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MTRA - Die Ausbildung mit dem Blick ins Innere

Den Körper des Menschen von innen anschauen können medizinisch-technische Radiologie-Assistenten (MTRA). Die Ausbildung zum MTRA erfordert naturwissenschaftliches und technisches Interesse, aber auch soziale Kompetenz im Umgang mit Patienten. An der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg gGmbH kann die Fachschulausbildung zum MTRA absolviert werden.

Gebäude der AfG Heidelberg © AfG
Medizinisch-technische Assistenten haben eine wichtige Rolle bei der medizinischen Diagnostik. In der radiologischen Praxis übernehmen sie das Röntgen oder untersuchen im Krankenhauslabor das Blut der Patienten.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Aufgaben gibt es verschiedene Ausbildungsgänge im Bereich der medizinisch-technischen Assistenten. Zu den bekanntesten gehören die Ausbildung zum medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten (MTRA) und zum medizinisch- technischen Labor-Assistenten (MTLA). Weiterhin gibt es noch die Ausbildung zum medizinisch-technischen Assistenten für Funktionsdiagnostik sowie veterinärmedizinisch-technischen Assistenten. An der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg gGmbH (AfG), deren Gesellschafter das Universitätsklinikum Heidelberg und das Krankenhaus Salem sowie die Altenhilfe der Evangelische Stadtmission Heidelberg gGmbH sind, kann man unter anderem eine Ausbildung zum MTRA absolvieren.

MTRA fertigen in radiologischen Praxen, Krankenhäusern oder Universitätskliniken Röntgenaufnahmen an, führen mittels Computer- und Magnetresonanztomografen (MRT und CT) Untersuchungen durch und übernehmen die Assistenz bei den Angiografien. In der Nuklearmedizin führen sie die Untersuchungen und Auswertungen durch und in der Strahlentherapie stellen sie die Bestrahlungsfelder ein und sind in Zusammenarbeit mit einem Physiker für die Bestrahlungspläne verantwortlich.

Anspruchsvolle Ausbildung

Arbeit in der Strahlentherapie © AfG

Voraussetzungen für die Fachschulausbildung sind die mittlere Reife oder eine gleichwertige Ausbildung sowie die gesundheitliche Eignung für den Beruf. Weiterhin werden ein hohes Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sowie gute Noten in den Fachbereichen erwartet. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist schulgeldfrei. Die Auszubildenden für diesen sehr anspruchsvollen Ausbildungsgang werden händeringend gesucht; denn eines ist klar, ohne Diagnostik kann keine Therapie veranlasst werden.

In der Ausbildung zum MTRA gibt es sowohl theoretischen und als auch praktischen Unterricht, der an der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg in allen vier großen Fachgebieten der MTRA-Ausbildung erfolgt: diagnostische und interventionelle Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin sowie Dosimetrie und Strahlenschutz. Neben den vier großen Hauptfachgebieten werden die Schüler in Biologie, Physik, Mathematik, EDV und Statistik, Fachenglisch, Anatomie, Physiologie, Immunologie, Psychologie, Chemie und Krankheitslehre unterrichtet. Der Unterricht wird von Lehr-MTAs und externen Dozenten übernommen.

Die Praktika und die praktische Ausbildung können sowohl im Universitätsklinikum als auch in Praxen und externen Krankenhäuser absolviert werden. Während der Ausbildung gehört zudem ein Praktikum auf einer Krankenstation dazu, bei dem die Auszubildenden den Pflegealltag kennenlernen. Dank der breiten Ausbildung in allen Fachbereichen sind die MTRAs vielfältig einsetzbar und bekommen daher leicht eine Arbeitsstelle. Den Abschluss der Ausbildung bildet eine staatliche Prüfung, die schriftlich, praktisch, wie auch mündlich erfolgt.

Vier verschiedene Themengebiete

Die verschiedenen Fachbereiche der radiologischen Ausbildung umfassen den Umgang mit unterschiedlichen bildgebenden Verfahren und beinhalten auch den Umgang mit den Patienten. Meist entscheiden sich die Schüler im 5. Semester, für welches Fachgebiet sie sich interessieren und in welchem sie später dann arbeiten möchten. Dadurch, dass in Deutschland alle Fächer gelehrt werden, ist aber auch ein späterer Wechsel noch möglich.

Für eine radiologische Aufnahme muss der Patient richtig positioniert werden. © AfG

In der radiologischen Diagnostik hat der MTRA größtenteils mit bildgebenden Verfahren zu tun. Dazu gehören das Röntgen sowie CT und MRT. Die Bilder, die die Basis für den durch den Arzt erstellten Befund sind, werden durch den MTRA mit der jeweiligen Technik sowie eventuell benötigten Kontrastmitteln eigenverantwortlich hergestellt.

In der Strahlentherapie oder Radioonkologie findet ein intensiver Kontakt mit den Patienten statt. Auf diesen Kontakt werden die Auszubildenden gut vorbereitet. Die Aufgabe des MTRA besteht hier darin, Tumoren oder Entzündungen mit hochenergetischen ionisierten Strahlen (Röntgen- und Elektronenstrahlung) zu behandeln. Um diese Strahlung zu erzeugen, werden unter anderem Linearbeschleuniger verwendet. Damit können tiefer gelegene Tumoren erreicht und Nachbarorgane und -gewebe weitgehend geschont werden.

MTRA in der Nuklearmedizin © AfG

Während die Patienten in der Strahlentherapie behandelt werden, ist die Nuklearmedizin überwiegend ein diagnostischer Bereich. Hier werden bildgebende Verfahren wie die Szintigrafie und die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) eingesetzt, um zum Beispiel einen Tumor zu erkennen. Der Arzt injiziert dem Patienten die radioaktiv markierten Stoffe, die vorher von dem MTRA präpariert wurden. Der MTRA kümmert sich um den Patienten, führt die Untersuchung und die Auswertung durch, damit der Arzt anschließend anhand der Ergebnisse den Befund erstellen kann. Die Dosimetrie und der Strahlenschutz gehören zu allen Fachgebieten dazu. Denn in jedem Arbeitsbereich muss der MTRA zu seinem eigenen sowie zum Schutz des Patienten die anfallende Strahlenintensität und -aktivität korrekt berechnen und messen können.

Überarbeitung der Ausbildungsverordnung

Wem eine Ausbildung zum MTRA nicht ausreicht, der kann auch den ausbildungsintegrierten Bachelor-Studiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung (B.Sc.) absolvieren. Voraussetzung ist die Hochschulreife. Die Berufsfelder liegen dabei zum Beispiel im Bereich der Gesundheitsversorgung, der Qualitätsförderung und in der Patientensicherheit. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester und ist in den ersten fünf Semestern in die Ausbildung integriert. Im Mai 2013 beschlossen die Fachverbände des MTRA-Berufs, die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG), die Vereinigung der Medizinisch-Technischen Berufe in der DRG (VMTB) und der Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin e.V. (DVTA) eine grundlegende Überarbeitung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Ob dies auch zu einer Akademisierung der MTA-Berufe führt, wie ihn europäische Bildungsexperten fordern, bleibt abzuwarten.

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