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Biotechnologie unterwegs!

Am Dienstag, den 21. Juli startete die Biotechnologie-Roadshow 2009 in Stuttgart. Schülerinnen und Schüler isolierten DNA aus Erbsen, bestimmten die Anzahl der Keime in der Luft und informierten sich über aktuelle Forschungsprojekte aus dem Land. Truck und Ausstellung zogen von dort weiter nach Laupheim, Pforzheim und Karlsruhe. Über 2.000 Passanten nutzten ebenfalls die Gelegenheit, mit den fachkundigen Wissenschaftlern der BIOPRO und des BIOTechnikums über Chancen und Risiken der modernen Biotechnologie zu diskutieren.

Vom 21. bis 31. Juli tourte das BIOTechnikum des BMBF gemeinsam mit der Ausstellung "Biotech-Forschung in Baden-Württemberg - Im Dienst des Menschen" der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH durch Baden-Württemberg.

Interessierte Besucher konnten im BIOTechnikum praktisch und theoretisch entdecken, wie ein Medikament entsteht, warum Biotechnologie in Stonewashed-Jeans steckt oder welche beruflichen Möglichkeiten die Branche bietet. Oder auch: Welche neuen Ansätze gibt es in der Alzheimer-Forschung? Wie kann man biotechnologisch entrosten, ohne ätzende Chemikalien? Kann man das Immunsystem zur Krebsbekämpfung nutzen? Diese Themen werden von Universitäten und Unternehmen in Baden-Württemberg derzeit beforscht. Ziel ist, Antworten zu finden und damit Anwendungen in den nächsten zehn Jahren verfügbar zu machen.

"Die moderne Biotechnologie zeigt neue Ansätze für die medinzinsche Forschung oder den Umweltschutz auf. Mit unserer Ausstellung wollen wir die Menschen für innovative Anwendungen sensiblisieren und dazu beitragen, ihnen eine Auseinandersetzung mit diesen Themen zu ermöglichen. Nur der informierte Bürger kann die Chancen und Risiken selbst abwägen, die mit der Nutzung dieser Techologie verbunden sind", erklärt Dr. Barbara Jonischkeit von der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH. "In Stuttgart, Laupheim, Pforzheim und Karlsruhe haben wir viele interessante Gespräche geführt und Bürgern aktuelle Forschungsthemen erläutert."

Insgesamt war die Biotechnologie-Roadshow, die über einen Zeitraum von zwei Wochen viele Menschen informieren und begeistern konnte, ein voller Erfolg.

Die Gewinner stehen fest

Auch das Gewinnspiel erfreute sich großer Beliebtheit. Zahlreiche Besucher beantworteten die 5 Fragen rund um die Biotechnologie, deren Lösungen in der Ausstellung zu finden waren. Aus den Teilnehmern einer jeden Station wurde nach der Roadshow jeweils ein Gewinner gezogen, der sich über Eintrittskarten in die Wilhelma bzw. den Karlsruher Zoo freuen darf. Die Gewinner kommen aus Stuttgart, Battringen, Pforzheim und Karlsruhe. Sie werden in Kürze per Post benachrichtigt.

Impressionen von den Stationen

Das Innenleben der Erbse

Am 21. Juli 2009 besuchte die 12. Klasse des Johannes-Kepler-Gymnasiums das BIOTechnikum. DNA-Isolation aus getrockneten Erbsen stand auf dem Programm. Eingesetzt wurden dazu ganz einfach zugängliche Haushalts-Chemikalien. Nach dem Praktikum informierten sich die Schüler in der Ausstellung über aktuelle Forschungsprojekte aus dem Land.


Unsichtbare Luftfracht

Um das BIOTechnikum herum traf man am Vormittag des 22. Juli 2009 auf Schülergruppen mit Geräten, die einem Staubsauger ähnelten. Tatsächlich saugten diese die Stuttgarter Luft ein. Es handelt sich um Geräte, die zur Luftkontrolle eingesetzt werden - auch von den Astronauten der internationalen Raumstation ISS. Die angesaugte Luft trifft dabei auf eine Nährbodenplatte. Den in der Luft vorhandenen Keimen bietet diese Platte optimale Wachstumsbedingungen. Über Nacht wächst aus jedem einzelnen Keim eine ganze Kolonie heran und ist mit bloßem Auge sichtbar. Die Schüler des Königin-Katherinen-Stifts werden die Kolonien auf den Platten morgen in der Schule auszählen. Angesaugt wurde die Luft aus Mülleimern, einem Blumenbeet oder einer Toilette.


