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Hautkrebs richtig behandeln: Ulmer Hauttumorzentrum erhält Gütesiegel

140.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Hautkrebs, die Zahlen steigen seit Jahren an. Hautkrebs steht damit an der Spitze der Krebserkrankungen, der Bedarf an kompetenter medizinischer Versorgung ist daher hoch. Hauttumoren leitliniengerecht, fächerübergreifend nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu behandeln, ist Ziel des im Herbst 2009 gegründeten Ulmer Hauttumorzentrums, das jetzt als Gütesiegel nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert wurde.

Das Gütesiegel, das nach Angaben des Ulmer Uniklinkums bisher 22 Hauttumorzentren in Deutschland erhalten haben, gewährleistet für Hautkrebspatienten eine leitliniengerechte Therapie in durchdachten Strukturen. „Unsere dermatoonkologischen Oberärzte Frau Priv. Doz. Dr. med. Margit Huber und Herr Priv.-Doz. Dr. med. Lars Alexander Schneider haben spezielle Zusatzausbildungen und langjährige Erfahrung in der chirurgischen und medikamentösen Hauttumorbehandlung, speziell geschulte Onkologiepflegekräfte kennen die Bedürfnisse von Hautkrebspatienten“, erläutert Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Ärztliche Leiterin des Hauttumorzentrums und Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie.

Fächerübergreifende Zusammenarbeit unter Dach des CCCU

Die Ulmer Dermatologie freut sich über das Gütesiegel. Unser Bild zeigt von links die Qualitätsmanagementbeauftragten des Hauttumorzentrums Dr. medic. Julia Ferencz, die onkologischen Oberärzte und Zentrumskoordinatoren PD Dr. Lars Schneider und PD Dr. Margit Huber sowie Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek. © UK Ulm

Ausgefeilte Diagnostik steht am Anfang

Entscheidend ist bei Hauttumoren unter anderem eine ausgefeilte Diagnostik, die im Hauttumorzentrum beispielsweise durch die hoch feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben in der Dermatologie, eine ausführliche computergestützte Fotodokumentation sowie eine detaillierte Ausbreitungsdiagnostik – letztere in Zusammenarbeit mit der Radiologie, der Nuklearmedizin und weiteren Spezialdisziplinen – gewährleistet werden. Für alle Patienten, bei denen innovative neue Therapieformen in Frage kommen, bietet das Zentrum die Behandlung innerhalb von klinischen Studien an.

„Für Patienten mit schwarzem Hautkrebs im Stadium der Lymphknotenabsiedlung bieten wir zum Beispiel die Teilnahme an einer multizentrischen Studie an, in der eine Tumorimpfung durchgeführt wird. Patienten mit einem Hautlymphom bieten wir neben der Standardtherapie zum Beispiel auch die Möglichkeit, unter kontrollierten Bedingungen eine neuartige Behandlung mit dem Retinoid Bexarotene zu erhalten“, erklärt Professor Scharffetter-Kochanek, die den Bereich der klinischen Studien am Zentrum ausweiten will.

Freizeitverhalten sorgt für steigende Hautkrebszahlen

Um Patienten Behandlung und Nachsorge aus einem Guss anbieten zu können, arbeitet das Hauttumorzentrum eng mit niedergelassenen Ärzten zusammen und kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Beratungsdienst, der Brückenpflege und dem psychosomatischen Konsildienst des Klinikums um die sozialen und psychologischen Belange der Krebspatienten. In Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen für Ärzte und Patienten vermitteln die Spezialisten des Hauttumorzentrums ihre Kenntnisse weiter. Das Qualitätsmanagement steuert all diese Prozesse. Dr. medic. Julia Ferencz, die Qualitätsmanagementbeauftragte des Hauttumorzentrums Ulm, überwacht sie.

„Unser Klinikteam freut sich sehr, dass wir durch und für unsere Arbeit das Gütesiegel der Fachgesellschaft erhalten haben. Durch die demographische Entwicklung und ein sonneorientiertes Freizeitverhalten nehmen Hautkrebserkrankungen weiter zu, wir müssen die Vorbeugung und die Behandlung weiter verbessern“, so die Ärztliche Leiterin des Zentrums.

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