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Finanzministerin Edith Sitzmann zu Gast bei Hahn-Schickard

Unter Mitwirkung der damaligen Fraktionsvorsitzenden der Grünen und heutigen Finanzministerin Edith Sitzmann wurde 2016 die Gründung des Hahn-Schickard-Instituts für Mikroanalysesysteme am Standort Freiburg ermöglicht. Ziel war eine schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnik in innovative Produkte auf den Gebieten Analytik und Diagnostik. Seitdem befindet sich das Freiburger Institut auf starkem Expansionskurs und fördert aktiv die Ausgründung von Hightech Start-ups.

Die Freiburger Landtagsabgeordnete und Finanzministerin Edith Sitzmann und der Freiburger Grünen-Stadtrat Timothy Simms zeigten sich bei einem Vor-Ort-Besuch beeindruckt von der Freiburger Erfolgsgeschichte Hahn-Schickards. "Schon von Anfang an ist das Hahn-Schickard-Institut erfolgreich in der anwendungsnahen Forschung in Freiburg. Es ist bestens vernetzt und technisch hervorragend ausgestattet – das sind gute Voraussetzungen für Ausgründungen mit innovativen Produkten. Ich bin von dem Engagement der Gründerinnen und Gründer beeindruckt. Sie sind international unterwegs und stärken mit ihren Ideen und dem nötigen Durchhaltewillen den lokalen Wirtschaftsstandort“, sagte Sitzmann.

Glossar

  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Die Mikrosystemtechnik basiert auf technischen (Sub-)Systemen, deren funktionsbestimmende Strukturen Maße im Mikrometerbereich aufweisen (ein Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter).
  • Ein Inkubator im biologischen bzw. medizinischen Sinne wird auch als Brutschrank oder Brutkasten bezeichnet. In einem Inkubator können gezielt optimale Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen für Brut- und Wachstumsvorgänge geschaffen werden. Im wirtschaftlichen Bereich bezeichnet der Begriff Einrichtungen und Institutionen, die junge Unternehmen bei der Existenzgründung unterstützen.

Miniaturisierte Testsysteme

Finanzministerin Edith Sitzmann zu Gast bei Hahn Schickard (v. li. na. re.): Clemens Pecha (Geschäftsführer Hahn-Schickard), Dr. Jonas Schöndube (CEO cytena), Dr. Oliver Strohmeier (CTO SpinDiag), Edith Sitzmann (Finanzministerin Ba-Wü), Prof. Dr. Roland Zengerle (Institutsleiter Hahn-Schickard/Professor für Anwendungsentwicklung), Dr. Andreas Ernst (CEO Biofluidix), Dr. Katharina Dormanns (Gründerin DermagnostiX), Dr. Peter Koltay (Akademischer Rat UNI Freiburg & Gründer ), Timothy Simms (Stadtrat Freiburg). © Büro Sitzmann

Das Hahn-Schickard Institut in Freiburg hat sich auf sogenannte Lab-on-a-Chip-Systeme spezialisiert. Dabei geht es um die Integration, Miniaturisierung, Parallelisierung und Automation von biochemischen Testverfahren. Diese ermöglichen beispielsweise die schnelle Diagnose von komplexen Infektionskrankheiten direkt beim Patienten vor Ort. Sie werden aber auch in der Lebensmittelanalytik etwa zur schnellen Sicherung der Warenströme oder in den Lebenswissenschaften eingesetzt. Die Forschung bei Hahn-Schickard zielt insbesondere auf die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen ab und baut eine wichtige Brücke hin zur regionalen Industrie.

Das Freiburger Hahn-Schickard Institut hat zusammen mit der UNI Freiburg in den vergangenen Jahren mehrere Ausgründungen initiiert, die inzwischen erfolgreich auf dem Markt sind. BioFluidix entwickelt und vertreibt mit 15 Mitarbeitern Mikrodosiersysteme, bei Cytena realisieren 21 Mitarbeiter Geräte für das Sortieren und Drucken von biologischen Zellen. Das junge Unternehmen wurde kürzlich mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichnet. Die jüngste Ausgründung – SpinDiag – spezialisiert sich mit seinen 11 Freiburger Mitarbeitern auf den Nachweis antibiotika-resistenter Erreger im Krankenhaus. Weitere Hahn-Schickard Start-ups stehen bereits in den Startlöchern.

Wachstum benötigt Platz

Auf Initiative von Hahn-Schickard und mit Unterstützung der Universität sind in Freiburg inzwischen 120 Hightech Arbeitsplätze auf dem Gebiet der Mikroanalysesysteme entstanden. Die Fortsetzung dieser Erfolgsstory stößt aufgrund von Platzproblemen jedoch zunehmend an seine Grenzen. So sind die Büros und Forschungslabore von Hahn-Schickard derzeit über 5 Gebäude in Freiburg verteilt und liegen zum Teil 2 Kilometer voneinander entfernt. Zudem nutzen 75 Hahn-Schickard Mitarbeiter derzeit als Gäste die Labore an der Technischen Fakultät und es droht die Gefahr diese Gastfreundschaft zu sehr zu strapazieren.

Edith Sitzmann und Timothy Simms warfen auch einen Blick in die „Gründergarage“ Hahn-Schickards. Das kleine Labor war schon Inkubator für die erste Ausgründung BioFluidix und diente nach deren Umzug in den Biotech Park als Brutkasten für Cytena, welche wiederum in Kürze in das FWTM Gebäude an der Freiburger Messe umziehen. Das schafft temporär Laborplatz für SpinDiag und die nächste Gründung, DermagnostiX, die gerade für das Jahr 2019 geplant wird.

Vision eines eigenen Forschungsgebäudes

Nachdem der Traum von einem erneuten Sommermärchen durch das frühe Ausscheiden der Deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft inzwischen ausgeträumt ist, träumen die Hahn-Schickard Forscher nun einen anderen Traum: den von einem eigenen Forschungsgebäude auf dem Campus der UNI Freiburg auf dem Flugplatz.

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