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Fortschreibung des Biomasse-Aktionsplanes für Baden-Württemberg

Auf Vorschlag von Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat die Landesregierung die Fortschreibung des Biomasse-Aktionsplanes Baden-Württemberg beschlossen. Damit stellt die Regierung die Weichen für den weiteren nachhaltigen und effizienten Ausbau der Biomassenutzung.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister © Wirtschaftsministerium BW

Seit der Abfassung des ersten Biomasse-Aktionsplans im Frühjahr 2006 haben sich viele Rahmenbedingungen auf EU- und Bundesebene geändert, denen in der vorliegenden Fortschreibung Rechnung getragen wurde. Die wesentlichen Zielsetzungen wurden aus dem 2009 beschlossenen Energiekonzept Baden-Württemberg 2020 übernommen und Maßnahmen bzw. Empfehlungen für deren Umsetzung entwickelt.

„Bioenergie deckt heute bereits über sieben Prozent des Endenergieverbrauchs in Baden-Württemberg. Mit 73 Prozent Anteil am Endenergie-Beitrag aller erneuerbaren Energien ist Bioenergie die dominierende Form erneuerbarer Energiebereitstellung. Zusätzlich spielt die stoffliche Nutzung von Biomasse eine bedeutende Rolle, vor allem im Bausektor“, erläuterte Pfister.

Biomasse bleibt wichtigster erneuerbarer Energieträger

Mittelfristig werde sich die energetische Biomassenutzung weiter erhöhen. Die im Energiekonzept 2020 formulierten Ziele sähen einen Anteil der Bioenergie an der Stromerzeugung von 6,5 Prozent und an der Wärmeerzeugung von 13,2 Prozent vor. Der Primärenergieverbrauch solle 2020 zu mindestens 13 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden, die Bioenergie allein einen Anteil von acht Prozent beisteuern. Auch die stoffliche Nutzung werde weiter ausgebaut. Wenn möglich, solle eine sogenannte Kaskadennutzung mit vorausgehender stofflicher und nachfolgender energetischer Nutzung verwirklicht werden.

Große Potenziale bei Reststoffen aus Land- und Forstwirtschaft

Das Biomassepotenzial aus heimischen Quellen zur energetischen Nutzung beträgt nach Pfisters Worten etwa acht bis zehn Prozent des gegenwärtigen Primärenergieverbrauchs und reicht damit theoretisch aus, um die Zielvorgaben für das Energiekonzept 2020 zu erfüllen. Zielsetzungen der EU und des Bundes für Biotreibstoffe, die deutlich über das gegenwärtige Niveau hinausreichten, würden allerdings nur über Importe von Biomasse zu bewerkstelligen sein. Die größten Biomassepotenziale für eine energetische Nutzung lägen mit Anteilen von über 50 Prozent bei den Reststoffen aus der Land- und Forstwirtschaft sowie der Landschaftspflege. Große Potenziale würden auch Rest- und Abfallstoffe aus Siedlung, Gewerbe und Industrie bergen, während speziell als Energiepflanzen angebaute nachwachsende Rohstoffe mit Anteilen von zehn bis 20 Prozent vergleichsweise geringe Potenziale aufwiesen.

Energieeffiziente und nachhaltige Nutzung der Biomasse hat Vorrang

Die in der Fortschreibung des Biomasse-Aktionsplans genannten Ziele seien für Baden-Württemberg realistisch. Pfister: „Sie sind ambitioniert, ohne die Grenzen der Biomassenutzung zu verkennen. Vorrang soll die energieeffiziente und nachhaltige Nutzung der Biomasse haben. Insbesondere im Bereich Verkehr sind die gegenwärtig verfügbaren Biotreibstoffe unter diesen Gesichtspunkten wenig vorteilhaft. Das Land setzt in diesem Sektor deshalb zunächst keine konkreten Ziele, sondern will durch die Förderung von Forschung die Entwicklung von auch unter Nachhaltigkeitsgesichtpunkten effizienten Biotreibstoffen voranbringen.“ Zukünftig müsse die Verwertung von Biomasse hinsichtlich Energieeffizienz, nachhaltiger Nutzung, Vermeidung von Treibhausgasen und Auswirkungen auf Ökologie und Umwelt optimiert werden. Der Aktionsplan enthalte Maßnahmen und Handlungsempfehlungen, die die Biomassenutzung stärker auf diese Ziele ausrichten. Dazu gehörten die Mobilisierung von Rest- und Abfallstoffen und die verstärkte Umsetzung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmeerzeugung.

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