zum Inhalt springen
Powered by

Günter Germann – Mediziner mit Leib und Seele

Professor Dr. Günter Germann ist Plastischer Chirurg und Handchirurg von Weltruf. Er hat der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen zu höchstem internationalen Ansehen verholfen. Jetzt hat er mit dem Ethianum in Heidelberg eine Klinik für Plastische, Ästhetische und Präventive Medizin nach seinem eigenen Konzept gegründet, in dem technische Innovationen, medizinische Behandlung und wissenschaftliche Kompetenz auf höchstem Niveau mit einer Klinikkultur, die sich am Wohlbefinden des Patienten orientiert, verbunden sind.

Prof. Dr. Günter Germann © DGPRÄC

Am 23. September 2010 erfüllte sich für Professor Dr. Günter Germann nach seinen eigenen Worten eine Vision, auf die er lange hingearbeitet hatte. In Anwesenheit hochrangiger Persönlichkeiten, darunter Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech und Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, wurde an diesem Tage das Ethianum in Heidelberg feierlich eröffnet (BIOPRO berichtete). Eine nach seinem innovativen Konzept errichtete neue Klinik, in der medizinische Forschung und Behandlung auf internationalem Spitzenniveau mit einer kompromisslos an den Bedürfnissen des Patienten ausgerichteten Klinikkultur zusammengeführt werden. Professor Germann ist der Fachwelt seit langem bekannt, vor allem als einer der besten Plastischen Chirurgen und Handchirurgen weltweit; jetzt beschritt er mit der Gründung einer Klinik für Plastische, Ästhetische und Präventive Medizin neue, zukunftsweisende Wege.

Die menschliche Hand, ein anatomisches Wunder

Germann beschreibt sich selber als Mediziner mit Leib und Seele. Seit über dreißig Jahren arbeitet er als Plastischer Chirurg, seit mehr als 25 Jahren hat er Erfahrung in der Handchirurgie, die seinen internationalen Ruf als ein außergewöhnlicher Mikrochirurg weltweit festigte.

Penfields „Homunculus“ (Erklärung siehe Text). © Penfield & Rasmussen 1950

Die menschliche Hand ist in einer Weise von kleinen Muskeln und Nerven durchzogen wie kein anderes Organ. Deswegen gibt es wahrscheinlich keinen Bereich der Chirurgie, der mehr Kunstfertigkeit erfordert als die Handchirurgie. Zur Illustration sei hier noch einmal ein berühmtes, inzwischen 60 Jahre altes „Homunculus-Schema" des großen kanadischen Neurologen Wilder Penfield gezeigt (Penfield  W & Rasmussen T: The Cerebral Cortex of Man: A Clinical Study of Localization of Function. Macmillan, New York, 1950). Darin ist das Ausmaß der Versorgung der Körperteile mit sensorischen Nerven (linke Bildhälfte) und Muskeln (bzw. Motoneuronen; rechte Bildhälfte) auf die Fläche der menschlichen Großhirnrinde projiziert. Man erkennt, dass das Gesicht stark hervorgehoben ist - besonders die Teile, die mit Bewegungen des Sprechens und der Nahrungsaufnahme zu tun haben, wie Lippen, Kiefer und Zunge. Was aber am meisten ins Auge springt, ist auf beiden Karten das gewaltige Übergewicht der Hand.

Stationen eines Lebens für die Medizin

Günter Germann studierte Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er 1979 promovierte. Als Medizinalassistent arbeitete er in den 1970er Jahren an der Universitätsklinik Heidelberg und später als Assistent im Zentrum für Chirurgie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, und zwar in den Abteilungen für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Unfall- und Handchirurgie und Urologie.

