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Gastbeitrag

Shanghai - Eine Stadt, die niemals schläft

In der Zeit von September 2012 bis Februar 2013 habe ich am Shanghai Institute for Biological Sciences der Chinesischen Akademie der Wissenschaft mein Praktikum in der Arbeitsgruppe von Prof. Weihong Jiang gemacht. Das Stipendium vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ermöglichte mir nicht nur ein lehrreiches Praktikum, sondern auch einen tiefen Einblick in die chinesische Kultur und das Leben in Shanghai.

Ewelina Michta mit ihren Laborkollegen

Als Doktorandin an der Universität Tübingen wollte ich die Kooperation zwischen unserem Lehrstuhl und der Gruppe von Prof. Jiang vertiefen und an meinem Promotionsprojekt arbeiten. In meiner Doktorarbeit untersuche ich die regulatorische Funktion der Aconitase von Streptomyces viridochromogenes, die eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Antibiotikaproduktion spielt. Um eine bessere Übersicht über das wissenschaftliche Arbeiten in China zu gewinnen, war ich sowohl im Institutslabor als auch in einer biotechnologischen Firma tätig.

Sofort nachdem ich in Shanghai landete, kümmerten sich meine Laborkollegen herzlich um mich. Dank ihnen war mein Leben in China sehr angenehm. Sie organisierten für mich die Wohnung, erklärten, wie die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren und wo man fantastische chinesische Restaurants finden kann.

Leben in Shanghai

Weil meine Wohnung nicht zentral lag, hatte ich nicht oft Kontakt mit anderen Ausländern und westlicher Kultur. Dafür hatte ich wunderbare Möglichkeiten, die chinesische Kultur und die regionale Traditionen zusammen mit meinen chinesischen Nachbarn zu erleben. Natürlich ist das Leben in Shanghai auch sehr modern. Im Zentrum sind die Straßen, Einkaufgalerien, Gebäude, Museen usw. interessanter, bequemer und sauberer als in einigen westeuropäischen Städten. Darüber ist es eine Stadt, die niemals schläft! Es gibt viele Orte, die man während seines Aufenthalts in Shanghai sehen muss. Besonders gut gefielen mir der große Volksplatz und der wunderschöne Pu Dong Distrikt.

Arbeiten in Shanghai

Shanghai bei Nacht © Ewelina Michta

Wissenschaftliche Laboratorien, die ich besuchte, sind ein bisschen chaotischer als in Deutschland, aber die Qualität der Arbeit ist genauso hoch. Alle Leute waren sehr freundlich, hilfsbereit und ihr Englisch war gut. Viele Studenten arbeiten bis spät in die Nacht und am Wochenende. Geräte und grundlegende Methoden der Arbeit in mikrobiologischen Laboratorien sind denen in Deutschland ähnlich. Trotzdem merkt man an der Mentalität der Leute und an der Art ihre Arbeit immer wieder, dass sie immer noch etwas aus der Zeit vor der wirtschaftlichen Revolution mit sich tragen.

Diese sechs Monate in China erweiterten meinen beruflichen und privaten Horizont. Ich lernte viel und hatte eine schöne Zeit. Obwohl am Anfang nicht alles einfach war, konnte ich dort tolle Erfahrungen sammeln. Ich empfehle allen ein Praktikum in Shanghai und bedanke mich bei Prof. Weihong Jiang und Herrn Prof. Schmid, dass sie mir diese unvergessliche Zeit ermöglichten.

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