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Neues lebenswissenschaftliches Zentrum in Ulm

Finanzminister Gerhard Stratthaus hat der Ulmer Universität jetzt offiziell das 31 Millionen Euro teure lebenswissenschaftliche Forschungsgebäude übergeben. Sein erstes Versprechen hat das moderne Laborgebäude auf dem Ulmer Campus offensichtlich bereits eingelöst: Es ist ein architektonisches Schmuckstück, für den Uni-Präsidenten Prof. Karl Joachim Ebeling gar das schönste Gebäude der Wissenschaftsstadt.

Im neuen LifeScience-Zentrum werden elf fakultätsübergreifende Arbeitsgruppen spezifische Aspekte der Wiederherstellung von Gewebe bearbeiten. Hoch gesteckt sind die Erwartungen im Land und der Universität selbst. Das wurde bei der Übergabe erneut deutlich.

Großer Schritt für die Lebenswissenschaften

Transparent gibt sich das neue lebenswissenschaftliche Forschungsgebäude auf dem Ulmer Campus. (Foto: Uni Ulm)
Transparent gibt sich das neue lebenswissenschaftliche Forschungsgebäude auf dem Ulmer Campus. (Foto: Uni Ulm)
Stratthaus sprach von einem „großen Schritt für die Lebenswissenschaften in Baden-Württemberg“. Sein Kollege vom Wissenschaftsressort, Peter Frankenberg, ließ sich mit folgenden Worten zitieren: „Dieses Netzwerk bringt alle Voraussetzungen mit, um wegweisende Forschungsergebnisse für die Herstellung von Zellen und Organen aus adulten Stammzellen zu erarbeiten. Mit diesem Ansatz können in Zukunft vielleicht Krankheiten wie Parkinson, Krebs oder Diabetes geheilt werden. Die Forschungskompetenz des Netzwerks wird für die Universität Ulm zu einem deutlichen Alleinstellungsmerkmal werden.“

ZytoOrganoPoese nimmt Gestalt an

In den ersten Labors wird bereits geforscht. Blick über den Innenhof. (Foto: Pytlik)
Die Ulmer Universität schließlich wünscht sich nach den Worten ihres Präsidenten ein Max-Planck-Institut – es wäre die erste außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der jüngsten Landesuniversität. Einen ersten Schritt zur Verwirklichung dieses Wunsches tut die bereits im Gebäude arbeitende Max-Planck-Forschungsgruppe um Prof. Lenhard Rudolph.

In diesem Zusammenhang nannte Uni-Präsident Ebeling auch den Ulmer Mediziner Prof. Vinzenz Hombach, dessen Konzept des Forschungsnetzwerks ZytoOrganoPoese auf 5.800 Quadratmetern Nutzfläche Gestalt angenommen habe. Hombachs Vorstellung war es, alle Forscher zusammenzuführen, die im Bereich der Stammzellbiologie, Stammzelltherapie, der regenerativen Zelltherapie beziehungsweise im Bereich von Tissue Engineering Forschung betreiben. Bei erfolgreicher interdisziplinärer Forschung sah Hombach die Vision einer Bio-City am Horizont, wo die anwendungsorientierten Ergebnisse von Firmen wirtschaftlich umgesetzt werden könnten.

Beispielhafte Hochschularchitektur

Kunstbesichtigung: Ulms OB Gönner scheint anzudeuten, wie hoch die Uni mit ihrem neuen Forschungsgebäude hinaus will. Gesehen bei der offiziellen Übergabe, rechts vom Stadtoberhaupt MdL Rivoir, Minister Stratthaus sowie ganz außen Prof. Guido Adler. (Foto
Kunstbesichtigung: Ulms OB Gönner scheint anzudeuten, wie hoch die Uni mit ihrem neuen Forschungsgebäude hinaus will. Gesehen bei der offiziellen Übergabe, rechts vom Stadtoberhaupt MdL Rivoir, Minister Stratthaus sowie ganz außen Prof. Guido Adler. (Foto: Pytlik)
Mit dem transparenten Neubau, der im Gegensatz zu der strengen grauen Betonarchitektur der Gebäudekreuze und zu den farbigen Holzgebäuden der Uni West stehe, sei ein weiteres, exemplarisches Stück Hochschularchitektur des 21. Jahrhunderts entstanden, lobte Finanzminister Stratthaus die Architektur des Forschungsgebäudes für biochemische und biomedizinische Grundlagenforschung, wie es offiziell heißt. Mit 31 Mio. Euro Gesamtkosten ist es das bedeutendste Bauvorhaben der Ulmer Universität seit Fertigstellung der Ingenieurwissenschaften vor über 15 Jahren.

Drei Arbeitsgruppen forschen bereits

Drei Arbeitsgruppen sind in das lichtdurchflutete Gebäude an der James-Franck-Ring/Ecke Meyerhofstraße schon eingezogen. Das Institut für Molekulare Medizin und die daran angeschlossene Max-Planck-Forschungsgruppe für Stammzellalterung (Prof. Lenhard Rudolph), die Arbeitsgruppe Molekulare Neurophysiologie (Prof. Birgit Liss) und das Institut für Molekulare Genetik und Zellbiologie (Prof. Nils Johnsson).

Meilenstein in Entwicklung der Wissenschaftsstadt

Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner erblickt im neuen Forschungszentrum einen „Meilenstein in der Entwicklung der Wissenschaftsstadt Ulm“. Er freute sich, dass sich die Universität auf die Lebenswissenschaften festgelegt habe und verlieh der Hoffnung auf Kooperation mit der stark lebenswissenschaftlich ausgerichteten Wirtschaft vor Ort Ausdruck.

wp - 27.02.08
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