Besucherrekord in Laupheim

In Laupheim besuchten über 1.000 Interessierte die Biotechnologie-Roadshow. Diese war zu Gast bei der Firma Rentschler Biotechnologie. Drei Schulklassen erhielten auch hier die Gelegenheit, selbst Hand anzulegen und mit Pipette und Petrischale im rollenden Labor zu experimentieren. Geladene Gäste, ortsansässige Unternehmer und Politiker sowie die Rentschler-Belegschaft mit ihren Familien ließen sich durch die Ausstellung und das BIOTechnikum führen und zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der modernen Biotechnologie.


Im Zentrum der Goldstadt Pforzheim ist auch Hochtechnologie von Interesse

Vom 27. bis 28. Juli machte die Biotechnologie-Roadshow in Pforzheim neben dem Rathaus Station. Für das DNA-Praktikum am Montag hatte sich Karl-Heinz Renner, der Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums, sehr frühzeitig angemeldet. So konnte das BIOPRO-Team eine große Schülergruppe der 12. Jahrgangsstufe mit ihren Lehrerinnen begrüßen. Die SchülerInnen waren begeistert von den Themen der Ausstellung und absolvierten den praktischen Teil sehr engagiert. Viel Spaß hatte auch die 11. Klasse der Johanna-Wittum-Schule am Grundpraktikum „Bio meets Technik“, denn sie konnte sich zusammen mit ihrer Lehrerin Carmen Farr auf die Suche nach Mikroorganismen in unterschiedlichen Ecken der Pforzheimer Fußgängerzone machen. 


Die Biotechnologie in der Käseproduktion

Vom 29. bis 31. Juli schmückten das Ausstellungs-Zelt der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH und das BIOTechnikum des BMBF den belebten Karlsruher Marktplatz. Einen Höhepunkt des ersten Veranstaltungstages stellte der Besuch des Ersten Bürgermeisters von Karlsruhe, Harald Denecken, dar. Interessiert ließ er sich die Themen der Ausstellung von Dr. Barbara Jonischkeit (BIOPRO) erläutern und nahm anschließend noch Einblick ins BIOTechnikum, zu dem er umfangreiche Informationen von Dr. Niklas Nold (BIOTechnikum) erhielt.

Entsprechend der vorangegangenen Resonanz in den Städten Stuttgart, Laupheim und Pforzheim zeigten Besucher der Ausstellung und des BIOTechnikums in Karlsruhe reges Interesse an den Möglichkeiten der modernen Biotechnologie. Viele Besucher ließen sich Themengebiete näher erläutern, oft mit dem Hinweis "Das ist sehr interessant, mein Sohn studiert etwas ähnliches".

Gelungen waren auch in dieser Stadt die Schülerpraktika, die trotz Beginn der Sommerferien sehr gut besucht wurden. Es handelte sich um Schüler unterschiedlicher Schulen, die sich zum Großteil über die Schülerakademie Karlsruhe angemeldet hatten. Beteiligt waren unter anderem Schüler der Karlsruher Schulen Bismarck-Gymnasium, Helmholtz Gymnasium und Carl-Engler-Schule sowie des Eichendorf Gymnasiums (Ettlingen) und der Anne-Frank-Schule (Rastatt). Vertreten war auch die Freie Waldorfschule Karlsruhe mit Schülern sowie zwei interessierten LehrerInnen. Die Praktikumsteilnehmer konnten am ersten Tag DNA aus Erbsen isolieren und am zweiten Tag praktisch erfahren, was Biotechnologie mit der Käseherstellung zu tun hat. Die Fällung eines Proteinanteils der Milch (Casein) wurde mit Hilfe unterschiedlicher Enzyme bei Raumtemperatur und 37°C gezeigt. Früher gewonnen aus Kälbermägen, können diese Labenzyme heutzutage dank der Biotechnologie gentechnisch mithilfe von Bakterien oder Pilzen produziert werden.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/biotechnologie-unterwegs