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Zeiss blickt nach schwerem Jahr wieder nach vorne

Die Weltwirtschaftskrise wirkte sich für die Carl Zeiss Gruppe im Geschäftsjahr 2008/09 (Bilanzstichtag: 30. September) vor allem auf das Industriegeschäft aus. Dagegen entwickelte sich das Geschäft in den Bereichen Medizintechnik, Mikroskopie und Markenoptik/Optronik positiv. Dies geht aus den bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart vorgelegten Zahlen hervor.

Umsatz und Ergebnis unter Vorjahresniveau

Die Carl Zeiss Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2008/09 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro, 23 Prozent unter dem des Vorjahres (2,7 Milliarden). Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes) ging durch den Nachfrageeinbruch im Industriegeschäft auf minus 67 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 343 Millionen).

Beschäftigungssicherung bis September 2010

Um den Folgen der weltweiten Rezession entgegenzusteuern, vereinbarte das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern ein „Gesamtpaket zur Bewältigung der wirtschaftlichen Situation“, das eine Beschäftigungsgarantie für die deutschen Standorte des Unternehmens bis Ende September 2010 beinhalte. Mit dem Paket senkte Carl Zeiss seine Personalkosten und spricht im Gegenzug bis 30. September 2010 keine betriebsbedingten Kündigungen aus, heißt es weiter.

Kennzahlen des Geschäftsjahres 2008/09

Das Eigenkapital lag zum Bilanzstichtag bei mehr als einer Milliarde Euro, was einer Quote von 29 Prozent entspricht (Vorjahr: 33 Prozent). Zum Bilanzstichtag verfügte das Unternehmen über Finanzmittel in Höhe von 977 Millionen Euro (Vorjahr: 950 Millionen). Die Nettoliquidität bezifferte das Unternehmen zum Abschluss der Berichtsperiode auf 478 Millionen Euro.

Carl Zeiss investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 81 Millionen Euro in Sachanlagen (Vorjahr: 118 Millionen) – insbesondere in hochmoderne Produktionsanlagen. Zudem nahm das Unternehmen Modernisierungen vor und verbesserte die Infrastruktur am Hauptsitz in Oberkochen. Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 95 Millionen Euro gegenüber (Vorjahr: 99 Millionen).

14 Prozent in FuE

Auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung hielt Carl Zeiss im Geschäftsjahr 2008/09 auf hohem Niveau. In FuE steckte das Unternehmen im abgeschlossenen Geschäftsjahr 284 Millionen Euro. Das entspricht 14 Prozent des Umsatzes (Vorjahr: 321 Millionen Euro, zwölf Prozent des Umsatzes).

Zum Bilanzstichtag arbeiteten weltweit 12.872 Mitarbeiter für Carl Zeiss (Vorjahr: 13.060), davon 8.310 an den deutschen Standorten (Vorjahr: 8.440).

In der Halbleitertechnik ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent auf 386 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 1.018 Millionen). Stabil positiv entwickelte sich der Unternehmensbereich Medizintechnik, der zum größten Teil aus der börsennotierten Carl Zeiss Meditec AG besteht. Der Bereich erzielte einen Umsatz von 706 Millionen Euro, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz des Unternehmensbereichs Mikroskopie wuchs gegenüber dem Vorjahr (339 Millionen) um acht Prozent auf 365 Millionen Euro.

Die Industrielle Messtechnik schloss das Geschäftsjahr 2008/09 mit einem Umsatz von 304 Millionen Euro ab – das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent (Vorjahr: 374 Millionen). Der Unternehmensbereich Markenoptik/Optronik entwickelte sich stabil: Der Umsatz blieb nahezu auf Vorjahresniveau (minus ein Prozent) und erreichte 304 Millionen Euro (Vorjahr: 309 Millionen).

Trendwende erwartet

Carl Zeiss wird die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise noch einige Zeit spüren, heißt es in der Mitteilung, die allerdings mit einem positiven Ausblick endet. In den ersten Wochen des laufenden Geschäftsjahres haben sich „erste positive Bewegungen gezeigt“, insbesondere in der hart getroffenen Halbleitertechnik: „Wir erleben eine starke Nachfrage der großen Chiphersteller – der wir vor allem dank unserer flexiblen Mitarbeiter – kurzfristig nachkommen können“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Dieter Kurz.

Die Märkte für Lösungen der Industriellen Messtechnik entwickeln sich noch verhalten. Die Bereiche Medizintechnik, Mikroskopie und Markenoptik/Optronik entwickeln sich weiter stabil positiv. Insgesamt geht Carl Zeiss für das Geschäftsjahr 2009/10 von einer deutlichen Trendwende und einer positiven Unternehmensentwicklung aus.

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