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Dietmar Hopp: Zum 70. Geburtstag das Große Verdienstkreuz

Dietmar Hopp – Unternehmer und Mitbegründer der SAP, Sportmäzen, Biotech-Investor, Stifter und großer Förderer seiner Heimatregion - wurde 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass verlieh ihm der Bundespräsident das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das ihm Ministerpräsident Stefan Mappus überreichte.

Dietmar Hopp vor seinem Fußballstadion bei Sinsheim © www.stimme.de

Dietmar Hopp ist in Deutschland  durch sein Engagement für den Fußball allgemein bekannt geworden. Der steile Aufstieg seines Heimatclubs, der TSG 1899 Hoffenheim,  aus der Kreisliga bis in die erste Bundesliga - und dort anfangs gleich bis an die Spitze - ist der Stoff, aus dem Fußballmärchen gestrickt werden. Der Präsident des Fußballclubs, Peter Hofmann, beschreibt es in der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ 24./25.04.10) so: „Dietmar Hopp hatte sich darüber geärgert, dass wir wegen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters aus der Bezirksliga absteigen mussten. Da hat er sich entschieden, uns zu helfen."

Heute ist der Name Hoffenheim bis in die fernsten Winkel der Republik geläufig, wenn auch die wenigsten wissen, wo es liegt: ein nach Sinsheim eingemeindetes Dorf im Kraichgau, 30 km südöstlich von Heidelberg.

Heimatverbundenheit und soziales Verantwortungsbewusstsein

Nach eigenem Bekunden schmerzen Hopp Niederlagen seines Vereins mehr als sinkende Aktienkurse von SAP, auf denen sein Vermögen beruht, obwohl er SAP „mit mehr Herzblut (verfolgt) als manche meinen“. Doch es ist nicht nur der Erfolg – und schon gar nicht der damit verbundene Glamour – was ihn reizt. Starke Triebfedern sind für ihn die Verbundenheit mit seiner Heimatregion (er ist in Heidelberg geboren; seine Familie stammt aus Hoffenheim) und sein soziales Verantwortungsbewusstsein. Er beschreibt das so: „Warum mache ich das? Ein sicheres Umfeld, Schule, Studium, ein gesunder Staat, Erfolg in der Gesellschaft – ich hatte und habe dies alles. Also fühle ich mich verpflichtet und will eine Vorbildfunktion ausüben.“ Und weiter:„Ich denke, dass Kinder vom Sport richtig profitieren können. Hier steht der Teamgeist an erster Stelle, sie lernen zielstrebig und hartnäckig zu sein. Darüber hinaus hat der Sport eine integrative Wirkung….In unserer Ballschule und den Jugendförderzentren treiben Tausende von Kindern und Jugendlichen Sport und erfahren Förderung in vielerlei Hinsicht. Das ist mein großes Anliegen. Sport verbindet. Sport macht schlau“ (cit. RNZ 24./25.04.10).

Nicht nur sein Heimatverein, sondern auch viele andere Sport-und Nachwuchsprojekte werden gefördert. Die weithin sichtbaren Leuchttürme von Hopps Engagements im Sport sind das Rhein-Neckar-Stadion an der Autobahn A6 bei Sinsheim und die Multifunktionshalle SAP-Arena in Mannheim.

Unternehmer und Mäzen

Ministerpräsident Mappus überreicht Dietmar Hopp das Große Verdienstkreuz. © www.stimme.de

Dietmar Hopp feierte am 26. April 2010 seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass überreichte der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, dem Jubiliar das ihm von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In seiner Festansprache vor 330 geladenen Gästen würdigte Mappus ihn als eine der größten Unternehmerpersönlichkeiten in Baden-Württemberg, ohne den die Erfolgsgeschichte der SAP nicht vorstellbar ist. „Er hat sich mit der wohl erfolgreichsten Unternehmensgründung in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bleibende herausragende Verdienste erworben. Dietmar Hopp ist aber auch ein großer Mäzen und Förderer. Er verkörpert den Typus des ‚verantwortlichen Unternehmers', der sich um seine Heimat, seine Mitarbeiter und Mitmenschen kümmert", sagte der Ministerpräsident.

