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Neues Programm zur Nutzung biologischer Ressourcen

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin kündigte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am 19. Januar ein neues Forschungsprogramm zur Nutzung biologischer Ressourcen an. Bis zum Herbst 2010 wird der Bioökonomierat dazu seine Empfehlungen fertigstellen und veröffentlichen.

© pixelio/uschi dreiucker

Schavan: "Wir wollen einen Beitrag leisten für eine ausreichende Ernährung in Zeiten des Klimawandels. Auf immer weniger Fläche müssen wir immer mehr Nahrung produzieren. Zugleich wollen wir Erdöl durch Biomasse ersetzen. Dies sind wichtige Zukunftsaufgaben für die Forschung." Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird mit Unterstützung des Bioökonomierates ein neues Forschungsprogramm erarbeiten.

Spätestens im Jahr 2050 müssen über neun Milliarden Menschen auf der Erde ernährt werden. Dies bedeutet: Die landwirtschaftliche Produktion muss künftig mehr Ertrag erwirtschaften unter schlechteren klimatischen Bedingungen, mit weniger Dünger und bei einem geringeren Wassereinsatz. Darüber hinaus muss die einzigartige biologische Vielfalt bewahrt bleiben. Zugleich wollen Verbraucher gesunde, schmackhafte und auch preisgünstige Lebensmittel haben.

Strategisches Vorgehen mit Bioökonomie

"Das ist nur mit immensen Forschungsanstrengungen zu bewältigen", betonte Schavan. An dieser Stelle wird das neue Forschungsprogramm ansetzen, das die Strategie einer Bioökonomie vorantreiben soll. Hierunter versteht man die wirtschaftliche und nachhaltige Nutzung von biologischen Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen für eine Vielzahl von Branchen wie u.a. die Land- und Forstwirtschaft, die Nahrungsmittelindustrie, die Fischerei und Aquakulturen sowie zukünftig zunehmend auch Teile der Chemie-, Pharmazie- und Textilindustrie.

Auf Anregung des BMBF hat die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) den Bioökonomierat eingerichtet. Für diese anspruchsvolle Aufgabe konnten renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft gewonnen werden. Der Bioökonomierat wird sämtliche Nutzungsformen von Biomasse von der Ernährung bis zur Bioenergie in den Blick nehmen. "Dabei soll er die Brücken schlagen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen Technologie, Ökologie und Ökonomie", erklärte Schavan.

Neue Informationsportale

Damit sich die interessierte Öffentlichkeit bereits jetzt über die Zukunftsthemen der Bioökonomie informieren kann, hat Bundesministerin Schavan auf der Grünen Woche das neue Informationsportal www.pflanzenforschung.de vorgestellt. Die Internet-Seite bietet einen Streifzug durch die faszinierende Welt der Pflanzen- und Agrarforschung. Besonders junge Menschen werden motiviert, sich mit dem Thema "Pflanze" auseinanderzusetzen. Für sie wird die Pflanzenforschung mit ihren beruflichen Perspektiven erlebbar. Weitere Informationen zum Bioökonomierat und seinen Mitgliedern finden Sie im Internet unter www.biooekonomierat.de

Pflanzenforschung für Jedermann

Gefördert wird Planzenforschung.de vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Deutschen Pflanzengenom-Forschungsprogramms GABI. Neben anderen Elementen wie z.B. Fachforen soll die Onlineplattform der Aufklärung über Themen der Pflanzenforschung dienen.

Ziel dieses Internetportals ist es, die Bedeutung und die Faszination der Pflanzenforschung zu vermitteln. Die Wahrnehmung der Pflanze als Lebensbasis wird in ihrer ganzen Breite ermöglicht. Aktuelle Forschungsergebnisse, Hintergrundinformationen, gesellschaftlich relevante Informationen rund um die Pflanze sowie allgemeinpolitische Debatten im Kontext zu Pflanzenforschung und Pflanzenzüchtung werden populärwissenschaftlich, informativ und im fachlichen Kontext aufbereitet. Interdisziplinäre Verknüpfungen zwischen Themen aus Forschung, Landwirtschaft, Ökonomie,
Ökologie und Gesellschaft finden neben spezifischen Projektinformationen und fokussierten Themen über die Pflanzenforschung hinaus eine gemeinsame Plattform.

Thematisch und inhaltlich richtet sich die Plattform an die interessierte Öffentlichkeit, Schüler, Studenten aber auch an Wissenschaftler anderer Fachbereiche sowie Multiplikatoren wie Journalisten oder Lehrer. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs widmet Pflanzenforschung.de ein besonderes Augenmerk. Besonders junge Menschen werden motiviert, sich mit dem Thema Pflanze  auseinanderzusetzen. Für sie wird die Pflanzenforschung mit ihren
beruflichen Perspektiven und Faszination erlebbar und wirkt somit dem derzeitigen Fachkräftemangel entgegen. Das Internetportal zeigt, dass die Möglichkeiten eines Studiums in der Pflanzenforschung weit über den Studienhorizont klassischer Fächer wie Biologie, Agrar- oder
Ernährungswissenschaften hinausgehen. Denn selbst Bereiche wie Informatik, Elektronik oder Sensorik finden sich in den verschiedensten Studiengängen wider. Berufsbilder, die heute in der Gesellschaft aufgrund ihrer Spezifizierung kaum wahrgenommen werden, werden demnach exemplarisch vorgestellt und sichtbar.

Über GABI

GABI wird im Rahmen einer Public-Private-Partnerschaft durch das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Wirtschaft finanziert. Zahlreiche Unternehmen beteiligen sich über dieses finanzielle Engagement hinaus aktiv an den Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Somit steht GABI auch jenseits dieser nationalen Netzwerke aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für eine intensive internationale Zusammenarbeit in Europa.

 

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/neues-programm-zur-nutzung-biologischer-ressourcen/