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MBA - Ein Abschluss mit Zukunft

Zahlreiche Naturwissenschaftler arbeiten nach ihrem Master-Abschluss oder ihrer Promotion nicht mehr im Labor, sondern übernehmen Managementaufgaben in Unternehmen. Damit sie der Aufgabe besser gewachsen sind, entscheiden sich viele für eine Weiterbildung zum Master of Business Administration, dem beliebten MBA-Studium.

Der Master of Business Administration ist eine Qualifizierung nach abgeschlossenem Hochschulstudium und bietet sich besonders für Akademiker ohne wirtschaftswissenschaftlichen Studien-Hintergrund an. In der Regel werden für das Studium zwei Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt. Die Biochemikerin Dr. Diana Lieber hat sich zu einem MBA-Studium entschlossen. „Ich wollte nach der Dissertation nicht mehr im Labor arbeiten“, erklärt Diana Lieber, „und somit bot sich ein Management-Studiengang an“. Zunächst absolvierte sie ein Aufbaustudium im Bereich der klinischen Forschung, das auch betriebswirtschaftliche Inhalte thematisierte. „Der Management-Bereich hat mir richtig Spaß gemacht, so dass ich mich für das MBA-Studium anmeldete“, berichtet Lieber.

Hoher Lernaufwand

Dr. Diana Lieber © privat

Diana Lieber hat an der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr/Schwarzwald (WHL) studiert, einer privaten Hochschule, die zur AKAD-Unternehmensgruppe gehört. „Die sehr strukturierten Unterrichtsmaterialien habe ich nach Hause geschickt bekommen“, erklärt Lieber. Im Fernstudium werden die Unterlagen von den Studierenden in Heimarbeit durchgearbeitet. Zusätzlich zu den von der Hochschule aufbereiteten Materialien gibt es noch Hinweise zu den entsprechenden Fachbüchern, deren Inhalt für die Prüfung erforderlich ist. „Ich habe das Studium berufsbegleitend gemacht“, erzählt Diana Lieber. Und der Lernaufwand ist, laut der MBA-Studentin, neben dem Beruf nicht zu unterschätzen. „Ich habe mir auch schon mal zwei bis drei Monate freigenommen, bevor ich eine neue Stelle begonnen habe, damit ich mit dem Lernen hinterherkomme. Denn wenn man so ein Studium absolviert, möchte man ja auch, das etwas hängen bleibt.“

Zu jeder Vorlesung wurde durch die Hochschule eine Klausur angeboten, zudem ein Seminar, das mehrmals im Semester an den verschiedenen Standorten stattfand. Das Studium an der WHL wäre damit ein Fernstudium mit wenigen Anwesenheitstagen.

Es gibt jedoch auch berufsbegleitende Studiengänge, die mehr Anwesenheit erfordern, wie zum Beispiel der „Mannheim Part-Time MBA“ der Mannheim Business School. Hier wird eine Anwesenheit von insgesamt 80 Tagen während des Studiums angegeben. Neben den berufsbegleitenden Studiengängen, die häufig auch Executive MBA (EMBA) genannt werden und auf zwei Jahre angesetzt sind, gibt es noch Vollzeit-Studiengänge, die in der Regel ein Jahr dauern. Einige Hochschulen bieten internationale Studiengänge in Kooperation mit Hochschulen in Asien, den USA oder weiteren europäischen Ländern an. Hier stehen neben Sprachmodulen auch „International Business“ und die Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Ländern im Vordergrund.

