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WEHRLE Umwelt GmbH: Intelligente Prozesswasserbehandlung senkt Betriebskosten

Ein Beispiel: Einsparungen von 500.000 Euro im Jahr an Betriebskosten durch Reduzierung des Energieverbrauchs um 8.000 kWh und zusätzliche Stromerzeugung von 15.000 kWh pro Tag. Dies wurde in einem Projekt der Firma WEHRLE Umwelt GmbH für ein pharmazeutisches Unternehmen realisiert. WEHRLE Umwelt beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Umwelttechnik, insbesondere mit Anlagen zur Behandlung von Industrieabwässern. Das Unternehmen bietet intelligente Lösungen, die sich stark von herkömmlichen Kläranlagen unterscheiden.

Membranbioreaktor in einem Wäschereibetrieb © WEHRLE Umwelt GmbH

Unternehmen, die im Abwasserbereich tätig sind, werden meist erst dann gerufen, wenn die noch im Abwasser vorhandenen Schadstoffe die Grenzwerte übersteigen. „Die vorherrschende Meinung vieler Firmen ist noch immer, dass eine Abwasserreinigungsanlage nichts produziert außer Kosten - Umwelttechnik leistet sich niemand, um die Welt zu retten. Eine solche Anlage wird somit nur gekauft, wenn es teurer ist, sie nicht zu kaufen“, erklärt Dr. Bernd Fitzke, Leiter der Produktentwicklung. Was durch Gebühren beziehungsweise Strafen bei Einleitung von zu stark verschmutztem Abwasser oder durch nicht erfüllte gesetzliche Bestimmungen durchaus der Fall sein kann.

Ohne diese Voraussetzungen ist es schwer, Firmen zu überzeugen, in eine moderne Anlage zu investieren. Jedoch verbessern sich die Aussichten auf einen erfolgreichen Auftrag, wenn man den Unternehmen deutlich macht, dass eine Aufbereitungsanlage durchaus einen Gewinn abwerfen kann. Dem Unternehmen muss bewusst werden, dass das gereinigte Abwasser wieder als Ressource zur Verfügung steht, also weniger Abwasser produziert und weniger Frischwasser benötigt wird.

Vier wirtschaftliche Argumente für eine Aufbereitungsanlage

Ultrafiltrationsanlage in der Petrochemie © WEHRLE Umwelt GmbH

Für eine Wäscherei beispielsweise kann eine Abwasserreinigungsanlage eine lohnenswerte Investition sein. In den meisten Abwässern steckt Energie in Form von Wärme, welche sich wieder nutzen lässt. Das aufbereitete Wasser hat im Fall der Wäscherei noch einen weiteren Vorteil. Es ist durch die Behandlung deutlich weicher als Frischwasser, was beim Rückführen in den Waschkreislauf zu einer Reduktion der Kosten der Enthärtungsanlage führt. Somit hat die Wäscherei insgesamt vier Vorteile: weniger Frischwasser, geringere Enthärtungskosten, weniger Abwasser und weniger Energie. Durch diese Vorteile – je nach standortspezifischen Randbedingungen – ist eine Anlage schon in kurzer Zeit amortisiert.

„Solche Projekte werden gezielt von uns gesucht – hier kann die Firma WEHRLE Umwelt ihre langjährige Erfahrung im Bereich der Abwasserreinigung ausspielen“, betont Fitzke. „Wenn sich eine Anlage aus wirtschaftlichen Aspekten rechnet und nicht nur aus Zwang durch eine Gesetzesänderung gekauft wird, dann ist es ein klares Verkaufsargument“,  erklärt er. Genau dieser Aspekt wird in der heutigen Zeit immer interessanter - auch für Abwässer der Pharmazeutischen Industrie.

In einem von WEHRLE Umwelt erst kürzlich durchgeführten Projekt im Pharmabereich sollte das Abwassermanagementsystem eines Kunden komplett überarbeitet werden. Das Pharmaunternehmen führte das komplette Prozesswasser in einem Abwasserstrom zusammen in die betriebseigene Kläranlage. Das hatte zur Folge, dass die Kläranlage durch Lösemittel, die Produktionsreste im Abwasser und die große Menge an organischen Feststoffen stark belastet wurde und an ihre Grenze kam. Um das Problem möglichst einfach zu lösen, wollte das Pharmaunternehmen eine größere Kläranlage bauen.

In Abwassermanagement zu investieren zahlt sich aus

Membranbioreaktor und Filtrationsanlage in der pharmazeutischen Industrie © WEHRLE Umwelt GmbH

Doch WEHRLE Umwelt konnte in dem Projekt einen anderen, wirtschaftlich interessanteren Weg aufzeigen, der auch noch die Umwelt entlastete: „Die Abwasserreinigung muss vernünftig betrieben werden, damit sich der Ablaufwert verbessert und wenn möglich auch ein Mehrwert erreicht werden kann“, erläutert Fitzke.

Dazu wurden von WEHRLE Umwelt im ersten Schritt die einzelnen Abwasserströme analysiert, auf kritische Belastungen untersucht und im Anschluss intelligent sortiert, damit die unterschiedlich belasteten Ströme gezielt separat behandelt werden können. Bei der Analyse wurde bereits festgestellt, dass einzelne Abwasserströme große Mengen an organischem Material aufweisen. Wenn dieser organische Anteil abgetrennt und die darin enthaltene Energie in einer Biogasanlage zu Strom und Wärme umgewandelt wird, spiegelt sich das deutlich im Energieverbrauch der gesamten Abwasserbehandlungsanlage wider. Zum einen kann damit Energie erzeugt werden und zum anderen wird die anschließende energieaufwendige Klärstufe entlastet und deren Energieverbrauch gesenkt, da eine stoffliche Entfrachtung des Abwassers stattgefunden hat.

WEHRLE Umwelt gelang es, durch eine neue Prozessführung und die Installation der erforderlichen Biogasanlage in den Abwasserströmen mit der höchsten organischen Belastung die Schmutzfracht auf ein Drittel zu reduzieren. Dies führt wiederum dazu, dass der Chemische Sauerstoffbedarf* im behandelten Ablauf der bestehenden Gesamtkläranlage auf ein Fünftel des ursprünglichen Werts sinkt. Zusätzlich wird der Chemikalienbedarf der bestehenden Kläranlage um 30 bis 50 Prozent reduziert.

Die Biogasanlage liefert dem dahinter geschalteten Blockheizkraftwerk circa 8.600 m3 Biogas pro Tag. Bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 30 bis 40 Prozent sind das 15.000 bis 20.000 kWh Strom pro Tag – das entspricht dem Stromverbrauch von ca. 2.000 Haushalten. Und es kommen noch 20.000 kWh an Wärmeenergie pro Tag dazu, die unter entsprechenden Randbedingungen für Prozesse, die Wärmeenergie benötigen, genutzt werden kann.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass Abwasserreinigung nicht nur Geld kostet, sondern auch gewinnbringend für die Anwender und die Umwelt sein kann.

* Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB): die Menge an Sauerstoff, die in die Kläranlage eingeleitet werden muss, um die noch vorhandene organische Biomasse dem Abbau von Mikroorganismen zugänglich zu machen.

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