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eHealth

Neuer Fahrplan für die Kooperation mit den USA

Die eHealth-Branche wächst sowohl in Europa als auch in den USA. Um eine transatlantische Kooperation im Bereich eHealth zu ermöglichen, haben die Behörden DG Connect der Europäischen Union und das US Department of Health and Human Services (HHS) einen Plan zur Kooperation vorgelegt. Die im Herbst 2015 erneuerte Roadmap kann nun begutachtet und bewertet werden.

© Gabi Schönemann/pixelio.de

Die digitale Agenda der Europäischen Union, die durch die Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (European Commission Directorate General for Communications Networks, Content & Technology, DG Connect) geleitet wird, umfasst sowohl die Digitalisierung der europäischen Wirtschaft als auch der Gesellschaft Europas. Dabei geht es natürlich um die hohe Verfügbarkeit von Breitbandinternet, aber auch um die Integration digitaler Technologie im Bereich von Dienstleistungen, wie zum Beispiel im Bereich Gesundheit über eHealth.

Im Jahr 2010 unterzeichneten DG Connect und das HHS ein Memorandum of Unterstanding, um im Bereich eHealth zu kooperieren. Hiermit wurde schon damals die Absicht zur Kooperation im Bereich eHealth und Health-IT, wie es in den USA genannt wird, zugesichert. Die erste Roadmap wurde von beiden Partnern im Frühling 2013 vorgelegt. Der Aktionsplan wurde nun im Herbst 2015 erweitert.

Womit befasst sich die neue Roadmap?

Die Idee dahinter ist klar. Wollen europäische eHealth-Unternehmen auch auf dem US-Markt ihre Produkte anbieten können, so müssen die Systeme kompatibel sein. Aber auch Anwendungen aus dem öffentlichen Bereich, wie eine elektronische Patientenakte muss in den US-Systemen ohne Abstriche zum Beispiel bei der Datensicherheit eingelesen werden können. Der transatlantische Wirtschaftsrat, der sich aus Mitgliedern der EU und der USA zusammensetzt, sieht in der Gewährleistung der Interoperabilität eine der wichtigsten Aufgaben. So konnte in der ersten Phase der Zusammenarbeit bereits ein Vergleich der Patienten-Kurzakte (Patient Summary) erstellt werden. Es wurden Empfehlungen für eine internationale Patienten-Kurzakte (Internatiol Patient Summary, IPS) erarbeitet (White Paper, siehe Link). Die ersten Tests in Chicago, Boston und Riga zeigen, dass ein IPS-Standard möglich ist. Im Moment arbeiten das Joint Initiative Council (Joint Initiative on SDO Global Health Informatics Standardization, JIC) und weitere Organisationen an einem Standarddokument für die Patienten-Kurzakte (INTERPAS, Internationale Patient Summary).

Roadmap soll regelmäßig aktualisiert werden

Der zweite Punkt des Plans befasst sich mit der Entwicklung der benötigten Arbeitskräfte. In der bereits im Mai 2015 abgeschlossenen Arbeitsphase konnten einige Lücken im Wissensstand der Fachkräfte aufgedeckt werden. Um diese Lücken zu schließen, ist eine weitere Zusammenarbeit geplant.

Der dritte und neue Punkt der Roadmap befasst sich mit der Entwicklung eines innovativen Umfelds im Bereich eHealth und Health-IT und soll den Fortschritt in der Branche unterstützen. Das Arbeitsziel wurde auf Anregung von Interessenvertretern hinzugefügt.

Um die in dieser Roadmap aufgeführten Punkte effektiv zu bearbeiten, ist die Beteiligung aller Akteure aus dem Gesundheitssektor erforderlich, so die Behörde. Denn nur wenn sich Interessensvertreter der Öffentlichen Hand als auch der Universtäten und Unternehmen an einen Tisch setzen, können die besten Lösungen gefunden werden. DG Connect rechnet mit einem regelmäßigen Update des Aktionsplans. Der zeitliche Ablauf des Aktionsplans ist zunächst bis Juni 2017 geplant. Einen ersten Schritt macht die Behörde durch eine öffentliche Konsultation der Roadmap. In einer Online-Umfrage können sich Mitglieder von Unternehmen, Universitäten oder auch Behörden zu den aufgeführten Punkten äußern. An der Umfrage kann bis zum 16. März 2016 teilgenommen werden.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/neuer-fahrplan-fuer-die-kooperation-mit-den-usa