regulation des Stoffwechsels verantwortlich, indem sie die Verwertung von Kohlenhydrate, Proteine und Mineralstoffe ermöglichen. Man unterscheidet zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen. Vitamin C ist zum Beispiel für die Stärkung des Immunsystems zuständig. Ausnahme: Vitamin D kann vom Körper produziert werden, solange genug Sonnenlicht vorhanden ist.
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