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Fortsetzung der erfolgreichen Forschungskooperation von Boehringer Ingelheim und Universität Ulm

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg, das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim sowie die Universität Ulm haben heute (2. März) die Fortsetzung der Forschungskooperation im Rahmen des „Boehringer Ingelheim Ulm University (BIU) - BioCenter“ bekanntgegeben.

© Elvira Eberhardt

Der Ende 2011 vereinbarte Forschungsverbund wird ab 1. April 2016 um drei Jahre verlängert, in denen das Land insgesamt weitere 1,5 Mio. Euro, Boehringer Ingelheim 2,25 Mio. Euro sowie die Medizinische Fakultät der Universität Ulm 750.000 Euro investieren werden.

Baden-Württembergs Forschungsministerin Theresia Bauer bezeichnete das BIU-BioCenter als „einen schlagkräftigen Verbund von universitärer Grundlagenforschung auf höchstem Niveau und substanzieller Forschungs- und Entwicklungskompetenz eines der weltweit führenden forschenden Pharmaunternehmen“. Von einer solchen Kooperation profitierten nicht nur die beteiligten Partner selber, sondern das Innovations- und Investitionsklima des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg insgesamt, so die Ministerin.

„Die Verlängerung ist konsequent und sinnvoll, will man die Zusammenarbeit zwischen der akademischen Grundlagenforschung und der biomedizinischen Forschung in der Industrie fördern“, sagte Prof. Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung Boehringer Ingelheim. „Zudem ist diese Kooperation bereits sehr erfolgreich mit 18 geförderten, meist gemeinsamen Projekten, von denen zwei Drittel von unabhängigen Gutachtern zur Weiterförderung empfohlen wurden. Wir begrüßen insbesondere, dass es die neue 4. Themensäule ‚Immunmodulation‘ geben wird, die auch in unserer neuen BI-Forschungsstrategie ein wichtiger Bestandteil ist“.

Der Präsident der Universität Ulm, Prof. Dr. Michael Weber, betonte: „Ich freue mich sehr, dass dieser erfolgreiche Forschungsverbund für weitere drei Jahre fortgeführt werden kann. Der Verbund ist ein Paradebeispiel für synergistische Forschung zwischen einem international hoch renommierten Unternehmen und einer Universität, wobei die Ergebnisse unmittelbar für die Entwicklung neuer Therapieansätze in der pharmazeutischen Industrie nutzbar gemacht werden können. Ich danke insbesondere dem Wissenschaftsministerium für die Verlängerung dieser großzügigen Förderung“.

Das BIU-BioCenter ist als Public-Private-Partnership nach dem Vorbild eines Sonderforschungsbereichs konzipiert, in dem die Partner gemeinsame Projekte in den drei Forschungsschwerpunkten neuropsychiatrische und kardiometabolische Krankheiten sowie Lungenerkrankungen durchführen. Als neuer Schwerpunkt kommt die Immunmodulation hinzu, da Veränderungen im Immunsystem bei zahlreichen Krankheiten wie Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Diese Gesundheitsbereiche sind von großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung. Neben der anwendungsorientierten Grundlagenforschung hat das BIU-BioCenter das Ziel, innovative präklinische und klinische Forschungskonzepte zu etablieren, die einerseits die Diagnose von Erkrankungen erleichtern und andererseits Therapieansätze durch die Entwicklung neuer Medikamente in der pharmazeutischen Industrie verbessern helfen sollen. Bereits in der ersten Förderphase haben das Land insgesamt 1,5 Mio. Euro, Boehringer Ingelheim 2,25 Mio. Euro sowie die Medizinische Fakultät der Universität Ulm 750.000 Euro hierfür bereitgestellt.

Aufgrund der bisherigen Erfolge der Kooperation wird diese nunmehr fortgesetzt. Dazu der BIU-Sprecher, Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Vizepräsident der Universität Ulm: „Der BIU-Verbund steht für eine bemerkenswerte Zusammenarbeit in der biomedizinischen Forschung. Die Kooperation ist in dieser Form in Deutschland auf dem Gebiet der Biomedizin einzigartig und besitzt Modellcharakter. Durch die intensive Kooperation zwischen Industrie und universitärer Forschung sollen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung unmittelbar in die Patientenversorgung einfließen“.

Der Erfolg des BioCenters spiegelt sich u. a. auch in einer Vielzahl von Publikationen mit einem Gesamtimpactfactor von über 190 in den ersten drei Förderjahren wider.

Die Partner wollen die exzellenten wissenschaftlichen Verbindungen, die über das BIU-BioCenter in den letzten Jahren entstanden sind, u. a. durch einen neuen Studiengang „Translational and Molecular Neurosciences“ nachhaltig ausbauen und weiterentwickeln.

Glossar

  • Eine Sonde im molecularbiologischen Sinn ist ein Stück markierte RNA oder DNA, die mit einer gesuchten Sequenz binden (hybridisieren) kann.
  • Translation im biologischen Sinn ist der Prozess, bei dem die Basensequenz der mRNA in die Aminosäuresequenz des Proteins übersetzt (translatiert) wird. Dieser Vorgang findet an den Ribosomen statt. Nach der Vorlage eines einzigen mRNA-Moleküls können zahlreiche Proteinmoleküle synthetisiert werde
  • Das Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem von Lebewesen, das Gefahren durch Krankheitserreger abwenden soll. Es schützt vor körperfremden Substanzen und vernichtet anormale (entartete) Körperzellen. Dies wird durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Organe, Zelltypen und chemischer Moleküle vermittelt.
  • Die Neurowissenschaften sind ein Sammelbegriff für Disziplinen der Biologie, Psychologie und Medizin, die sich mit dem Aufbau und der Funktionsweise von Nervensystemen befassen und die Störungen und Krankheiten dieser Systeme untersuchen.
  • Molekular bedeutet: auf Ebene der Moleküle.
  • Der Metabolismus oder auch Stoffwechsel umfasst Aufnahme, Transport, biochemische Umwandlung und Ausscheidung von Stoffen in einem Organismus. Diese Vorgänge dienen sowohl dem Aufbau der Körpersubstanz als auch der Energiegewinnung. Die beiden gegensätzlichen Vorgänge des Metabolismus werden Anabolismus (aufbauende Vorgänge) und Katabolismus (abbauende Vorgänge) genannt. Viele Enzyme können sowohl katabol als auch anabol wirken, jedoch arbeiten solche Enzyme innerhalb eines biochemischen Weges in der Zelle (z.B. Glykolyse und Gluconeogenese) nicht in beiden Richtungen zugleich.
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