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Influenza 2011 - neue Grippewelle in Sicht?

Die Influenzapandemie A/H1N1 wurde am 10. August 2010 für beendet erklärt. Aktuell werden in Deutschland jedoch schon wieder einzelne Erkrankungsfälle und auch bereits Todesfälle gemeldet. Mit dem Ende der ersten Pandemie ist das Virus nicht verschwunden, es wird auch weiterhin zirkulieren und Infektionen hervorrufen. Das Robert-Koch-Institut ruft zur Impfung auf. Nach der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält der saisonale Influenza-Impfstoff für diese Saison auch eine Komponente des Schweinegrippevirus.

© Novartis Behring

Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) wurden in der ersten Kalenderwoche 2011 in 50 der 110 eingesandten Proben Influenzaviren nachgewiesen: 39 (78 %) Influenza A(H1N1)-2009-Viren, ein (2 %) Influenza A(H3N2)-Virus und zehn (20 %) Influenza B-Viren (Datenstand: 12.01.2011). Eine erhöhte Grippeaktivität wird verstärkt im Süden und Westen Deutschlands registriert. Die Grippe ist wieder auf dem Vormarsch und drei Viertel der Erreger sind die von der Schweinegrippe bekannten A/H1N1-Viren.

Situation in Baden-Württemberg

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt, hat nach dem frühen und starken Wintereinbruch auch in Baden-Württemberg die alljährliche Grippewelle begonnen. Seit der 51. Kalenderwoche - der Weihnachtswoche - verzeichnet das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart eine Zunahme der Meldungen über Nachweise des Influenza-Erregers.

Im gesamten Dezember wurden insgesamt 25 Influenza-Erregernachweise aus 13 Landkreisen übermittelt, bei denen sich die Betroffenen die Erkrankung in Baden-Württemberg zugezogen hatten. Davon entfielen allein 14 Labormeldungen aus 8 Landkreisen auf die Weihnachtswoche. In 10 der 25 Fälle wurde das Influenzavirus A/H1N1, das im vergangenen Jahr für die Influenzapandemie
(Schweinegrippe) verantwortlich war, nachgewiesen.

Eine Meldepflicht für die Grippeerkrankung selbst bestehe nicht, erläuterte
Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider. Nur die durch Laboruntersuchungen - einschließlich sogenannter Schnelltests - diagnostizierten Influenza-Erregernachweise müssten vom feststellenden Arzt gemeldet werden. Entsprechend seien die genannten Zahlen nur die „Spitze des Eisbergs", so Schneider.

Betriebliche Pandemieplanung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat zusammen mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart (LGA) eine Neuauflage des Handbuches „Betriebliche Pandemieplanung“ herausgebracht. Die Neuauflage ergänzt die zahlreichen Checklisten, Verhaltensempfehlungen, Vorsorgemaßnahmen und Hintergrundinformationen der ersten Ausgabe um Erfahrungen mit der Neuen Influenza („Schweinegrippe“). Die Neuauflage kann kostenlos beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe per E-Mail unter bestellservice(at)bbk.bund.de bestellt werden. Online steht das Handbuch unter www.gesundheitsamt-bw.de zur Verfügung.

STIKO empfiehlt Impfung für Risikogruppen

Drei Viertel aller derzeitigen Grippefälle gehen laut Robert Koch-Institut auf das Konto des Erregers H1N1. Doch das RKI entwarnt, es seien meist leichte Erkrankungen. Trotzdem wird bestimmten Personengruppen von der Ständigen Impfkommission am RKI (STIKO) eine Impfung empfohlen: Chronisch Kranke in jedem Lebensalter, Personen über 60 Jahre, Schwangere ab dem 2. Trimenon und Medizinpersonal sollten jedes Jahr rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle gegen Influenza geimpft werden. Auch zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Impfung noch sinnvoll. Der vollständige Impfschutz wird nach etwa zwei Wochen erreicht.

Antworten des RKI auf häufig gestellte Fragen zur saisonalen Influenzaimpfung

Impfstoff-Stammzusammensetzung 2010/2011

Der jedes Jahr neu zusammengestellte Grippeimpfstoff schützt auch vor der Schweinegrippe. Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2010/2011 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und der Empfehlungen des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten folgender Viren zusammen:

  • A/California/07/2009 (H1N1)
  • A/Perth/16/2009 (H3N2)
  • B/Brisbane/60/2008


A und B bezeichnen die Virustypen, der Ortsname bezieht sich auf den Ort der Virusisolierung; die erste Ziffer gibt die Nummer des jeweils isolierten Stamms an, die zweite bezieht sich auf das Isolierungsjahr. Mit H und N werden die beiden wichtigsten Proteine der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt, die Ziffer dahinter bezeichnet den aktuellen Hämagglutinin- bzw. Neuraminidase-Subtyp.

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