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Gastbeitrag

Erfahrungsbericht aus Nanjing

Simon Felz nahm an einem Stipendien-Programm vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg teil. Von Oktober 2011 bis März 2012 schrieb er seine Studienarbeit an der Universität Nanjing. Hier berichtet er von seinem Auslandsaufenthalt.

Die Arbeitsgruppe an der Universität Nanjing. © Simon Felz

"Im Rahmen des Stipendien-Programms vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg war ich für sechs Monate am Institut für Biotechnologie und Pharmatechnik der Technischen Universität Nanjing tätig. In diesem Institut habe im Labor von Professor Jiang am Projekt zur industriellen Herstellung von Bernsteinsäure aus Biomasse mitgearbeitet. Im Rahmen dieses Projektes habe ich meine Studienarbeit erstellt.

Vor meinem Aufenthalt in China habe ich einen semesterbegleitenden Sprachkurs absolviert und mich mit Hilfe eines Reiseführers über China informiert. Ich war sehr gespannt, wie sich das Leben und Arbeiten in einer völlig fremden Kultur gestalten würde. Zu Beginn meines Aufenthalts studierten keine anderen westlichen Studenten an der Universität. Die Situation war für mich am Anfang etwas ungewohnt. Doch die meisten Chinesen waren sehr hilfsbereit und freundlich, sodass ich mich rasch an die neue Umgebung gewöhnte. Die Sprache stellt natürlich eine gewisse Schwierigkeit dar, aber es genügt auch, wenn man nur Englisch spricht. Allerdings sind außerhalb der Universität Chinesisch-Kenntnisse sehr hilfreich.

Im Labor herrschte eine sehr freundliche Atmosphäre, man arbeitet nicht nur zusammen, sondern war auch außerhalb des Labors gemeinsam aktiv, wie z.B. mit Basketball- und Tischtennisspielen oder gemeinsamen Abendessen. Die Arbeitsabläufe im Labor sowie die teilweise langen Arbeitszeiten sind erst einmal ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Manche Beschreibungen der Geräte im Labor sind auch nur in Chinesisch. Das ist aber kein Problem, da man hier gut unterstützt wird.

Die Universität liegt außerhalb der Stadt, die Innenstadt ist aber mit Bus und U-Bahn in einer dreiviertel Stunde gut zu erreichen. Der Bau einer neuen U-Bahn-Station in der Nähe der Universität wird die Situation deutlich verbessern. Durch die gute Anbindung mit Schnellzügen ist es von Nanjing auch leicht möglich einen Wochenendausflug in eine der umliegenden Städte wie Shanghai, Hangzhou oder Suzhou zu unternehmen, welche sehr sehenswert sind.

In Nanjing gibt es nicht so viele ausländische Studenten wie z.B. in Shanghai. Allerdings ist es nicht schwer, andere ausländische Studenten zu treffen und mit ihnen etwas zu unternehmen. Durch meinen Aufenthalt an der Universität sowie durch Besichtigungen anderer Städte und insbesondere durch das Frühlingsfest habe ich sehr interessante Einblicke in die chinesische Kultur erhalten und kann einen Aufenthalt in China daher nur empfehlen. Wenn man als aufgeschlossener Mensch nach Nanjing geht und keine Probleme hat, sich auf andere Gewohnheiten einzustellen, wird man hier eine schöne Zeit haben."

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/erfahrungsbericht-aus-nanjing-1