Gesundheitsmanagement und Finanzen

Naturwissenschaftler mit Managementaufgaben sind keine Seltenheit. © endostock, Fotolia

Es gibt in Deutschland zahlreiche Anbieter für das MBA-Studium. Welche Inhalte im Studium vermittelt werden, unterscheidet sich je nach Anbieter. Dazu gehören jedoch häufig die Bereiche Führungskompetenzen, Unternehmensfinanzierung sowie externe Unternehmenskommunikation und Marketing. Im Studium kann man sich zudem auf verschiedene Themenbereiche spezialisieren, wie zum Beispiel Energie- oder Gesundheitsmanagement, IT-Management sowie Management und Finanzen. Der MBA Gesundheitsmanagement richtet sich beispielsweise an Ärzte und Hochschulabsolventen, die in Krankenhäusern oder in der Pharma-  beziehungsweise Medizinprodukte-Branche arbeiten. In Deutschland müssen alle MBA-Studiengänge durch verschiedene staatlich beauftragte Akkreditierungsagenturen bewertet und damit akkreditiert werden. Die Agenturen untersuchen dabei, ob die angebotenen Studienprogramme die Anforderungen erfüllen.

„Seit dem Studium sehe ich viele Dinge aus einer anderen Perspektive“, sagt Diana Lieber, die im Moment bei der Hamilton Bonaduz AG in der Schweiz als Produktmanagerin für Prozesssensoren arbeitet. Denn ein Produktmanager stellt Fragen nach dem Nutzen der Innovation und der Wirtschaftlichkeit, während die meisten Wissenschaftler den reinen Wissenszuwachs oder die Innovation im Fokus haben. Nach einer Statistik der Financial Times über die Absolventen der Mannheim Business School aus dem Jahr 2010 arbeiten etwa 23 Prozent in der Industrie und ca. 26 Prozent in der Unternehmensberatung. Als Arbeitgeber sind zudem die Gesundheitsindustrie, der Marketing-Sektor sowie der IT-Bereich vertreten. Die Branchen, in denen die Absolventen der verschiedenen Schulen später unterkommen, unterscheiden sich jedoch in ihrem Anteil deutlich.

Das MBA-Studium kann teuer sein

Ihre Masterarbeit absolvierte Lieber bei der Carl Zeiss SMT (Semiconductor Manufacturing Technology) GmbH in Oberkochen, die sich hauptsächlich mit Halbleitertechnik befasst. „Ich habe mich mit dem sogenannten Cost Engineering befasst“, erklärt Lieber. Das Cost Engineering ist ein Ansatz zur Optimierung von Kosten und Wert eines Produktes. In ihrer Masterarbeit betrachtet Lieber Methoden, welche es erlauben, am Anfang eines Hochtechnologie-Projektes die Entwicklungskosten des zukünftigen Produktes valide abzuschätzen. Die Masterarbeit bildet den Abschluss des MBA-Studiums und wird durch Gutachter der Hochschule benotet.

Ein MBA-Studium kostet Geld. Die Studiengebühren können zwischen 6.000 und 70.000 Euro betragen. Bei den sogenannten Premium-MBAs bezahlt der Studierende unter anderem auch für den Bekanntheitsgrad und das Renommee  der Schule. In dem „Global MBA Ranking 2014“ der Financial Times belegte die Mannheimer Business School als beste deutsche Hochschule den Platz 66. Der „Mannheim Part-Time MBA“ wird für 39.500 Euro angeboten. Das Studium richtet sich an „Young Professionals“ und erfordert drei Jahre Berufserfahrung. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Viele Studierende nehmen für das Studium einen Kredit auf und erhoffen sich durch den Einnahmezuwachs nach Abschluss des MBA-Studiums eine rasche Abzahlung. Doch der Gehaltsanstieg fällt nicht zwingend so hoch aus. Das Ranking der Financial Times errechnet für die erstplatzierte Havard Business School einen prozentualen Gehaltszuwachs von 113 Prozent, für die Mannheim Business School jedoch nur 73 Prozent. Natürlich gibt es auch für MBA-Studierende Stipendien, die teilweise von den Hochschulen angeboten werden. „Für den Inhalt des Studiums ist jedoch meiner Meinung nach das Renommee der Schule nicht ausschlaggebend“, sagt Diana Lieber. 

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mba-ein-abschluss-mit-zukunft