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Resümee: Medizintechnik trifft Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen

microTEC Südwest und BIOPRO bringen Anwender und Anbieter am Standort Roche Diagnostics in Mannheim zusammen

Resümee: Medizintechnik trifft Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen microTEC Südwest. © microTEC Südwest e.V.

Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen, also z.B. von cyber-physischen Systemen, Sensorlösungen, Aktorik oder Automatisierung sind bislang stark verknüpft mit Branchen wie dem Maschinenbau, der Automobilindustrie oder der Logistik. Dort ermöglichen sie teilweise schon heute eine Steigerung der Produktionseffizienz, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Lösungen oder auch ein optimiertes Arbeitsumfeld dank individuell angepasster Arbeitsplätze. Stichworte wie „smart factory“ oder „digitale Fabrik“ sind dabei die Zukunftsvision.

Bei der Speeddating-Veranstaltung am 29. November, die im Rahmen des Projektes Allianz Industrie 4.0 des Landes Baden-Württemberg stattfand, lag der Fokus auf einem weiteren Anwendungsfeld, der Medizintechnik. Die Medizintechnik ist ein streng regulierter Markt, der oft hoch individualisierte Produkte verlangt. Die Anforderungen an Industrie 4.0-Anbieter unterscheiden sich daher deutlich von anderen Branchen wie beispielsweise der Automobilindustrie. Um gezielt Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen mit Medizintechnik-Herstellern zusammenzubringen, haben sich für die Ausrichtung der Veranstaltung zwei Netzwerke zusammengetan: microTEC Südwest und BIOPRO. Das Besondere ist, dass die Veranstaltung bei Roche Diagnostics und Roche Diabetes Care in Mannheim zu Gast sein durfte. Roche Diabetes Care selbst ist mit seiner papierlosen Produktion im Bereich Blutzuckermesssystem ein Erfolgsbeispiel im Bereich Industrie 4.0. Der automatisierte Produktionsablauf, der eine elektronische Chargenrückverfolgbarkeit ermöglicht, Maschinenstandzeiten reduziert und die Prozessabläufe optimiert, wurde durch Herrn Wittmann und Herrn Gellweiler von Roche Diabetes Care vorgestellt.

In einem weiteren Impulsvortrag stellte Prof. Stallkamp vom Fraunhofer PAMB Visionen und Aktivitäten unter dem Schlagwort Klinik 4.0 vor: Beispielsweise entwickelt das Projekt M2OLIE Krebstherapien mit minimal-invasivem Eingriff, für eine gezielte, lokalisierte Tumoroperation und einen schnellen Start der Therapie nach Diagnose. Dafür werden bildgebende Verfahren, Diagnostik, Operation und Behandlung, die bisher getrennt voneinander geclustert waren, in einen geschlossenen Kreislauf integriert.

Nach den Impulsvorträgen haben sich die Teilnehmer in zweiminütigen Pitches kurz vorgestellt, um dann während des Speeddatings rege zu diskutieren. Die Gegenüberstellung von Industrie 4.0-Anbietern und Medizintechnik-Herstellern ermöglichte dabei einen effektiven, bilateralen Austausch.

Als abschließendes Highlight konnten die Teilnehmer die papierlose Produktion von Roche Diabetes Care in der Produktionsführung direkt erleben. Unser besonderer Dank gilt Herrn Dr. Bodenbach von Roche Diagnostics und Vorstand von microtec Südwest als Gastgeber der Veranstaltung.

Glossar

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) wird durch einen Mangel an Insulin hervorgerufen. Man unterscheidet zwei Typen. Bei Typ 1 (Jugenddiabetes) handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der körpereigene Immunzellen die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, zerstören. Typ 2 (Altersdiabetes) ist dagegen durch eine Insulinrestistenz (verminderte Insulinempfindlichkeit der Zielzellen) und eine verzögerte Insulinausschüttung gekennzeichnet.
  • Ein Tumor ist eine Gewebsschwellung durch abnormales Zellwachstum, die gutartig oder bösartig sein kann. Gutartige (benigne) Tumore sind örtlich begrenzt, während Zellen bösartiger (maligner) Tumore abgesiedelt werden können und in andere Gewebe eindringen können, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) verursachen.
  • Bei der minimal-invasiven Chirurgie (MIC) werden operative Eingriffe mit nur sehr geringen Einschnitten in Haut und Weichteile durchgeführt. Kleinere Verletzungen führen meist zu geringeren Schmerzen nach der Operation und zu einer rascheren Erholung. Nachteile können unter Umständen in einer geringeren Übersichtlichkeit des Operationsfeldes, einer längeren Operationszeit und einer verzögerten Zugriffsmöglichkeit bei einer Komplikation bestehen.
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