zum Inhalt springen
Powered by

Rückblick: BIOTECHNICA 2009 - Turning ideas into value

Die BIOTECHNICA 2009 mit dem zukunftsweisenden Motto "Turning ideas into value" fand vom 6. bis 8. Oktober 2009 in Hannover statt. Die Leitmesse der europäischen Biotech-Branche setzte mit einem Plus bei Ausstellern und Fläche positive Zeichen in der Wirtschaftskrise. "Sowohl Ausstellerbeteiligung als auch Flächenbelegung sorgten bereits vor der Veranstaltung für gute Stimmung", so Stephan Ph. Kühne, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG, Hannover. Dieser guten Stimmung ein Gesicht geben und sie mit Leben erfüllen - das konnten Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft, Multiplikatoren und weitere interessierte Besucher auf dem baden-württembergischen Gemeinschaftsstand miterleben. Hier präsentierten rund 30 Hochschulen, Unternehmen und Dienstleister auf 400 Quadratmetern einen Querschnitt der Biotech-Branche im Südwesten. Durch zahlreiche Vorträge und Podiumsdiskussionen auf einem sehr gut besuchten Forum wurde das Messe-Programm abgerundet.

Gemeinsames Frühstück in der Baden-Württemberg Lounge © BIOPRO/Bächtle

Zum Auftakt des zweiten Messetages veranstaltete die BIOPRO Baden-Württemberg erstmalig die BIOTECHNICA-Matinee, ein Treffen der Netzwerker im Lande. Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, diskutierte mit 30 geladenen Gästen über das Motto "Biotechnologie - Quo Vadis?". Und zieht ein eigenes Fazit: "Seit zwei Jahren hat sich die BIOPRO dem "Clustern" verschrieben. Innovative Ideen aus Biotechnologie und Life Sciences in neue Branchen tragen - das ist eine der vorrangigen Aufgaben der BIOPRO."

Tappeser: "Biotechnologie hilft Fragen unserer Zeit zu beantworten"

"Die Kultur der Universitäten, der Wirtschaft und der Politik muss mit der Kultur der Medien kommunizieren", forderte Klaus Tappeser, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, in seinem Grußwort zur Podiumsdiskussion mit Cluster-Experten. © BIOPRO/Bächtle

Die hohe Bedeutung der Biotechnologie für die Beantwortung aktueller Fragestellungen in Bereichen wie Energieerzeugung, Medizin oder der Entwicklung neuer Materialien betonte der Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Klaus Tappeser, am 7. Oktober in Hannover. „Baden-Württemberg ist in der Biotechnologie sehr leistungsfähig. Das liegt nicht zuletzt an der Stärke des Forschungsstandortes und der Vernetzung und Clusterbildung. Die Landesgesellschaft BIOPRO Baden-Württemberg GmbH fördert seit 2003 den Technologietransfer und bringt Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich zusammen, so entstehen Innovationen“, sagte Tappeser. "In Baden-Württemberg sind nicht nur die besten Köpfe, auch die weichen Standortfaktoren stimmen." Beim Netzwerken kommt es laut Tappeser vor allem auf die Knoten im Netz an, die das Netz zusammenhalten. Diese Rolle schrieb Tappeser der BIOPRO Baden-Württemberg und den baden-württembergischen Cluster-Initiativen zu und bescheinigte der BIOPRO Baden-Württemberg hier als Initiator eine sehr erfolgreiche Arbeit. Bei einem Messerundgang informierte sich Tappeser über die aktuellen Trends in den Lebenswissenschaften und der Biotechnologie.

Andreas Max Ernst mit BIOTECHNICA Studienpreis ausgezeichnet

Prof. Reinhard Paulsen verleiht den BIOTECHNICA Studienpreis 2009 an Andreas Max Ernst. © BIOPRO/Bächtle

Andreas Max Ernst vom Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg erhielt am 7. Oktober den BIOTECHNICA Studienpreis 2009. Der zweite und dritte Preis gingen an Janine Hofman von der Universität Jena und Ulrike Glaubitz vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam. Der vom Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e. V.) ausgeschriebene Preis ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert und wird vom weltweit führenden Biotechnologieunternehmen Roche gesponsert.

In seiner Diplomarbeit "Specific protein-lipid interactions: A molecular mechanism of lipid sorting" untersuchte Andreas Max Ernst die hohe Anreicherung einer bestimmten Lipidspezies in den so genannten COP-I-Vesikeln. Ein von Ernst entwickeltes neuartiges In-vitro-System ermöglicht es, die spezifischen Lipid-Lipid-Interaktionen in Membranen zu studieren. Ernst wird auch in der anstehenden Promotion seiner Arbeitsgruppe um Prof. Felix Wieland und Privatdozentin Britta Brügger treu bleiben, ein Auslandaufenthalt in den USA ist bereits geplant. In seiner Promotion wird es um virale Proteine gehen, mehr konnte und durfte er nicht preisgeben. Gefördert wird Ernst auch in der Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology (HBIGS).