Zusammen mit vier Kollegen (Hans-Werner Hector, Hasso Plattner, Klaus Tschira und Claus Wellenreuther) von IBM in Mannheim gründete Hopp 1972 das Softwareunternehmen „Systemanalyse und Programmentwicklung“ (SAP). Er war Geschäftsführer des Unternehmens und nach der Umwandlung in eine AG und dem Börsengang 1988 Vorstandsvorsitzender. 1998 wechselte er in den Aufsichtsrat. Seit 2005 ist seine einzige offizielle Verbindung zur SAP sein Aktienpaket, das ihn zu einem der reichsten Deutschen, mit einem geschätzten Vermögen von über 4 Milliarden Euro macht. Dietmar Hopp hatte entscheidenden Anteil am einzigartigen Aufstieg des Unternehmens zum Weltkonzern mit heute 47.600 Mitarbeitern – „das erfolgreichste deutsche Unternehmen der letzten Jahrzehnte.“

Magnetresonanztomographie in der Kinderradiologie © Dietmar-Hopp-Stiftung

Aufbauend auf dem Erfolg des Unternehmens gründete Hopp eine der größten Privatstiftungen Europas. Die Dietmar-Hopp-Stiftung (DHS) unterstützt Krankenhäuser, Altenpflegestätten, Kindergärten und Schulen. Sie hat - mit Schwerpunkt in der Region - zahllose Projekte in den Bereichen Sport, Medizin, Wissenschaft und Kultur ermöglicht und betreut. In besonderem Maße werden medizinische Forschungsvorhaben und Neuentwicklungen gefördert. Beispielsweise erhielt die Herzchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg ein „Tissue Engineering"-Projekt zur Züchtung neuer Herzklappen mit körpereigenen Zellen. Das Perinatalzentrum der Universitätskinderklinik Heidelberg und eine Stiftungsprofessur zur Brustkrebsdiagnostik wurden mit Hilfe der DHS eingerichtet. Besonders hervorgehoben werden soll die finanzielle Beteiligung der Stiftung am „Heidelberg Institute for Stem Cell Technology and Experimental Medicine" (HI-STEM), das im Rahmen des BioRN-Spitzenclusters gegründet wurde und in Kooperation mit Deutschem Krebsforschungszentrum und Universität Heidelberg anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet der Krebsstammzellen bündelt.

Investitionen in der Biotechnologie

Die deutsche Biotechnologie-Branche kennt Dietmar Hopp vor allem als ihren größten privaten Investor. Als im Zuge der globalen Finanzkrise nach 2001 Venture Capital für die Biotech-Industrie praktisch nicht mehr zur Verfügung stand und viele Unternehmen um ihre Existenz kämpften oder Insolvenz anmelden musste, war Hopp fast der einzige, der in Deutschland noch in die Branche investierte – insgesamt weit über 300 Millionen Euro. Zu seinem Portfolio gehören Kernunternehmen der BioRegion Rhein-Neckar wie Cytonet, Heidelberg Pharma, febit, Apogenix und Sygnis Pharma, sowie Beteiligungen an der Life Biosystems und der Novaliq. Aber auch außerhalb dieser Region hat sich Hopp über die „dievini Hopp BioTech holding“ in Biotechnologie-Unternehmen engagiert, so in der CureVac und der immatics in Tübingen, der Agennix (früher GPC Biotech) in München und USA sowie der italienischen Cosmo Pharmaceuticals.

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Tissue Engineering beruht darauf, lebende Zellen eines Organismus außerhalb eines Körpers zu kultivieren und ggf. mit extrazellulären Komponenten biologischer oder synthetischer Art zu kombinieren. Anschließend werden die bioartifizellen Regenerate oder Konstrukte wieder in den Organismus implantiert.
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