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Gastbeitrag

Erfahrungsbericht: Forschungsaufenthalt in Tianjin, China

Als Stipendiat des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erhielt Jonas Nikoloff als Student der (Angewandten) Biologie des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die wertvolle Gelegenheit zu einem sechsmonatigen Forschungsaufenthalt (November 2014 bis April 2015) in Tianjin am Tianjin Institute of Industrial Biotechnology der Chinese Academy of Science.

Als erster deutscher Austauschstudent und damit Pionier zur Etablierung deutsch-chinesischer Beziehungen mit dem Tianjin Institute of Industrial Biotechnology (TIB) der Chinese Academy of Science arbeitete ich in der Arbeitsgruppe von Dr. Dawei Zhang im Key Laboratory of Systems Microbial Biotechnology. Im Rahmen des Forschungsprogramms im Bereich Metabolic Engineering beschäftigte ich mich mit Bacillus subtilis und der Entwicklung und Optimierung von Expressionssystemen.

Am TIB war ich Mitglied eines aufgeschlossenen, äußerst freundlichen und zuvorkommenden Teams aus Studenten und Doktoranden. Bei Fragen und Problemen, die sich für einen ausländischen Studenten zwangsläufig ergeben, konnte ich mich stets auf die vollkommene und umfangreiche Unterstützung meiner Kollegen und heutigen Freunde verlassen. Egal ob Wohnungssuche, Visumsantrag, Meldebescheinigungen oder chinesische Telefonate; ich kann mit bestem Gewissen behaupten, niemals im Stich gelassen worden zu sein: Kollegialität und Teambereitschaft, aus denen sich tiefe Freundschaften entwickelten!

Eine Gruppe Leute sitzt und steht für ein Gruppenbild hinter einem Konferenztisch.
Jonas Nikoloff mit seinen Kollegen und dem Laborleiter im komfortablen Konferenzraum. © Jonas Nikoloff

Eine rasant wachsende Wirtschaftszone

Li Zhong Cai, ein sehr guter Freund und Kollege aus Tianjin und meinem Gastlabor, und Jonas Nikoloff bei 'Hot-Pot' (eine Art chinesischem Fondue, allerdings sehr viel besser als ein in Deutschland übliches Fleisch-Fondue). Die tiefe Freundschaft ist geprägt durch viele Gemeinsamkeiten, absolutes Vertrauen und viele gemeinsame Erlebnisse.

Tianjin, aufkommende Hochwirtschaftszone und 120 Kilometer südöstlich von Beijing gelegen, ist mittlerweile als westliches Ende eines innerhalb der nächsten 15 Jahre noch wachsenden Wirtschaftsgürtels konzeptioniert. Mit direktem Anschluss an den Golf von Bohai und dem Ost-chinesischen Meer stellt Tianjin eine hochdynamische und rasant-wachsende Wirtschaftszone in unmittelbarer Umgebung Beijings dar.

Als deutscher Stipendiat in der Volksrepublik China bekam ich die Möglichkeit, ein Land kennenzulernen, dessen öffentliches Leben, Charme, Dynamik und Potenzial für westliche Länder nur begrenzt ersichtlich ist. China bietet eine Vielzahl Sehenswürdigkeiten und Orte, die das Bild der Volksrepublik mehr zu prägen scheinen als das tägliche Leben. Ein persönliches Ziel meines Aufenthaltes war es, das heutige, alltägliche China und das öffentliche Leben kennenzulernen und zu verstehen. Dabei birgt die Geschichte Chinas Jahrtausende kultureller Entwicklung, deren Einfluss und Spuren durch Ausstellungen und Erzählungen erkennbar sind, aber dennoch allmählich verwischen. Ausdehnung und Vielfalt dieser Nation gewähren zudem nur sporadisch Einblicke.

Wertvolle Einblicke in das heutige China

Jonas Nikoloff genießt mit Freunden und Kollegen die Tianjin-Wetlands, ein (teilweise künstlich angelegtes) Naturschutzgebiet und Naherholungsort für Großstädter, das bei der Bevölkerung von Tianjin sehr beliebt ist. © Jonas Nikoloff

Der unermüdliche Austausch mit Freunden und Kollegen erlaubte mir, wertvolle und tiefgreifende Einblicke und damit ein grobes Verständnis des heutigen Chinas zu erlangen.

China ist eine faszinierend Nation - an Größe, Umfang, Vielfältigkeit kaum zu übertreffen!  In China erlebt man sowohl als Tourist als auch im Arbeitsalltag Situationen und Momente, die einem ein Schmunzeln abringen und auch Fragen aufwerfen.

Auf meinen sechsmonatigen Aufenthalt in China schaue ich mit schönen Erinnerungen zurück – besonders die Aufgeschlossenheit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen wird mir in starker Erinnerung bleiben. Ich bin froh und dankbar für die Chance, die Zeit, Erlebnisse, Erfahrungen, tiefen Freundschaften und die Menschen, die ich während meines Aufenthaltes in China kennenlernen durfte.

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