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Interfakultäres Institut in Tübingen eröffnet

In Tübingen wurde am 18. November 2009 ein neues Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin eröffnet. Mit dem neugegründeten Institut schafft die Universität Tübingen eine innovative fakultätsübergreifende Einrichtung, in der sich Mediziner und Biologen im interdisziplinären Verbund der Erforschung von Mikroorganismen und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt widmen. Schwerpunkte liegen dabei auf der Infektionsbiologie, der mikrobiellen Physiologie sowie antimikrobiellen Wirkstoffen.

Ohne interdisziplinären Austausch ist die moderne Infektionsforschung nicht mehr vorstellbar. Als einer der ersten Standorte seiner Art bringt das Tübinger Institut die Expertise der Biologen über die Erreger mit dem Know-how der Mediziner über Infektionen zusammen. „Mit sieben Professoren, davon vier in der Biologie und drei in der Medizin, ist das Interfakultäre Institut sehr gut aufgestellt – und bietet mit der Zusammenführung besonderer Kompetenzen ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland,“ so Universitätsrektor Bernd Engler.

Zur offiziellen Eröffnung fand ein Inaugurationssymposium statt. Dabei sprachen prominente Redner wie Ministerialdirektor Klaus Tappeser und Ernst Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft.

Standort für die Erforschung krankheitserregender Bakterien

Bereits jetzt ist Tübingen der deutschlandweit stärkste Standort für die Erforschung krankheitserregender Bakterien. So sind hier zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) tätig, der SFB 766 „Die bakterielle Zellhülle: Struktur, Funktion und Schnittstelle bei der Infektion“ sowie der SFB-Transregio „Pathophysiologie von Staphylokokken in der Post-Genom-Ära“. Insgesamt zehn Nachwuchsgruppen zu einzelnen Aspekten der Mikrobiologie und Infektionsmedizin, ein Graduiertenkolleg Infektionsbiologie und derzeit zwei Humboldt-Stipendiaten ergänzen die Forschungsleistung des interdisziplinären Verbunds.

Das Interfakultäre Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin verstärkt nun diesen Forschungsschwerpunkt der Eberhard Karls Universität in den Lebenswissenschaften und erhöht die internationale Sichtbarkeit der Tübinger Infektionsforschung. Es setzt die Integration von Grundlagenforschung und translationaler Forschung in idealer Weise um und bietet Impulse für die Anwendung bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe. Neben der Forschung will das Institut auch die Ausbildung der Studierenden in Mikrobiologie und Infektionsmedizin stärken. Dazu ist unter anderem die Einrichtung einer internationalen Graduiertenschule für Mikrobiologie und Infektionsbiologie geplant. "Durch die noch stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit und durch die gezielte Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftler möchte das neue Interfakultäre Institut künftig einen Platz innerhalb der weltweit führenden Institute der Infektionsforschung erreichen", erklärt der Infektionsmediziner Ingo B. Autenrieth, Vorstand des neuen Instituts.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/interfakultaeres-institut-in-tuebingen-eroeffnet/