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Mit neuartigem Antikörper gegen Multiples Myelom

Boehringer Ingelheim und Micromet wollen gemeinsam eine antikörperbasierte Therapie gegen das bislang unheilbare Multiple Myelom, eine Krebserkrankung des Knochenmarks, etablieren. Eine entsprechende Vereinbarung, die sich auf Erforschung, Entwicklung und Vermarktung erstreckt, gaben die beiden Partner jetzt bekannt.

Das im Kern deutsche Unternehmen Micromet ist seit der Fusion mit der börsennotierten CancerVax an der Hochtechnologie-Börse Nasdaq gelistet. Das Biotechunternehmen forscht und entwickelt am Standort München, seinen juristischen Hauptsitz hat es in Bethesda (Maryland). Seine hauseigene Bite genannte Technologie löst anders als herkömmliche Antikörper eine aktive Reaktion des Immunsystems aus. Jüngst hatte sich der Antikörperentwickler erneut 70 Mio. US-Dollar am Kapitalmarkt geholt.

Trotz jüngster Fortschritte bei der Behandlung des Multiplen Myeloms bleibt die Krebserkrankung weitgehend unheilbar. Obwohl viele Patienten auf eine Behandlung anfangs ansprechen, sei die Rückfallquote sehr hoch, teilen beide Unternehmen mit. Charakteristisch für das Plasmozytom, wie die Krebserkrankung auch genannt wird, ist die bösartige Vermehrung Antikörper produzierender Zellen (Plasmazellen). Das Multiple Myelom befällt vor allem ältere Menschen und macht ein Prozent aller Krebserkrankungen aus.

In der Bündelung von Micromets Antikörper-Plattform und Boehringers Erfahrung in der Identifizierung und Entwicklung von Zielmolekülen erhoffen sich die Partner neue therapeutische Ansätze gegen diesen Tumor. Der Biotech-Partner ist für die Ermittlung des Bite-Antikörpers verantwortlich und wird mit Boehringer weitere präklinische Studien durchführen. Boehringers Aufgabe ist die Herstellung, klinische Entwicklung und der weltweite Vertrieb, wobei Micromet ein Co-Vertriebsrecht für die USA besitzt. Boehringer leistet an den Biotech-Partner eine Vorauszahlung von 5 Mio. Euro, die bis zu 50 Mio. Euro betragen kann, sofern bestimmte Meilensteine erreicht werden.

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