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Vektor Pharma geht den nächsten Schritt in die Produktion

Das 2009 gegründete Unternehmen Vektor Pharma steht vor einem wichtigen Entwicklungsschritt. In Uttenweiler (Landkreis Biberach) baut die derzeit 13 Mitarbeiter zählende Pharma-Firma für 2,4 Millionen Euro ein zentrales Gebäude für Entwicklung und Produktion. Auf einer Nutzfläche von rund 1.000 Quadratmeter sollen Wirkstoffpflaster mithilfe einer neuartigen Herstellungstechnologie ab 2016/2017 auf den Markt gebracht werden.

Beim Firmenrundgang: MdB Josef Rief (links), Minister Alexander Bonde (Mitte) und Geschäftsführer Dr. Thomas Beckert (rechts). © Pytlik

Am 17. August besuchte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Alexander Bonde die Firma. Land und EU fördern das junge Unternehmen im Rahmen des Programms „Spitze auf dem Land" mit 400.000 Euro. Die Unterstützung ist für kleine und mittlere Unternehmen gedacht, die das Potenzial für eine Technologieführerschaft haben. Nach Vorstellung und Rundgang gab sich Bonde beeindruckt: „Es passieren spannende Dinge auf dem Land".

Es gibt sie noch, die Garagenfirmen

Dass viele erfolgreiche Unternehmen ihre Anfänge in Garagen nahmen, ist zwar längst zum Klischee geronnen, im Fall der Vektor Pharma traf es dennoch zu. Dort entwickelte der promovierte Pharmazeut Thomas Beckert sein erstes Wirkstoffpflaster – im Fachjargon ein transdermales System. Schnell fanden sich ein weiterer Pharmazeut und zwei Maschinenbauer in dem beschaulichen oberschwäbischen Ort und gründeten 2009 die Firma, entwickelten erste Prototypen und hatten schließlich eine Fertigungstechnologie, die schneller, kleiner und bis zu 40 Prozent günstiger produziert. Sechs Jahre später präsentiert sie sich als internationale pharmazeutische Contract Manufacturing Organization (CMO), die nach der GMP-Herstellungserlaubnis Anfang 2015 den nächsten logischen Schritt macht und die neuartige Herstellungstechnologie auf den Markt bringt. In zwei klinischen Pilotstudien mit eigenen Formulierungen gelang der Nachweis, dass die Ausnutzung des Wirkstoffs gegenüber Referenzprodukten deutlich verbessert ist.

Vektor Pharma will sich in der Nische etablieren

Auf der ganzen Welt gibt es nach Beckerts Worten 20 bis 25 Wirkstoffpflaster-Spezialisten. Die Hürden in diesen Nischenmarkt haben die Schwaben genommen: sie haben eine Technologie der Arzneimittel-Applikation entwickelt, die viel Know-how und praktische Erfahrung erfordert und sie haben mit ihrer Ingenieurs-Expertise zusätzlich die Fertigungstechnologie, sprich Maschinen, entworfen. Wirkstoffpflaster haben nach Beckerts Darstellung drei Vorteile: sie müssen nur einmal alle drei Tage aufgetragen werden, sorgen für einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel und verursachen weniger Nebenwirkungen. Das Uttenweiler Unternehmen konzentriert sich auf geriatrische Indikationen wie Parkinson, Alzheimer oder Schmerz.

In Baden-Württemberg ist Vektor Pharma der einzige Anbieter, in Deutschland gibt es vier weitere. Die Firma erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von einer Million Euro und zählt mittlerweile Kunden vor allem in den USA und in Deutschland wie auch in der Schweiz. 2016/2017 will das Unternehmen die Produktion starten, rund 20 Millionen Wirkstoffpflaster sollen im Jahr die Pharma-Fabrik im Oberschwäbischen verlassen. Die Landes- und Kommunalpolitiker freuten sich erkennbar, als Beckert ein Loblied auf den Standort sang und Treue versprach: „Förderung verpflichtet".

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