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Preis für verfeinerte Leukämietherapie

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) hat den Ulmer Medizinphysiker Gerhard Glatting mit ihrem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Der 46-jährige, der an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Ulm arbeitet, wurde für seine Forschungen zur gezielten Bestrahlung von Tumorgewebe mit radioaktiv markierten Antikörpern bei Krebspatienten ausgezeichnet.

Glattings Forschung zielt darauf ab, die optimale Menge unmarkierter und radioaktiv markierter Antikörper zur Krebsbekämpfung und den idealen Zeitpunkt der Behandlung zu bestimmen, denn jeder Mensch reagiert anders auf radioaktiv markierte Antikörper. Die genaue Verteilung im Körper, in den Organen und Blutbahnen, sei individuell sehr verschieden und lasse sich mit Hilfe ausgeklügelter bildgebender Verfahren darstellen. Das Radioimmuntherapie genannte Verfahren schont das gesunde Gewebe des Krebspatienten, da Tumorgewebe in der Folge sehr selektiv behandelt werden kann.

Individuelle Abstimmung

Prof. Dr. Gerhard Glatting. (Foto: UK Ulm)
„Eine gut abgestimmte Modellierung der Leukämietherapie jedes einzelnen Patienten“, resümiert Glatting seine Forschung, kann deshalb „deutlich genauer angewendet werden“. Viele Anzeichen sprächen schon jetzt dafür, „dass diese Therapie auch erfolgreicher anschlägt“.

Der Medizinphysiker führt seine Arbeiten in einem interdisziplinären Team in der Klinik für Nuklearmedizin und in Kooperation mit Ärzten der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm durch. Die Arbeiten zur Entwicklung und Verbesserung der Leukämie-Therapie mittels Radioimmuntherapie wurden und werden von der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm gefördert.

Die Medizinische Physik wendet physikalische Methoden in der Medizin und Biologie an. Ihre wachsende Bedeutung und Spezialisierung führte 1969 zur Gründung einer eigenen, inzwischen 1200 Mitglieder zählenden wissenschaftlichen Gesellschaft, die sich als Standesorganisation versteht und Forscher, Entwickler und Anwender in ihren Reihen hat.

Quelle: Uniklinikum Ulm, 11.09.2008 (P, wp, 17.09.08)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/preis-fuer-verfeinerte-leukaemietherapie