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Boehringer Ingelheim stärkt Forschungsstandort Biberach

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat an seinem oberschwäbischen Standort Biberach ein neues Forschungslaborgebäude, in das 26 Millionen Euro investiert wurden, eingeweiht. Durch diese Investition wird aus Sicht des Unternehmens die Forschung in Deutschland gestärkt. Das neue Laborgebäude deckt den zusätzlichen Raumbedarf für neu geschaffene Funktionen und führt bestehende Forschungsdisziplinen räumlich zusammen.

In dem Multifunktionsgebäude leisten 120 Mitarbeiter aus den Bereichen Strukturforschung, Medicinal Chemistry, NBE (New Biological Entities) Discovery und des Scientific Information Centers mit Bibliothek und Recherchediensten wichtige Beiträge zur Erforschung innovativer Medikamente für den weltweiten Unternehmensverband.

"Die Erforschung und Entwicklung innovativer Medikamente, die Patienten helfen, ist der wesentliche Erfolgsfaktor in der Geschichte von Boehringer Ingelheim", betonte Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses von Boehringer Ingelheim. „Hier in Biberach wurden wesentliche Beiträge zu den Präparaten geleistet, die sich heute bei Ärzten und Patienten bewähren. Dieses neue Forschungsgebäude ist ein weiterer Baustein, um an die Erfolgsgeschichte der eigenen Forschung anzuknüpfen", so Boehringer weiter.

Landesregierung erfreut über Ausbau des Standortes

Mehr Platz, mehr interdisziplinäre Vernetzung im neuen Forschungsgebäude. © Boehringer Ingelheim

Der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Nils Schmid, stellte die Bedeutung des Neubaus für die Region heraus: „Baden-Württemberg ist der größte Pharma- und Medizintechnikstandort und der zweitgrößte Biotechnologiestandort in Deutschland. Und gerade zu unserer Stärke in der Biotechnologie, einer der wichtigsten Zukunftstechnologien, trägt das Forschungszentrum in Biberach einen guten Teil bei. Als Finanz- und Wirtschaftsminister unseres Landes freut es mich sehr, dass Boehringer Ingelheim als eines der weltweit größten Pharmaunternehmen seinen Forschungsstandort in Baden-Württemberg kontinuierlich ausbaut".

Andreas Barner, in der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim verantwortlich für die Bereiche Forschung, Entwicklung und Medizin, erläuterte, dass die Basis erfolgreicher Forschung gute wissenschaftliche Mitarbeiter, Kooperationsmöglichkeiten mit akademischen Institutionen sowie die Honorierung von Innovationen seien. „Während wir nach wie vor sehr gute Mitarbeiter gewinnen und Kooperationen mit hervorragenden Einrichtungen in Deutschland realisieren können, sind beim Thema Honorierung von Innovationen deutliche Rückschritte zu verzeichnen. Die derzeitige Ausgestaltung der frühen Nutzenbewertung innovativer Arzneimittel belastet den Forschungsstandort Deutschland in den Lebenswissenschaften erheblich", so Barner weiter.

Interdisziplinäre Forschung unter einem Dach

Unter dem Dach des neuen Gebäudes arbeiten Forscher mehrerer Disziplinen eng vernetzt zusammen. Dazu zählen Mitarbeiter der am Standort Deutschland neu etablierten Abteilung NBE (New Biological Entities) Discovery, die an neuen biologischen Arzneimittelwirkstoffen arbeitet, sowie ein Team, das neue chemische Pharmawirkstoffe erforscht.

Eine Aufgabe der im neuen Gebäude untergebrachten Disziplin Computational Chemistry sind Berechnungen, mit denen die Wechselwirkung neuer Arzneistoffe mit krankheitsauslösenden Proteinen im menschlichen Organismus vorhergesagt und analysiert werden können.

Die Mitarbeiter der Strukturforschung stellen mit Hilfe analytischer Methoden wie zum Beispiel der Röntgenkristallographie diese Wechselwirkungen an Modellsystemen nach. Die Abteilung NBE (new biological entities) Discovery beschäftigt sich vor allem mit Forschungen zu neuen therapeutischen Proteinen und Antikörpern. In diesen biotechnisch hergestellten Moleküle sieht der familiengeführte Pharmakonzern in Zukunft bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen eine zusätzliche therapeutische Möglichkeit neben kleinen chemisch synthetisierten Molekülen. Das Scientific Information Center stellt im neuen Gebäude Wissenschaftlern des gesamten Unternehmensverbandes wissenschaftliche Informationen zur Verfügung.

Glossar

  • Antikörper sind körpereigene Proteine (Immunglobuline), die im Verlauf einer Immunantwort von den B-Lymphozyten gebildet werden. Sie erkennen in den Körper eingedrungene Fremdstoffe (z. B. Bakterien) und helfen im Rahmen einer umfassenden Immunantwort, diese zu bekämpfen.
  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Lytisch zu sein ist die Eigenschaft eines Bakteriophagen, seine Wirtszelle bei der Infektion zu zerstören.
  • Für den Begriff Organismus gibt es zwei Definitionen: a) Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren und selbstständig, d. h. ohne fremde Hilfe, zu existieren (Mikroorganismen, Pilze, Pflanzen, Tiere einschließlich Mensch). b) Legaldefinition aus dem Gentechnikgesetz: „Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren oder genetisches Material zu übertragen.“ Diese Definition erfasst auch Viren und Viroide. Folglich fallen gentechnische Arbeiten mit diesen Partikeln unter die Bestimmungen des Gentechnikgesetzes.
  • Proteine (oder auch Eiweiße) sind hochmolekulare Verbindung aus Aminosäuren. Sie übernehmen vielfältige Funktionen in der Zelle und stellen mehr als 50 % der organischen Masse.
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