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Gastbeitrag

Erfahrungsbericht: Fünf Monate in Shanghai

Im Rahmen des Stipendien-Programms vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg war ich in der Zeit von Juni bis November 2012 am Shanghai Institute of Biological Sciences and Cell Biology der chinesischen Akademie der Wissenschaft tätig. In diesem Institut habe im Labor von Professor Xu an einem Strukturbiologischen Projekt zur Entschlüsselung der T-Zell-Rezeptor Signalleitung gearbeitet.

Thomas Plum in Shanghai © Thomas Plum

Als ich ankam wurde ich sehr herzlich von meinen chinesischen Kollegen empfangen. Bei allen organisatorischen Dingen wurde mir geholfen. Meine Wohnung, ein WG-Zimmer, fand ich sehr bequem über ein Internetportal. Allgemein kann ich sagen, dass das Leben in Shanghai sehr der westlichen Kultur entspricht. Es ist sehr angenehm, dass man alle Lebensmittel rund um die Uhr kaufen kann und dass die Restaurants durchweg sauber und günstig sind. Die Mensa bei der Arbeit hatte bessere Qualität als die vieler deutscher Unis und war dazu noch sehr günstig.

Die chinesische Arbeitsweise im Labor unterscheidet sich doch sehr von dem, was man in Deutschland gewöhnt ist. Viele Studenten fangen schon um 8 Uhr morgens an und gehen erst nach 23 Uhr nach Hause. Das hört sich im ersten Moment schrecklich an, doch muss man verstehen, dass erstens nicht non-stop gearbeitet wird, wie man das bei uns kennt und zweitens der Großteil der Studenten auf dem Campus wohnt und somit ihre Freizeit lieber im Labor als auf ihrem Zimmer verbringen.

Shanghai bei Nacht © Thomas Plum

In meiner Arbeitsgruppe war ich der einzige Ausländer und im Institut gab es von 1000 Mitarbeitern vielleicht vier Ausländer. So bekam ich einen unverfälschten Einblick in die Lebensweise junger gebildeter Chinesen. Für mich war es sehr angenehm dort zu arbeiten, denn alle waren sehr hilfsbereit und konnten einigermaßen gut Englisch. Im Übrigen wurde meine Anwesenheit dort auch geschätzt, da meine Kollegen und Kolleginnen durch mich ihre Sprechfertigkeit in Englisch erproben und verbessern konnten. Meine sprachlichen Grundlagen in Chinesisch konnte ich außerdem immer mal wieder anwenden und so deutlich mehr alltägliches Chinesisch lernen. Mit meinen Kollegen ging ich öfters abends essen oder begleitete sie zu anderen Aktivitäten, wie z.B. Karaoke singen oder Eislaufen.
Dank meines französischen Mitbewohners und sozialer Netzwerke bin ich aber auch ohne Probleme mit anderen jungen Ausländern in Kontakt gekommen.

Dem Land Baden-Württemberg danke ich für die Einrichtung des Stipendiums und die  finanzielle Unterstützung und Herrn Professor Schmid für sein persönliches Engagement.

Herrn Prof. Chenqi Xu vom Shanghai Institute of Biological Sciences danke ich, mir den Platz in seinem Labor und damit dieses unvergleichliche Erlebnis in Shanghai ermöglicht haben.

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