zum Inhalt springen
Powered by

Biotechnologischer Assistent - ein Beruf mit Zukunft

Biotechnologische Assistenten sind begehrte Fachkräfte, die in Kliniken, Laboren und Industriebetrieben attraktive Arbeitsplätze finden. Das Berufskolleg des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerks in Fellbach bildet seit 2007 in diesem zukunftssicheren Beruf aus.

Lehrerin Dr. Dorren Möcker und Schulleiter Frank Hoppe © ap/BIOPRO

Das Deutsche Erwachsenen-Bildungswerk e. V. (DEB) ist eine gemeinnützige Einrichtung der Erwachsenenbildung. An über 50 Standorten in Deutschland bietet die DEB-Gruppe Erstausbildungen, Umschulungen sowie weiterführende Ausbildungen an Fachschulen, Berufsfachschulen und höheren Berufsfachschulen an. Das private Berufskolleg in Fellbach ist einer der Standorte des DEB. Seit 2007 wird dort die Ausbildung für biotechnologische Assistenten angeboten.

Die Ausbildung zum biotechnologischen Assistenten ist eine Ausbildung mit Zukunft. Die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten der Biotechnologie in Medizin, Ernährung, Industrie und Umweltschutz macht sie zu einer der Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts. Als staatlich geprüfter biotechnologischer Assistent (BioTA) kann man unter anderem in der pharmazeutischen, chemischen und kosmetischen Industrie sowie an Universitäten und Hochschulen oder Kliniken zum Einsatz kommen. Der Arbeitsplatz liegt vorwiegend im Labor und setzt ein Interesse für Naturwissenschaften voraus.

Hohe Anforderungen

50% der Ausbildung findet im Labor statt. © Hoppe

Das private Berufskolleg in Fellbach unter der Leitung von Frank Hoppe bildet in zwei Jahren zum BioTA aus. Voraussetzung für die Ausbildung sind ein Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss sowie eine gesundheitliche Eignung für den Beruf. „Unsere Zielgruppe sind neben den Realschülern auch Abiturienten, die sich eine Alternative zum Studium überlegen“, sagt Frank Hoppe. Das Schulgeld beträgt 250 Euro im Monat. „Wir können bis zu 30 Schüler pro Jahrgang aufnehmen, bislang arbeiten wir aber mit kleineren Klassen“, sagt der Schulleiter. „Die anspruchsvolle Ausbildung stellt hohe Anforderungen an die Schüler“, erklärt Dr. Doreen Möcker, Biochemikerin und langjährige Lehrerin am Berufskolleg. „Durch das kleine Kollegium und die übersichtliche Schülerzahl haben wir jedoch direkten Kontakt zu den Schülern und können uns so tatsächlich um Einzelne kümmern, falls es Probleme gibt“, so Doreen Möcker. Das Kollegium für die Ausbildung der BioTAs setzt sich aus drei Biologen, zwei Chemikern, einer PTA und drei Lehrkräften für die allgemeinen Fächer zusammen.

Die Ausbildung beinhaltet neben den allgemeinen Fächern Englisch, Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde eine fachspezifische Ausbildung in Mathematik, Fachenglisch, Chemie, Physik und natürlich zahlreichen Spezialfächern der Biologie. Dazu kommen ein biologisches, mikrobiologisches, chemisches und biotechnologisches Praktikum. „Knapp 50 Prozent unserer Ausbildung findet in den Laboren statt“, so der Schulleiter. Dazu gehört auch ein Praktikum zur allgemeinen Labormethodik. „Hier lernen die Schüler unter anderem, wie man Gele gießt“, so Möcker.

Gute Ausbildung dank Kooperation

Mikroskopieren ist Teil des Biologiepraktikums © ap/BIOPRO

Zudem müssen die Schüler eine Projektarbeit absolvieren. „Hier bearbeiten die Schüler eigenständig ein selbst gewähltes Thema“, sagt Möcker. In dem entsprechenden Halbjahr haben die Schüler pro Woche zwei Stunden Zeit, um ihr Projekt umzusetzen; dazu gehört neben den Experimenten auch die Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse. Und auch dies ist Teil der Ausbildung. Denn Dokumentation und Auswertung machen einen großen Anteil im anschließenden Berufsleben aus. In Computerräumen werden die Schüler in Informationstechnologie unterrichtet und erlernen so die Grundlagen der Auswertung mit entsprechender Software.

In den Schulferien absolvieren die Schüler ein externes Betriebspraktikum in der Industrie oder an wissenschaftlichen Instituten. „Bei der Auswahl und Suche der Praktikumsorte unterstützen wir die Schüler“, sagt Hoppe.
„Im Unterschied zu den biologisch-technischen Assistenten (BTA) befassen sich die BioTAs nicht mit der Haltung von Versuchstieren“, erklärt Doreen Möcker. „Der Fokus liegt ganz klar auf den Mikroorganismen und den Zellen.“ Um besonders in diesem Bereich den Schülern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, kooperiert das Berufskolleg mit der Hochschule Esslingen. Besonders in der Fermentationstechnik arbeitet das Berufskolleg mit der Hochschule zusammen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/biotechnologischer-assistent-ein-beruf-mit-zukunft