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Neues Ultraschallverfahren verbessert die Diagnose

Krankes Gewebe ist weniger elastisch als gesundes. Was der Arzt großflächig und in gut zugänglichen Körperregionen mit der Hand ertastet, kann das neue Ultraschallverfahren für kleinste, schwer zugängliche Bereiche genau messen. Das kürzlich gegründete Sonographiezentrum des Universitätsklinikums Ulm investierte als erste Einrichtung in Deutschland in diese von der Firma Siemens entwickelte Technologie. Diese liefert nicht nur Größenordnungen, sondern auch Zahlenwerte für die Elastizität von Gewebe. So können Ärzte Erkrankungen besser erkennen und müssen seltener Gewebeproben entnehmen oder operieren.

Eine Untersuchung mit dem neuen Ultraschallverfahren kann helfen, Tumoren oder andere Erkrankungen genauer zu diagnostizieren. © UK Ulm

„Als Ärzte und Wissenschaftler suchen wir immer neue Wege, um unsere Diagnosen noch früher, genauer und schonender stellen zu können. Eine exakte Messung der Gewebeelastizität mit einem Zahlenwert gibt uns einen neuen präzisen Ansatzpunkt für unsere Diagnostik, sozusagen die verfeinerte tastende Hand des Arztes", erläutert Hans-Jürgen Brambs, Sprecher des Sonographiezentrums und Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Ärzte können nun verdächtige Stellen beispielsweise in der Schilddrüse oder in der weiblichen Brust auch in winzigen Ausschnitten genauer untersuchen. „Der Grad der Elastizität hilft uns zu erkennen, ob und wie stark ein Organ krankhaft verändert ist", erläutert Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I. „Auch für Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen kann die neue Technologie ein wichtiger Baustein für eine frühere und präzisere Diagnostik sein. Das bedeutet für unsere Patienten im Idealfall, dass wir seltener Gewebeproben entnehmen oder operieren müssen."

Das von Internisten und Radiologen gemeinsam geführte Sonographiezentrum des Uniklinikums Ulm leistet nach eigener Darstellung mit der bundesweit ersten Installation dieses Gerätetyps Pionierarbeit. „Wir wollen die Aussagen, die sich für verschiedene Krankheitsbilder - von Krebs bis zu Hauterkrankungen - aus der Gewebeelastizität gewinnen lassen, wissenschaftlich auswerten", erläutert Zentrumsleiter Wolfgang Kratzer von der Klinik für Innere Medizin I.

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