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IBR Inc.: Doppelstrategie für sichere und wirksame Arzneimittel

Als forschungsorientierter Anbieter präklinischer und klinischer Dienstleistungen hat sich IBR Inc. auf das Gebiet der entzündlichen Erkrankungen spezialisiert. Mit Analysen für die Pharma- und Biotechbranche leistet IBR Inc. einen Beitrag, um mögliche Nebenwirkungen potenzieller Wirkstoffe frühzeitig auszuschließen. Für eine stärkere Vernetzung von Forschung und Industrie hat IBR Inc. zudem die Stiftung für Biomedizinische Forschung (SBF) ins Leben gerufen.

Dr. René Moser, CEO & CSO von IBR Inc. © IBR Inc.

Sind biopharmazeutische Wirkstoffe bei ihrer Verabreichung beispielsweise durch Proteine verunreinigt, kann dies beim Patienten zu teils schwerwiegenden Nebenwirkungen entzündlicher oder allergischer Natur führen. Um derartige risikoreiche Folgen zu verhindern, sind umfassende Qualitätsprüfungen im Vorfeld klinischer Studien unabdingbar. Hier setzt die Arbeit von Dr. René Moser und seinem 10-köpfigen Team der IBR Inc. an. Seit der Gründung im Jahre 1998 führt die in Matzingen ansässige GLP Prüfeinrichtung unter Mosers Leitung Untersuchungen in Bioanalytik, Molekularanalytik und Pharmazeutischer Analytik durch, entwickelt dabei auch neue biologische und analytische Tests und Verfahren und verbessert bestehende Basistechnologien. „Auf dem Feld der Diagnostik im Kontext von klinischen Studien konzentrieren wir uns auf Immunologie, Zellbiologie und Medikamentenüberwachung, bieten Stabilitätsuntersuchungen und immunotoxikologische Untersuchungen“, berichtet der Geschäftsführer von IBR Inc., Dr. René Moser.

Verunreinigungen aufspüren mit Lot-Release

Im Hinblick auf die Gewährleistung der Arzneimittelsicherheit sind
unter anderem Lot-Release-Studien für klinische Studien ein wichtiger Baustein in der Tätigkeit von IBR Inc. „Viele biopharmazeutische Wirkstoffe werden intravenös appliziert, so dass es von großer Bedeutung ist, diese auf sogenannte ‘Host Cell Proteins‘ zu prüfen. Diese Proteinverunreinigungen stammen aus der Zelllinie, die zur Produktion eingesetzt wird“, erklärt Dr. René Moser, der sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich im Gebiet der experimentellen Hämatologie habilitiert hat. Gerade als Partner kleinerer Biotechnologie- und Pharmaunternehmen schließt IBR Inc. hierbei eine wichtige Lücke. „Die besondere Herausforderung in der Durchführung derartiger Release-Analysen liegt in der meist sehr limitierten Menge am Wirkstoff beziehungsweise dem formulierten Arzneimittel zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung“, so der Geschäftsführer von IBR Inc.

Vor allem kleinere Firmen sehen sich nach René Moser aus finanziellen Gründen vor die schwierige Aufgabe gestellt, mit begrenzten Mengen eines Wirkstoffes sowohl die Release-Studien als auch die klinischen Studien der Phase I und II durchzuführen. Hierzu entwickelt IBR Inc. in Matzingen Analysen, die es erlauben, mit einer minimalen Wirkstoffmenge alle zur Freigabe notwendigen Prüfungen durchzuführen. Neben der Auslegung der spezifischen Methoden für einen minimalen Wirkstoffeinsatz hat IBR Inc. die notwendigen Basismethoden entsprechend adaptiert und die Sequenz der Untersuchungen so gewählt, dass der Wirkstoffverbrauch minimal ist.

Wirksamkeitsnachweis: Biologie und Chemie Hand in Hand

„Wirkt der potenzielle Wirkstoffkandidat eigentlich wie vorgesehen und wie tut er das?“ Mit dieser zentralen Fragestellung befasst sich IBR Inc. im Rahmen der Aufträge kleiner und mittelständischer Biotechnologie- und Pharmaunternehmen. Für den In-vitro-Nachweis setzen René Moser und sein Team auf zelluläre Testsysteme bzw. Bioassays, mit deren Hilfe der Wirkmechanismus unter standardisierten Bedingungen simuliert und anschließend unterschiedliche Chargen miteinander verglichen werden können. Zusätzlich zu biologischen Assays arbeitet IBR Inc. mit Ligand-Bindungsassays, die z.B. Informationen über Bindungsaffinitäten von therapeutischen Antikörpern oder über die Bindungskapazität von Scavenger-Molekülen liefern. Scavenger-Moleküle sind Proteine, die kleinere Moleküle mit hoher Affinität binden und so inaktivieren. „Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade die Kombination aus biologisch und chemisch aufgebauten Analysen ein Gesamtbild über die Wirksamkeit eines biopharmazeutischen Präparats abgibt, und auch die zuständigen regulatorischen Behörden legen zunehmend Wert auf diese Doppelstrategie“, stellt René Moser fest.

