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Erstmals in Europa: Implantat warnt vor Herzinfarkt

Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg • Bad Krozingen (UHZ) wurde am 30. Oktober 2012 europaweit zum ersten Mal Patienten ein Gerät implantiert, das in der Lage ist, noch vor den ersten Symptomen einen Herzinfarkt zu erkennen. Das Gerät soll in Zukunft vor allem Patienten zu Gute kommen, die ein besonders hohes Risiko für einen Gefäßverschluss haben oder bei denen beim ersten Herzinfarkt keinerlei oder nur atypische Symptome aufgetreten sind. Ebenfalls profitieren sollen Patienten die einen weiteren Herzinfarkt aufgrund einer Vorschädigung des Herzens mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben würden.

Guardian, so der Namen des Geräts wird wie ein Herzschrittmacher in den Brustraum eingesetzt und ist über einen dünnen Draht mit dem Herzen verbunden. Das Implantat erkennt eine Mangeldurchblutung des Herzens und warnt den Patienten visuell und akustisch. Die verschlossenen Herzkranzgefäße können so im Herzkatheterlabor rechtzeitig wieder eröffnet werden, so dass es gar nicht zu einem Herzinfarkt kommt.

Eine Arbeitsgruppe um den Stellvertretenden Ärztlichen Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des UHZ, Prof. Dr. Dr. Manfred Zehnder, hat, in Kooperation mit mehreren Kliniken in den USA, maßgeblich an der Entwicklung des Gerätes mitgewirkt. „Unser Ziel ist es, die Zeit vom ersten Auftreten von Symptomen bis zum Beginn der medizinischen Betreuung zu verkürzen, um noch rechtzeitig eingreifen zu können“, so der Kardiologe. „Mit Guardian können wir dieses Ziel erreichen.“

Zurzeit handelt es sich bei Guardian noch um ein Behandlungsverfahren, das ausschließlich unter streng kontrollierten, von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA vorgegebenen Bedingungen eingesetzt werden darf. Das Gerät kann daher bis jetzt nur bei ausgewählten Patienten, die besonders davon profitieren, im Rahmen einer kontrollierten wissenschaftlichen Studie angewendet werden. An der laufenden Studie nehmen in den USA 80 Zentren teil, bisher sind knapp 500 Patienten eingeschlossen. In über 20 Fällen konnte bereits ein Infarkt durch eine entsprechend frühzeitige Intervention rückgängig gemacht beziehungsweise verhindert werden.

„Wir sind stolz darauf, dass wir nach zehn Jahren Weiterentwicklung eines Konzepts, das in Freiburg geboren wurde, nun an diesem Ort den europaweit ersten beiden Patienten das Gerät erfolgreich implantieren konnten“, freut sich Professor Zehender. „Es ist eine Erfolgsgeschichte, die in Zukunft eine große Bedeutung in der Behandlung von infarktgefährdeten Patienten erlangen wird.“

Hintergrund
Der sogenannte akute Myokardinfarkt ist einer der gefährlichsten Herzerkrankungen. Von jährlich 250.000 Patienten sterben bereits 30-40 Prozent bevor sie das Krankenhaus erreichen. Jeder Infarkt führt zu einem Verlust von Herzmuskelgewebe und in der Folge zu einer Herzinsuffizienz. Wenn Patienten innerhalb der ersten Stunde nach einem Infarkt in ein Herzkatheterlabor gelangen, kann der Infarkt heutzutage rückgängig gemacht werden. Das Problem ist, dass viele Patienten keine Symptome verspüren oder diese zu lange ignorieren.

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