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15 Jahre grenzüberschreitende Zusammenarbeit im BioValley

Der trinationale Cluster "BioValley" zwischen den Regionen Elsaß, Nordwestschweiz und Baden-Württemberg ist einer der führenden Life Sciences Cluster. Seit 15 Jahren wird hier die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vorangetrieben und in dieser Zeit wurde viel erreicht. Die BIOPRO Baden-Württemberg arbeitet seit 2009 aktiv im Cluster mit unter anderem bei der Organisation der sehr erfolgreichen Meet&Match Events oder im Matching-Service. Auch nach Auslaufen der europäischen Förderung wird das Projekt weiter gelebt. Eine Übersicht über den Aufbau und die Aktivitäten des trinationalen Clusters gibt der folgende Artikel.

Alsace-BioValley ist seit 1998 Projektträger europäischer Projekte im INTERREG Programm, in denen es zusammen mit seinen deutschen und schweizerischen Partnern den trinationalen Cluster BioValley aufbaute. BioValley unterstützt seit einigen Jahren die Entwicklung von grenzüberschreitenden Forschungspartnerschaften im Bereich Life Science zwischen Unternehmen und akademischen Forschungsinstituten der Region. Das Jahr 2012 in welchem das europäische Projekt INTERREG IV seinen Abschluss findet, bietet Gelegenheit, vor einer nächsten Phase der Zusammenarbeit Bilanz zu ziehen. Diese Bilanz weist konkrete Resultate auf: So haben zum Beispiel fast 400 Firmen von einer Unterstützung zur Gründung und Entwicklung ihres Unternehmens profitiert. Mehr als 30.000 Teilnehmer haben im Rahmen von 300 Events Kontakte geknüpft, ungefähr 54 Messestände haben den Bekanntheitsgrad des BioValleys bei den größten internationalen Treffen in der Life Science Branche gesteigert und eine Datenbank mit mehr als 800 trinationalen Firmen- und Forschungsinstituts-Profilen wurde geschaffen, um Partnerschaften zu erleichtern. Das Gebiet des BioValleys, das sich über das Elsaß, Südwestdeutschland bis zur Gegend von Basel erstreckt, bietet die größte Dichte von akademischen Laboren und Firmen in den Life Sciences in Europa.

Wirtschaftlich wertvolle Resultate seit 2009

Wenn auch die ersten Absichten trinationaler Zusammenarbeit auf Ende der 80er Jahre zurückgehen, so hat die konkrete Zusammenarbeit doch erst im Jahre 1998 mit der Gründung von drei nationalen Vereinen begonnen. Diese Vereine haben vorrangig an der Strukturierung des ersten Clusters in Europa im Bereich Lebenswissenschaften gearbeitet. Finanziert durch die europäischen Programme INTERREG II und III wurden zahlreiche Aktionen in der Periode 1997 bis 2007 durchgeführt, die hauptsächlich auf die Etablierung qualifizierter Kontakte (mehr als 4.300) sowie der Identifizierung von existierenden industriellen Kompetenzen im BioValley, ausgerichtet waren. Ein weiteres Ziel der Aktionen war die Sicherstellung der internationalen Sichtbarkeit des BioValleys. Hier wurden im Wesentlichen mehr als 50 Messestände bei professionellen Ausstellungen organisiert. Der Cluster und die eingetragene Marke BioValley™ haben nach und nach ihren Bekanntheitsgrad aufgebaut und sind seither international anerkannt: eine bemerkenswerte Öffnung hin zum Weltmarkt. Hinzu kommt, dass einige Startup Unternehmen (38) zu dieser Zeit von einer finanziellen Unterstützung und von einer persönlichen Beratung (>400) bei der Suche nach strategischen Partnern für ihre R&D Projekte profitieren konnten.