ELISPOT-Methode macht Immunzellen erkennbar

IBR Inc. hat sich insbesondere auf entzündliche Erkrankungen spezialisiert. © IBR Inc.

Die Aktivierung von T-Lymphozyten (sog. T-Zellen) im Körper ist, je nach Blickwinkel, ein gewollter Wirkmechanismus oder eine unerwünschte Nebenwirkung. Was bei Impfstoffentwicklungen als wichtiger Indikator für eine erfolgreiche Immunisierung dient, ist im Verlauf einer Therapie mit einem therapeutischen Antikörper als ein Sicherheitsrisiko einzustufen. IBR Inc. setzt bei der Analyse einer Immunstimulation auf die ELISPOT- Technik. „Im ELISPOT werden die von aktivierten T-Zellen ausgeschütteten Zytokine durch ein Farbstoffsubstrat umsetzendes Enzym, das an einen Antikörper gekoppelt ist, als kleine rote oder blaue Punkte, die Spots, detektiert“, erklärt René Moser. Jeder Spot steht dabei für eine spezifische T-Zelle und ermöglicht somit eine Quantifizierung. Wird ein T-Lymphozyt mit ihrem spezifischen Antigen stimuliert, so produziert er ein bestimmtes Zytokin bzw. ein Zytokinprofil.

Eine Rolle spielen T-Zellen auch bei den Untersuchungen des IBR-Teams, wenn es sich um Immunsuppression vermittelnde zelluläre Mechanismen von Proteinen bzw. potenziellen Wirkstoffen handelt. Bei Wirkstoffen, die mit einer Modulation des Immunsystems (Suppression oder Aktivierung) einhergehen, wird der Immunstatus mit Hilfe von verschiedenen Methoden analysiert. Im Mittelpunkt stehen hierbei sowohl die Proliferation als auch die funktionelle Überprüfung von Zellen des Immunsystems. „Wir führen Phänotypisierungen entweder histologisch direkt auf Gewebeschnitten oder mittels isolierter Zellpräparationen durch“, erläutert René Moser, der in den 90er Jahren Oberassistent am Institut für Pharmazie der ETH Zürich war. Für die jeweilige Zellpopulation und den Aktivierungsstatus werden spezifische Markerproteine unter die Lupe genommen. „Im Falle einer Immunsupression quantifizieren wir regulatorische T-Zellen zunächst über die Expression verschiedener Oberflächenmoleküle sowie Transkriptionsfaktoren und machen die eigentliche Funktionsanalyse dann über Zytokinprofile“, fügt René Moser hinzu. Zusätzlich wird die Zytokinexpression auf Stufe RNA mittels quantitativer RT-PCR ermittelt.

Mit dem passenden Verfahren zum Ziel

Mehr als zehn Basistechnologien aus den Bereichen der Pharmazeutischen Analytik, Immunologie sowie der Molekularbiologie kommen bei IBR Inc. zum Einsatz. „Jede analytische Technologie hat ihre Stärken und Schwächen, und das Entscheidende für uns ist es, für die jeweilige Fragestellung die Technologie und Methode zur Anwendung zu bringen, die in einer kurzen Zeit in hoher Qualität zum Ziel führt“, konstatiert der Geschäftsführer von IBR Inc. In der Molekularbiologie setzen er und sein Team beispielsweise zunehmend auf quantitative PCR-Methoden, die laut René Moser in den letzten Jahren „technisch in einem Maße perfektioniert und für die Routine adaptiert wurden“, dass zu vernünftigen Kosten eine echt quantitative Bestimmung der Expression eines Gens möglich ist.

Starkes Engagement für den Wissenstransfer

Durch die einerseits langjährige wissenschaftliche Arbeit an der Universität Zürich und der ETH und seine Erfahrung als Geschäftsführer des Dienstleisters für Biotechnologie- und Pharmaunternehmen IBR Inc. ist René Moser eine enge Verzahnung von experimenteller, meist molekularer Grundlagenforschung, Industrie und Kliniken auf dem Gebiet der Biomedizin besonders wichtig. Um die Zusammenarbeit zwischen diesen Institutionen zu fördern, hat IBR Inc. gemeinsam mit dem Labortechnologie-Unternehmen Medic Tools 2001 eine Stiftung für Biomedizinische Forschung (SBF) gegründet. „Als einem unter strengen Qualitätsrichtlinien arbeitenden Dienstleistungsunternehmen bietet uns die Kooperation mit der Wissenschaft die Möglichkeit, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in unser Dienstleistungsportfolio direkt einfließen zu lassen. Auf der anderen Seite profitieren die Forscher der Stiftung vom biopharmazeutischen Know-how, den etablierten Technologien und der effizienten Vorgehensweise von IBR Inc.“, so René Moser.

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