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Große Chance für junge Krebsforscher

Am Deutschen Krebsforschungszentrum werden zwei neue Helmholtz-Nachwuchsgruppen eingerichtet. Die Helmholtz-Gemeinschaft wählte Dr. Sven Diederichs und Dr. Markus Feuerer zusammen mit 15 weiteren herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus einer Vielzahl an sehr guten Bewerbungen aus.

Als Nachwuchsgruppenleiter können Dr. Sven Diederichs und Dr. Markus Feuerer eigene Forschungsgruppen aufbauen und verfügen in den kommenden fünf Jahren jeweils über ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro. Das erlaubt ihnen, neben der eigenen Stelle drei Mitarbeiter sowie die Laborausstattung zu finanzieren.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Für Nachwuchswissenschaftler ist der Aufbau einer eigenen Gruppe an einer führenden Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum ein sehr wichtiger Schritt. Besonders die Möglichkeit, in einem frühen Karrierestadium selbstständig zu forschen, eigene Ideen verfolgen und umsetzen zu können, ist entscheidend für die weitere wissenschaftliche Entwicklung", erläutert Dr. Sven Diederichs die Bedeutung des Förderprogramms. Diederichs erforschte an der Harvard Medical School in Boston, USA, die Mechanismen der Regulation von microRNAs und charakterisiert nun im Deutschen Krebsforschungszentrum deren Fehlregulation bei Krebs. microRNAs sind kurze Ribonukleinsäure (RNA)-Moleküle, die eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Aktivität von Genen spielen.

Dr. Markus Feuerer, der bereits am Deutschen Krebsforschungszentrum promoviert hat, kehrt aus den USA ebenfalls von der berühmten Harvard Medical School zurück nach Heidelberg. Seine Forschung beschäftigt sich mit der sogenannten peripheren T-Zell-Toleranz. Diese unterdrückt Immunreaktionen des Körpers und verhindert zum Beispiel, dass Tumorzellen durch das Immunsystem attackiert werden. Ein besseres Verständnis dieser Abläufe kann dazu beitragen, wirksame immunologische Krebstherapien zu entwickeln.

Finanziell werden die Helmholtz-Nachwuchsgruppen zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft getragen. Die andere Hälfte trägt das Deutsche Krebsforschungszentrum beziehungsweise - im Falle der Helmholtz-Hochschulgruppe von Dr. Sven Diederichs - das Deutsche Krebsforschungszentrum gemeinsam mit dem Institut für Pathologie der Universität Heidelberg. Die Nachwuchsgruppenleiter erhalten zudem eine Option auf eine unbefristete Anstellung (Tenure Track), sofern die nach vier Jahren anstehende Fachbegutachtung positiv ausfällt. Das macht diese Stellen für junge Forscherinnen und Forscher aus renommierten Forschungseinrichtungen weltweit attraktiv.

Das Nachwuchsgruppen-Programm dient daneben der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an einem Helmholtz-Zentrum, übernehmen darüber hinaus aber auch akademische Pflichten an einer Partnerhochschule, indem sie zum Beispiel Vorlesungen und Seminare halten. Dadurch qualifizieren sie sich auch für eine Universitätskarriere. Insgesamt fördert die Helmholtz-Gemeinschaft, zu deren Mitgliedern das Deutsche Krebsforschungszentrum gehört, damit nun 97 Nachwuchsgruppen.

Quelle: Pressemitteilung DKFZ - 01.12.08 (P)

Glossar

  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Die Ribonukleinsäure (Abk. RNS oder RNA) ist eine in der Regel einzelsträngige Nukleinsäure, die der DNA sehr ähnlich ist. Sie besteht ebenfalls aus einem Zuckerphosphat-Rückgrat sowie einer Abfolge von vier Basen. Allerdings handelt es sich beim Zuckermolekül um Ribose und anstelle von Thymin enthält die RNA die Base Uracil. Die RNA hat vielfältige Formen und Funktionen; sie dient z. B. als Informationsvorlage bei der Proteinbiosynthese und bildet das Genom von RNA-Viren.
  • Die Ribonukleinsäure (Abk. RNS oder RNA) ist eine in der Regel einzelsträngige Nukleinsäure, die der DNA sehr ähnlich ist. Sie besteht ebenfalls aus einem Zuckerphosphat-Rückgrat sowie einer Abfolge von vier Basen. Allerdings handelt es sich beim Zuckermolekül um Ribose und anstelle von Thymin enthält die RNA die Base Uracil. Die RNA hat vielfältige Formen und Funktionen; sie dient z. B. als Informationsvorlage bei der Proteinbiosynthese und bildet das Genom von RNA-Viren.
  • Ein Tumor ist eine Gewebsschwellung durch abnormales Zellwachstum, die gutartig oder bösartig sein kann. Gutartige (benigne) Tumore sind örtlich begrenzt, während Zellen bösartiger (maligner) Tumore abgesiedelt werden können und in andere Gewebe eindringen können, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) verursachen.
  • Das Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem von Lebewesen, das Gefahren durch Krankheitserreger abwenden soll. Es schützt vor körperfremden Substanzen und vernichtet anormale (entartete) Körperzellen. Dies wird durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Organe, Zelltypen und chemischer Moleküle vermittelt.
  • Die Pathologie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Erforschung und Lehre von den Ursachen, der Entstehung, der Verlaufform und der Auswirkungen von krankhaften Symptomen sowie von Missbildungen beschäftigt.
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