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Gastbeitrag

Erfahrungsbericht von Katrin Brzonkalik aus Nanjing

Das Stipendienprogramm des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ermöglichte Katrin Brzonkalik einen sechs-monatigen Postdoc-Aufenthalt an der Nanjing University of Technology am Institut für Biotechnologie und Pharmatechnik in der Arbeitsgruppe von Prof. Huang. Während dieser sechs Monate arbeitete sie an der biotechnologischen Produktion von Äpfelsäure mit dem Schimmelpitz „Aspergillus oryzae“.

Geburtstag von Katrin Brzonkalik © Katrin Brzonkalik

Obwohl ich keinerlei Vorkenntnisse in der chinesischen Sprache hatte, bin ich auf dem Campus gut mit Englisch zu Recht gekommen. Außerhalb der Universität war ich allerdings auf die Hilfe der Studenten angewiesen, die mich aber in jeder Hinsicht toll unterstützt haben. Dennoch habe ich während meines Aufenthaltes begonnen, chinesisch zu lernen und konnte mich zum Schluss einigermaßen verständigen. Generell freuen sich die Menschen sehr, wenn man sich bemüht chinesisch zu sprechen. Oft funktioniert die Kommunikation mit einem Mix aus chinesisch, englisch und Händen und Füßen. Trotzdem wäre ein Sprachkurs im Vorhinein sehr nützlich gewesen.

Von den Studenten im Labor bin ich toll aufgenommen und integriert worden. Ich bin in jeder Hinsicht, ob personell als auch finanziell, zu 100% unterstützt worden. Die Ausstattung des Labors war sehr gut. China ist in den letzten 20 Jahren enorm schnell wirtschaftlich gewachsen und somit in der Moderne angekommen. Trotzdem kann man sowohl im alltäglichen Leben, wie auch im akademischen Bereich den Preis der Schnelligkeit sehen: Oft ist es ein Spagat zwischen Vergangenheit und Moderne; während in den Laboren die neusten Methoden angewendet und mit modernen Geräten gearbeitet wird, werden beispielsweise sämtliche Glaswaren mit der Hand gespült, eine Spülmaschine ist nicht vorhanden.

Leuten mit Doktortitel wird sehr großen Respekt in China entgegengebracht. Deshalb wurde ich zunächst von den Studenten als Lehrer und nicht als Mitstudent angesehen und sie waren mir gegenüber eher schüchtern. Das legte sich aber schnell und wir haben oft zusammen gekocht oder sind essen gegangen. Eine Studentin, Qianqian Tian, wurde mir speziell zur Seite gestellt, um mir mit der Sprache zu helfen, wir sind aber schnell gute Freundinnen geworden. Chinesen sind generell neugierig, was andere Kulturen betrifft und Qianqian hat mich regelrecht gelöchert mit all ihren Fragen über Deutschland.

China ist in vielen Dingen anders als Deutschland. Wenn man ein halbes Jahr dort leben möchte, muss man sich dessen bewusst sein und sich darauf einlassen. Als aufgeschlossener Mensch kann man auf jeden Fall eine tolle Zeit dort verbringen. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. China hat viele Facetten und eine unglaublich kulturelle Vielfalt. Das Essen ist fantastisch und immer wieder anders. Es gab genug Gelegenheiten in verschiedene Städte zu reisen oder sich die vielen Tempel, Pagoden, Parks oder Museen in Nanjing anzusehen. Meine Zeit in China hat mir sehr gefallen und meinen Horizont definitiv erweitert. Ich kann die Teilnahme an dem Programm jedem nur empfehlen.

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