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Gastbeitrag

Erfahrungsbericht: Chinese Academy of Science in Shanghai

Durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hatte Judit Maur die Möglichkeit, drei Monate in einer Arbeitsgruppe der Chinese Academy of Science in Shanghai zu verbringen. In diesem Zeitraum beschäftigte sie sich mit der Synthese eines neuen Stoffwechselweges zur Produktion von Mandelsäure.

Der Arbeitsplatz von Judit Maur an der Chinese Academy of Science in Shanghai © Judit Maur

"Am Institut angekommen, wurde ich sehr freundlich in Empfang genommen. Obwohl das Labor und auch die Büros ganz anders waren, als ich es bis dahin gewohnt war, habe ich mich recht schnell zurechtgefunden. Die Ausstattung war im Vergleich zu deutschen Standards manchmal etwas schlechter. Bei den wesentlichen Geräten wurde aber auf moderne und hochwertige Qualität geachtet (PCR-Cycler, Pipetten, etc.). Wenn ich Fragen hatte, konnte ich mich an alle wenden - mir wurde immer sofort geholfen. Auch wenn die Sprachbarriere oft recht groß war, haben sich meine chinesischen Kollegen sehr angestrengt, auf meine Fragen einzugehen.

Bei meiner Ankunft konnte ich kein Chinesisch, was die Kommunikation oft erschwert hat. Zum Glück erklärte sich meine Laborpartnerin bereit, mir auch bei privaten Angelegenheiten zu helfen. So konnte ich mit ihrer Hilfe mit dem Hauspersonal im Studentenwohnheim kommunizieren oder eine Dauerkarte für die U-Bahn organisieren. Sicherlich wäre es wesentlich einfacher gewesen, wenn ich bereits etwas Chinesisch gekonnt hätte. Allerdings ist Shanghai für Ausländer ohne Sprachkenntnisse noch recht leicht zu meistern, da beispielsweise alle Straßenschilder auf Englisch sind und auch die U-Bahn zweisprachig ausgeschildert ist.

Das Arbeitsklima unter den Studenten und Doktoranden war sehr angenehm. Öfter wurde etwas zusammen unternommen, z.B. gemeinsam im Restaurant essen, Karaoke singen oder ins Kino gehen. An die Arbeitszeiten der Kollegen musste ich mich etwas gewöhnen. Die meisten verbrachten sehr viel Zeit im Büro und im Labor. Ich habe mich aber stets an den europäischen Arbeitszeiten orientiert, was von den Laborleitern auch akzeptiert wurde. Am Anfang war ich etwas verunsichert, ob ich im Vergleich zu wenig arbeite (die meisten Kollegen blieben bis spät in die Nacht am Arbeitsplatz). Bei den wöchentlichen Meetings konnte ich aber feststellen, dass ich durch gezielte Arbeitsorganisation den Unterschied wett machen konnte. 

Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit in Shanghai, was nicht zuletzt auch dem Gesamtbild dieser Stadt zu verdanken ist. Shanghai ist gigantisch groß und vielseitig. Ich habe jedes Wochenende etwas anderes unternommen und mich niemals gelangweilt. Gerade hier trifft man auf viele andere Ausländer, mit denen man sich austauschen kann. Neben unzähligen Kneipen, Bars und Restaurants bietet sich eine Fülle von Museen und Parks, die man besuchen kann. Dort kann man die chinesische Kultur besonders intensiv erleben. China ist definitiv ganz „anders“. Nicht nur sehen die Städte ganz anders aus, und ab Mitte Juni beginnt man dauerhaft zu schwitzen. Auch die Kultur unterscheidet sich enorm von der unseren. Wer aber aufgeschlossen ist und Spaß daran hat, neue Menschen kennenzulernen, wird sich gut zurechtfinden. Ich kann die Teilnahme an dem Programm nur empfehlen. An mein China-Abenteuer werde ich mich bestimmt noch lange zurückerinnern."

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/erfahrungsbericht-chinese-academy-of-science-in-shanghai