Ab 2009 hat der Cluster BioValley seine Aktionen nochmals verstärkt. Diese waren dieses Mal auf das Wirtschaftswachstum ausgerichtet, wieder mit der Unterstützung des Programmes INTERREG IV. "In diesem Jahr wurde qualifiziertes Personal eingestellt, um die Kompetenzen des BioValleys zu vernetzen, zu bewerben und zu
verkaufen. Nicht nur die der industriellen- sondern auch die der akademischen Forschungsinstitute", unterstreicht Jean-Yves Bonnefoy, Präsident von Alsace-BioValley, Koordinator der INTERREG Programme des BioValley Clusters. "Ihre Mission basierte auf der Initiation gezielter Treffen zwischen möglichen Partnern, die in den drei grenzüberschreitenden Gebieten ansässig sind. Ein trinationaler Matchmaker, der von Alsace-BioValley zur Verfügung gestellt wurde, koordinierte das trinationale Team und sorgt auch heute noch dafür, dass ein Maximum an Austausch zu konkreten Partnerschaften führt".

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein Angebot von speziell auf die Bedürfnisse von Firmen und Laboren ausgerichteten Dienstleistungen auf nationaler und internationaler Ebene entwickelt:

1. Trinationaler Matchmaking Service: auf Anfrage von Firmen oder akademischen Forschungsinstituten aus dem BioValley, stellen die Mitarbeiter des BioValleys kostenlos Nachforschungen über Partner oder Technologien in den drei Regionen an. Auf diese Weise sind seit 2009 81 Anfragen zu grenzüberschreitenden Partnerschaften bearbeitet worden, die in etwa 20 Partnerschaften mündeten.

2. Organisation thematischer Events "Science to Business": Das BioValley organisiert das ganze Jahr über zahlreiche Events zum Nutzen der Firmen und Labore aus den Lebenswissenschaften. Unter ihnen vereinen die "Meet&Match" Events bei jeder Ausgabe etwa 50 trinationale Akteure, die aus der akademischen und industriellen Welt kommen. Die Teilnehmer können ihre wissenschaftlichen Aktivitäten mit dem Fokus auf zukünftige R&D oder kommerzielle Partnerschaften präsentieren. Die Meet&Match Events haben so seit 2010 mehr als 250 Firmen und Labore aus dem BioValley zusammengeführt, was zu 15 Partnerschaften geführt hat. Diese thematischen Treffen haben einen bereits dichten Ereigniskalender vervollständigt. So haben seit 2002 mehr als 150 Stammtische (informelle Treffen, die dem Networking gewidmet sind) 2.250 Teilnehmer zusammengeführt, wohingegen die Basler „BioValley LifeSciences Week“ seit 10 Jahren jedes Jahr mehr als 1.000 internationale Akteure der Lebenswissenschaften ins BioValley lockt.

Dr. Bakirci & Prof. Urban vom IMTEK, Universität Freiburg (Deutschland) und Dr. Fischer & Prof. Firat von Sté FIRALIS SAS (Elsass / Frankreich) sagten folgendes zum BioValley und den Meet&Match Events: "Die synergetischen Kompetenzen zu kennen, die in der eigenen geographischen Umgebung existieren, ist keine leichte Sache. Weder für eine Firma, noch für eine Forschungseinrichtung. Unsere Teilnahme im Jahr 2010 am Treffen "Meet&Match Biomarkers", das vom trinationalen Cluster BioValley organisiert wurde, war also eine günstige Gelegenheit. Wir konnten dadurch die ersten Partnerschaftsdiskussionen anregen und so eine fruchtbare Zusammenarbeit bezüglich des Projektes Co-Chips beginnen, das eine Finanzierung über Oséo erhalten hat und dessen Ziel die Entwicklung einer neuen Technologie für Biomarkern ist, die auf Mikrochips aufbaut. Im täglichen Leben erweist sich die geographische Nähe unserer beiden Strukturen als ein unschätzbarer Vorteil für die wirksame Entwicklung unserer gemeinsamen Aktivitäten."