Gemeinsam Stärke zeigen - Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand

Auch 2009 war wie schon in den Vorjahren die Zwischenbilanz der Aussteller rund um den baden-württembergischen Gemeinschaftsstand am zweiten Messetag durchaus positiv. Die Meinungen gingen von "noch etwas verhaltener Besucherandrang" über "qualitativ hochwertige Kontakte am Messestand" bis zu "hohes Interesse". Das Resümee von Michael Statnik vom BioLAGO-Messestand: "Am Stand wurden gute Gespräch geführt. Nachgefragt werden von Studierenden zum Beispiel Unternehmen im Bereich der Umweltanalytik. Wertvoll ist auf der BIOTECHNICA auch die Vernetzung der Region vor Ort. Positiv ist hier zu bewerten, dass die einzelnen Stände nicht wie auf anderen Messen thematisch angeordnet sind, sondern durch den Gemeinschaftsstand eine Clusterbildung ermöglicht wird." Bei den Messeständen der Bioregio STERN und der TTR Technologieparks Tübingen-Reutlingen wurde betont, wie wichtig es sei "Flagge zu zeigen", Firmen zu präsentieren, über Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Biotechnologie und Life Sciences zu informieren und zu netzwerken.

Das Forum des baden-württembergischen Gemeinschaftsstandes habe sich gegenüber dem Vorjahr durch informativere Präsentationen und Diskussionen wesentlich verbessert, so lautetet das Lob von Walter Pytlik von der BioregionUlm. Matthias Töws und Anja Dolderer von nadicom berichteten von einer Anfrage aus Frankreich, registrierten aber insgesamt einen eher verhaltenen Besucherandrang.
Die Firma PEPperPRINT GmbH hatte Premiere auf der BIOTECHNICA 2009. Dr. Ralf Bischoff, einer der vier Firmengründer, betonte, wie wichtig die Messe auch für die Vermarktung sei. Thematische Gespräche und Netzwerken seien für ihn gleichermaßen wertvoll. Der Turnuswechsel von der zweijährigen zu einjährigen Messe wurde von Dr. Bastian Rapp vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wegen mangelnder Neuerungen an den Firmenständen in kürzeren Zeiträumen hinterfragt. "Das Kongressprogramm der BIOTECHNICA ist durchaus unterstützend für die Messe," so Rapp. Studenten fragten nach Promotionsstellen, Firmenkontakte seien gegenüber dem Vorjahr allerdings etwas zurückgegangen. Dr. Ludwig Witter, ebenfalls vom KIT, berichtete von auf der Messe vereinbarten Terminen und misst auch dem Netzwerken eine hohe Rolle zu. Das KIT stelle die Grundlagen bereit, Industriepartner zu finden sei die Zielrichtung. Netzwerken und Partnering wurde auch von den Vertretern an den Ständen der Universität Freiburg und des BioValley als wichtige Ziele für die BIOTECHNICA genannt. Wünschenswert sei es, den Technologietransfer von der Forschung in die Industrie zum Beispiel auf dem Forum der nächsten BIOTECHNICA zu thematisieren.

SensScreen Technologies und die Attraktivität des baden-württembergischen Gemeinschaftsstandes

Biotechnica 2009, Dr. Jochen Peter, CEO SensScreen Technologies, Kathrin Waldstädt © BIOPRO/Bächtle

Der Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg mit seiner zentralen Infrastruktur und den Angeboten im Forum wird von den meisten Ausstellern als sehr postitiv bewertet. Und was könnte die Attraktivität (im eigentlichen Wortsinn) des baden-württembergischen Gemeinschaftsstandes besser belegen als der spontane Umzug von Dr. Jochen F. Peter mit seiner Firma SensScreen Technologies aus Esslingen im laufenden Messebetrieb von einem anderen Stand auf den Gemeinschaftsstand.

BIOPRO Baden-Württemberg - zum fünften Mal dabei

Die vielfältigen Aktivitäten der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH - Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftsförderung, internationale Vernetzung und Clusterentwicklung - wurden an einem eigenen Stand vorgestellt. Zahlreiche Messebesucher konnten sich über die Biotechnologie und Life Sciences am Standort informieren. Im Gegensatz zu früheren Jahren fiel auf, dass "die BIOPRO" kaum mehr erklärungsbedürftig war. Sie hat sich etabliert und wird auf der BIOTECHNICA als feste Größe wahrgenommen.


Das Rüstzeug stimmt - auf der BIOTECHNICA den Zielen näher gerückt

"Turning ideas into value" - dieses Motto der BIOTECHNICA 2009 wurde von der BIOPRO Baden-Württemberg aufgegriffen. "Mit seiner facettenreichen, besonders leistungsstarken Forschung in der Biotechnologie und den Lebenswissenschaften besitzt Baden-Württemberg eine einzigartige Trumpfkarte für die wirtschaftliche Entwicklung der Life Sciences im Land", beschreibt Dr. Ralf Kindervater die Potenziale Baden-Württembergs.

Zahlreiche Besucher verfolgten spannende Vorträge und Diskussionen auf dem Forum des Gemeinschaftsstandes. © BIOPRO/Bächtle

"Ausgerüstet mit dem gesamten Portfolio des Wissens aus der aktuellen Life-Science-Forschung gehen wir in die Industrie - und dabei auch bewusst in "fremde" Branchen. Auf der BIOTECHNICA 2009 stellen wir gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern, Bioregionen und Firmen unsere Potenziale vor und vernetzen Partner aus Forschung und Industrie, damit die Umsetzung in technologische Produkte und Dienstleistungen zum Nutzen von uns allen vorangetrieben werden kann. Zahlreiche Kontakte, ein sehr gut besuchtes Forum und die Unterstützung unserer Allianz der BIOTECHNICA-Fahrer aus Baden-Württemberg helfen uns, diese Ziele zu erreichen", so lautet das Fazit von Dr. Ralf Kindervater zur BIOTECHNICA 2009.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/biotechnica-2009-turning-ideas-into-value