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Joachim Siebeneicher-Forschungspreis verliehen: 50.000 Euro für erfolgreiche Herzforschung

Den mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis der Joachim Siebeneicher-Stiftung hat die Medizinische Fakultät Heidelberg an Privatdozent Dr. Dierk Thomas, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare und Translationale Kardiale Elektrophysiologie in der Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, vergeben. Ausgezeichnet wurden seine herausragenden Forschungsarbeiten zu Herzerkrankungen, vor allem der Herzrhythmusstörungen. Norbert Mahlke, Vorstandsvorsitzender der Joachim Siebeneicher-Stiftung, überreichte den Preis am 5. Dezember 2011 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Junge Kliniker", einer Fortbildungsveranstaltung für Nachwuchsärzte.

Die Joachim Siebeneicher-Stiftung wurde von Dr. Joachim Siebeneicher und Ehefrau Charlotte Siebeneicher 1974 gegründet. Sie fördert unter anderem Projekte in der biomedizinischen Forschung, im öffentlichen Gesundheitswesen, der Jugend- und Altenhilfe. Der Forschungspreis wird alle zwei Jahre an exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler verliehen für "das besondere Streben in der Biomedizinischen Forschung und im öffentlichem Gesundheitswesen".

Gentherapie gegen Vorhofflimmern

Wie entstehen Herzrhythmusstörungen? Und wie können sie behandelt werden? Dr. Dierk Thomas und sein Team erforschen die molekularen Grundlagen dieser Erkrankung, um neue Therapien entwickeln zu können. Im Fokus stehen dabei Arbeiten zur Gentherapie gegen Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung. Dabei bringen die Forscher mit Hilfe spezieller Viren Erbinformationen in Herzzellen ein. Diese DNA-Stücke beinhalten den Bauplan bestimmter Eiweißstoffe, die dann in den Herzzellen verstärkt hergestellt werden. "Diese Eiweiße sollen dafür sorgen, dass sich der Herzrhythmus stabilisiert", erklärt Dr. Dierk Thomas. Erste Studien waren Erfolg versprechend.

Der 37-jährige Nachwuchsforscher möchte das Preisgeld dafür einsetzen, die Gentherapie in die klinische Praxis zu bringen. "Vor allem Patienten, die auf herkömmliche Therapien, z.B. mit Medikamenten, nicht ansprechen, könnten profitieren", blickt der Oberarzt der Abteilung für Kardiologie in die Zukunft.

Dr. Dierk Thomas hat in Heidelberg und Oxford, England, studiert. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Cleveland und Chicago, USA. Seine Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und gefördert, unter anderem mit dem Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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