Nach einem Auslandsjahr am Department for Plastic & Reconstructive Surgery der Southern Illinois University in Springfield, IL, und zwei weiteren Jahren am Universitätsklinikum Frankfurt wurde er Facharzt für Chirurgie. Anschließend arbeitete Germann vier Jahre als Oberarzt an der Klinik für Plastische- und Wiederherstellungschirurgie im Handchirurgie-Schwerverbranntenzentrum am Klinikum Köln-Merheim. Dort wurde er 1989 geschäftsführender Oberarzt. 1991 wechselte er als leitender Oberarzt in die Klinik für Plastische Chirurgie der BG-Universitätsklinik ‘Bergmannsheil’ Bochum.

Von 1993 bis Januar 2010 leitete Germann als Chefarzt die Klinik für Handchirurgie, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen, die größte Einheit dieser Art in ganz Deutschland eine der größten in Europa. Zur Klinik gehört auch eines der größten Schwerbrandverletztenzentren, das jährlich mehr als 200 Patienten mit schweren Brandverletzungen nicht nur aus Südwestdeutschland, sondern auch aus dem benachbarten Elsass und Lothringen versorgt, die über den an der Klinik stationierten Rettungshubschrauber eingeliefert werden. Unter Germanns Leitung erlangte die Klinik Weltruf.

Seit 1999 vertritt Prof. Germann als Mitglied der Fakultät das Fach Plastische Chirurgie und Handchirurgie an der Universität Heidelberg. Germann hält Vorlesungen zur Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie, zur Verbrennungs- und Handchirurgie. Er begleitet Medizinstudenten mit Wahlfach Plastische Chirurgie im Praktischen Jahr und in dem an die Harvard Medical School angelehnten Ausbildungskonzept HeiCuMed (Heidelberger Curriculum Medicinale) der Medizinischen Fakultät Heidelberg.

Bis April 2010 war Germann Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC); außerdem ist er im Vorstand und im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie tätig. Für sein wissenschaftliches Werk wurde er 2001 mit dem McCormack Preis der University of Rochester, NY, ausgezeichnet.

Das Ethianum

Für den Aufbau des Ethianums hatte Germann den SAP-Mitgründer Dietmar Hopp als Kapitalgeber gewonnen, der 40 Millionen Euro in die neue Klinik mitten in Heidelberg, einem der besten medizinischen Standorte Deutschlands, investierte. Mit dieser Unternehmung wollte Germann vertraute Pfade verlassen, wie er selbst betont. Die Klinik für Plastische, Ästhetische und Präventive Medizin ist durch technische Innovationen, medizinische Behandlung und wissenschaftliche Kompetenz auf höchstem Niveau gekennzeichnet. Vor allem aber steht der Mensch im Mittelpunkt, der „fachlich als Patient, im Umgang jedoch als Klient“ angesehen wird. „Wir übernehmen ein Gesundheitsmandat und haben wahrhaftes, menschliches Interesse am Wohlergehen und Wohlbefinden unserer Klienten“, sagt der Klinikgründer. „Wir wollen eine Klinik, in der sich jeder unserer Ärzte und Mitarbeiter ohne Zögern selbst behandeln lassen würde.“

Das Ethianum in Heidelberg © Ethianum

Die Wahl des Standorts erleichtert die Kooperation mit angesehenen Forschungsinstitutionen vor Ort, darunter der Inneren Medizin, der Diabetesforschung, dem Hauttumorzentrum und der Gynäkologie der Universität Heidelberg, sowie dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen. Auch international pflegt das Ethianum enge Zusammenarbeit und lebhaften Austausch von wissenschaftlichem und klinischem Wissen, zum Beispiel mit der Duke University in Durham, NC, mit der Mayo Clinic in Rochester, MN, und der Southern Illinois University School of Medicine in Springfield, IL.

Seinen eigenen Forschungsschwerpunkt im Ethianum legt Germann auf die Stammzellenforschung, von deren Erkenntnissen - davon ist er überzeugt - schon bald die Plastische Chirurgie und ihre Klienten profitieren werden. 

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/guenter-germann-mediziner-mit-leib-und-seele