zum Inhalt springen
Powered by

RepliExplore macht Herzen begreifbar

Ein neuartiges System zur computergestützten Untersuchung anatomischer Organmodelle wird auf der MEDICA 2008 vorgestellt. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg haben das Softwaresystem "RepliExplore" zur Herstellung patientenindividueller Modelle für komplizierte chirurgische Eingriffe entwickelt.

Die neueste Gerätegeneration der medizinischen Bildgebung erzeugt zweidimensionale Schichtbilder aus dem Körperinneren von höchster Auflösung und Genauigkeit. Dennoch erfordert es vom Arzt ein enormes Maß an räumlichem Vorstellungsvermögen, diese Bilder im Kopf in die dreidimensionale Anatomie seines Patienten zu übersetzen.
RepliExplore: 1) patientenindividuelles Gipsmodell, 2) dreidimensionale Darstellung des Modells am Bildschirm, 3) Tracking-System, 4) die Kamera erfasst die Bewegungen des Zeigerstifts. (Foto: DKFZ)
Die Wissenschaftler der Abteilung Medizinische und biologische Informatik im Deutschen Krebsforschungszentrum sind spezialisiert auf Softwaresysteme, die die individuelle Patientenanatomie dreidimensional darstellen. Eine aktuelle Entwicklung der Abteilung ist RepliExplore, ein neuartiges System zur computergestützten Untersuchung anatomischer Organmodelle.

Der Einsatz von Anatomiepräparaten hat in der Medizin eine lange Tradition, da sie sich gut zur Vermittlung komplexer anatomischer Sachverhalte eignen, etwa in der studentischen Lehre. Mit moderner Software können anatomische Präparate zusätzlich dreidimensional am Bildschirm dargestellt werden. Dies bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Interaktion, etwa das Ein- und Ausblenden von bestimmten Strukturen, und lässt auch dynamische Vorgänge wie den Herzschlag sichtbar werden.

RepliExplore erlaubt zugleich die Herstellung patientenindividueller Modelle aus Spezialgips durch computergesteuerte, sogenannte Rapid-Prototyping-Techniken. Das Organmodell wird gleichzeitig virtuell am Bildschirm dargestellt. Der Arzt kann mit einem speziell kalibrierten Zeigerstift diverse Operationen am Präparat durchführen. "Das Herz begreifen" erhält wörtlichen Sinn - RepliExplore verbindet die virtuelle Information mit dem haptisch erlebbaren Modell.

Im herzchirurgischen Operationssaal soll RepliExplore zukünftig auch Patienten zugute kommen, etwa bei der Größenanpassung von zu ersetzenden Herzklappen oder bei der Behandlung komplizierter Herzfehlbildungen.

RepliExplore wird auf der MEDICA in Düsseldorf am 19. bis 22. November 2008 am Stand von "Baden-Württemberg International" (Halle 16, Stand E41) vorgestellt.

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum - 17.11.08 (EJ)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/repliexplore-macht-herzen-begreifbar