3. Internationale Werbung für die Kompetenzen des
trinationalen BioValleys: BioValley hilft seit geraumer Zeit bei der Internationalisierung seiner Firmen, durch Beteiligung an den größten internationalen Geschäftsmessen und Kongressen. Seit 2002 hat der Cluster BioValley an 54 internationalen Geschäftsmessen teilgenommen und bot seit 2008 seinen Firmen an, sie technologisch vor Ort zu repräsentieren. So profitierten ungefähr 10 Firmen regelmäßig von diesem Angebot, das ihnen erlaubt, Reise- und Personalkosten zu senken, dazu berichtet Dr. Serge Bischoff, CEO Rhenovia Pharma (Frankreich), CRO biopharmazeutischer R&D: "Der Repräsentationsservice von BioValley hat uns geholfen, wichtige Kontakte im Rahmen unserer kommerziellen Aktivität zu knüpfen. Wir konnten unser Team für andere wesentliche Projekte unserer Entwicklung mobilisieren, während das Team von BioValley unsere Service- und Partnerschaftsangebote bis ans andere Ende der Welt bekannt machte. Mit den von BioValley gefundenen Kontakten konnten wir wichtige Verhandlungen mit einer Firma bzgl. eines unserer Produkte führen".

Zukünftig die Zusammenarbeit erweitern

Seitdem benutzen alle trinationalen Partner des BioValley Clusters die oben aufgeführten Services mit der Zielsetzung ihre Aktionen in Bezug auf folgende drei Achsen zu steigern:

  • weiterhin trinationale Zusammenarbeit initiieren

  • für die Akteure des trinationalen BioValleys auf internationaler Ebene werben

  • ausländischen Firmen die Ansiedelung im Biovalley erleichtern.

„BioValley ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Entwicklung am Oberrhein“, so das Resümee von Andreas Kempff, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein, und Bernd Dallmann, Vorstand der Technologiestiftung BioMed Freiburg.

Beide sind Vorsitzende der deutschen Plattform BioValley. „Die gemeinsame Pflege des grenzüberschreitenden Netzwerks, der geschaffenen Clusterstrukturen und der Marke 'BioValley' wird auch künftig Teil einer Politik sein, die das Oberrheingebiet als europäische Metropolregion nachhaltig aufstellen und neue Möglichkeiten auch auf internationale Ebene eröffnen soll.“ Eric Jakob, Direktor der Régio Basiliensis fügt hinzu: "Die Früchte unserer Bemühungen all dieser Jahre werden durch die hohe Attraktivität des Clusters sichtbar. Wir verzeichnen heute immer mehr spontane Kontakte mit ausländischen Firmen, die an einer möglichen Niederlassung im BioValley interessiert sind. Das ist unumstritten ein starkes Signal."

Heute stellt der Cluster BioValley mit seinen mehr als 600 industriellen Strukturen eine kritische Masse von exzellenten Akteuren in den Lebenswissenschaften dar. Vereint unter derselben Marke, stellen die BioValley Strukturen ihr Wirkungsvermögen dar, sobald es darum geht, auf der internationale Ebene exzellent zu werden. Die Marke BioValley ist heute weltweit anerkannt, beispielsweise dient das BioValley der Europäischen Union als Referenz, um andere grenzüberschreitende Cluster in Europa anzuregen und aufzubauen.

Auch nach Auslaufen der Interreg IV Förderung im Sommer 2012 wird die Zusammenarbeit vorangetrieben und weitere gemeinsame Projekte realisiert.

Der Cluster BioValley wird finanziert und unterstützt durch:
Europäische Fonds für regionale Entwicklung/Interreg, Alsace BioValley, Région Alsace, den Kantonen Basel-Stadt und -Land und Republik und Kanton Jura und der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Land Baden-Württemberg, BIOPRO Baden-Württemberg, IHK Südlicher Oberrhein, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Wirtschaftsförderung Region Freiburg, Technologie Stiftung BioMed Freiburg, Hochschule Offenburg, Hochschule Furtwangen, Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau, Wirtschaftsregion Südwest, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Technologie Region Karlsruhe, BioValley Deutschland e.V.

Unter Mitwirkung von:
Conectus Alsace, BioValley Basel, WTT-Konsortium Nordwest-Schweiz (wknw), Regio Basiliensis
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/15-jahre-grenzueberschreitende-zusammenarbeit-im-biovalley