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Hölle & Hüttner - Per Unterschrift zum Weltmarktführer

Die Tübinger Hölle & Hüttner AG übernimmt rückwirkend zum 1. Januar 2008 das gesamte Aktienkapital der Kölner INTAVIS Bioanalytical Instruments AG. Beide Unternehmen entwickeln und vertreiben Systeme zur Automatisierung biochemischer und molekularbiologischer Verfahren. Der Kauf macht Hölle & Hüttner im Forschungsbereich zum weltweit einzigen kommerziellen Anbieter von Automaten zur In-situ-Hybridisierung und für die Immunhistochemie. Beim Wettbewerb "Dienstleister des Jahres 2008" zeichnete Wirtschaftsminister Ernst Pfister am 22. Juli 2008 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart die Hölle & Hüttner AG in der Kategorie „Beispielhafte Dienstleistungsinnovation" aus.

Seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms konnten Wissenschaftler etwa 1.500 „Krankheitsgene“ identifizieren. An der Entstehung erblich bedingter Krankheiten sind jedoch fast immer mehrere Gene beteiligt, deren Zusammenspiel meist noch nicht im Detail geklärt werden konnte. Die Technik der In-situ-Hybridisierung macht es möglich, das Vorhandensein der Krankheitsgene im Mikroskop mit vergleichsweise geringem Aufwand zu bestimmen. Das Verfahren findet überall dort Anwendung, wo es nötig ist, bestimmte Gene oder DNA- bzw. RNA-Sequenzen „in-situ“, das heißt in den natürlichen Strukturen aufzuspüren und sichtbar zu machen, beispielsweise in der Pränataldiagnostik, beim Nachweis bestimmter Viren im menschlichen Organismus oder von Salmonellen in Lebensmitteln.

Auch die Entwicklungsbiologie bedient sich der In-situ-Hybridisierung, um Verteilungsmuster von Genaktivitäten in Modellorganismen darzustellen. Dabei werden unterschiedlich markierte Gensonden – kurze Sequenzen von DNA bzw. RNA – eingesetzt, um an Ort und Stelle das jeweils passende Gegenstück von DNA oder RNA zu „hybridisieren“, das heißt, daran zu binden. In der Immunhistochemie bedient man sich spezifischer Antikörper, die an Proteine binden und deren Lokalisation in Zellen oder Geweben preisgeben.
Die Vorstände der Hölle & Hüttner AG: Peter Beck und Dr. Steffen Hüttner (rechts) (Foto: Hölle & Hüttner AG)

Mit der Zusammenarbeit wächst das Zukunftspotenzial

Die Hölle & Hüttner AG aus Tübingen ist seit 2004 mit ihren BioLane-Geräten für Routine-Anwendungen mit einem automatisierten System zur In-situ-Hybridisierung etabliert und war bisher einer von weltweit zwei Anbietern in diesem Geschäftsfeld. Um dieses enorme Potenzial weiter auszubauen, ergriffen die Vorstände von Hölle & Hüttner – Dr. Steffen Hüttner und Peter Beck – die Initiative zu einem Treffen mit dem umsatzstärkeren Konkurrenten INTAVIS Bioanalytical Instruments AG. Bereits beim ersten Treffen wurden die Weichen für die Zukunft – die Übernahme der Aktienanteile der INTAVIS AG durch die Hölle & Hüttner AG – gestellt. Rechtlich bleiben Hölle & Hüttner und INTAVIS auch in Zukunft zwei eigenständige Unternehmen. Mit der Vertragsunterzeichnung wird Peter Beck zum Vorstand der INTAVIS AG, Dr. Steffen Hüttner wird den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen. Der bisherige Alleinaktionär und Vorstand der INTAVIS AG - Dr. Heinrich Gausepohl – wird weiterhin als leitender Angestellter im Unternehmen tätig sein.
Für einschneidende Veränderungen bei INTAVIS sieht Peter Beck vorerst keinen Anlass: „Wir stehen nicht unter Zeitdruck, das Unternehmen ist gut strukturiert und arbeitet erfolgreich.“ Nach der Integrationsphase könne man dann über Innovationen nachdenken. „Daraus, dass wir im Bereich der In-situ-Hybridisierung nun nicht mehr gegen eine Konkurrenz, sondern zusammenarbeiten, erwächst ein enormes Zukunftspotenzial“, sagt Dr. Steffen Hüttner.

Hölle & Hüttner AG gehört zu den TOP 20 der Dienstleistungsunternehmen des Landes

Hölle & Hüttner, Preisverleihung Pfister TOP20 Dienstleiter2008
Beim Wettbewerb "Dienstleister des Jahres 2008" zeichnete Wirtschaftsminister Ernst Pfister am 22. Juli 2008 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart die Hölle & Hüttner AG in der Kategorie „Beispielhafte Dienstleistungsinnovation" aus. Insgesamt 127 Unternehmen hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt, der seit 2000 alle zwei Jahre vom Wirtschaftsminister des Landes ausgeschrieben wird. Die Tübinger Hölle & Hüttner AG gehört nun zu den 20 besten.

Ausgezeichnet wurde das Tübinger IT-Unternehmen speziell für den „Ideen Scout für LifeScience Unternehmen“, mit dem neue Ideen, Verbesserungsoptionen, Einsparpotenziale und Weiterentwicklungschancen früh erkannt werden und in einem Bericht wie auf einer „Landkarte“ verzeichnet werden.
Der Grundnutzen des Ideen Scouts ist zunächst folgender: Spezialisten im Bereich Life Science versuchen, in einem interdisziplinären Team, neue Ideen zur Verbesserung des Status Quo bei Abläufen, Prozessen und Geräteprodukten zu entdecken. Bei diesem Grundnutzen schwingt bereits das Alleinstellungsmerkmal von Hölle & Hüttner mit: Hölle & Hüttner vereint Fachwissen und Erfahrung im Bereich Life Science mit profunder Software- Expertise. So können Kunden von der kompetenten Situationsanalyse, Beratung UND der Umsetzung der Potenziale durch technisch-wissenschaftliche Softwarelösungen profitieren. Im Gegensatz zu Software-Entwicklern arbeitet Hölle & Hüttner also nicht nur nach Vorgaben und es ist auch kein „Übersetzer“ zwischen IT und Fachgebiet notwendig. Im Vergleich zu reinen Beratungsunternehmen können wir schneller, kreativer und integriert die optimale Software-Lösung entwickeln.

Quellen:
Pressemitteilung der BioRegio STERN Management GmbH - 19.07.08
Pressemitteilung Hölle & Hüttner AG - 23.07.2008
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/hoelle-huettner-per-unterschrift-zum-weltmarktfuehrer/