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20 Jahre Steinbeis-Europa-Zentrum mit Innovationskongress gefeiert

Das Steinbeis-Europa-Zentrum feiert sein 20-jährigen Bestehen. Das Steinbeis-Europa-Zentrum und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg haben daher am 14. April 2010 in Stuttgart den Kongress „Strategien für Innovation und Wettbewerb in Europa“ veranstaltet. Ziel des Kongresses war, allen am Innovationsprozess beteiligten Gruppen neue Impulse zu geben, insbesondere durch die Verknüpfung der zwei Innovationsachsen „Wissenstransfer aus der Forschung in die betriebliche Praxis“ sowie „Transfer von Innovationen innerhalb europäischer Regionen“. Wirtschaftsminister Pfister forderte in seiner Begrüßung, Europa müsse Innovationen noch stärker fördern.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister © Wirtschaftsministerium BW

„Ich verfolge mit diesem Kongress ein ambitioniertes Ziel: Ich will nichts weniger, als dass wir uns in Baden-Württemberg auch weiterhin auf einem erfolgreichen Pfad bewegen, einem Zukunftspfad, der dieser Region Wohlstand und seinen Menschen Arbeit sichert“, so der Minister weiter.
„Auch als relativ starke Wirtschaftsregion profitieren wir dreifach von der Europäischen Union: Ökonomisch - über die Exporte unserer Unternehmen; strategisch - durch Bündelung von Forschungsprioritäten, finanziell - denn wir profitieren von europäischen Fördermitteln“, betonte Wirtschaftsminister Pfister.

Innovation am Standort Baden-Württemberg

Die Innovationskraft der baden-württembergischen Wirtschaft bestimmt maßgeblich ihre Wettbewerbsfähigkeit. Zahlreiche Studien belegen die starke Innovationskraft von Baden-Württemberg im Vergleich mit anderen europäischen Regionen. Der Anteil von Forschungs- und Entwicklungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt erreichte im Jahr 2007 in Baden-Württemberg 4,4 Prozent. Rund 18 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten in Baden-Württemberg in forschungs- und entwicklungsintensiven Industriezweigen (Stand: 2006). Im europäischen Durchschnitt liegt dieser Wert unter 7 Prozent. Von Erfindern in Baden-Württemberg werden fünfmal so viele Patente beim Europäischen Patentamt gemeldet wie im Durchschnitt der 27 EU-Länder.

„Der Technologietransfer braucht Europa, denn nur durch Kooperationen mit den besten und innovativen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Ausland kann das hohe Niveau in Forschung, Technologie und Innovation in Baden-Württemberg gehalten werden. Dafür stehen zahlreiche Beispiele in unserer Region, wie die Begleitausstellung des Kongresses und zwei aktuelle Broschüren dokumentieren“, betonte Professor Norbert Höptner, Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums und Europabeauftragter des Wirtschaftsministers. „Das Steinbeis-Europa-Zentrum bietet hier seit 20 Jahren Unterstützung. Tausende von baden-württembergischen Unternehmen wurden mit Informationen über die Möglichkeiten der transnationalen Zusammenarbeit mit öffentlicher Finanzierungsförderung versorgt - zugleich wurden Hunderte von Kooperationsprojekten angestoßen und in der Umsetzung mit hoher Qualität unterstützt“.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat bereits im Jahr 1990 den ersten Europabeauftragten des Wirtschaftsministers ins Amt berufen. Als wichtiger Akteur der Wirtschaftsförderung wurde ebenfalls vor 20 Jahren das Steinbeis-Europa-Zentrum (SEZ) als seine operative Einheit mit Sitz in Stuttgart gegründet. Im Jahr 2000 kam ein weiteres Büro in Karlsruhe hinzu. Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist Teil des erfolgreichen Steinbeis-Verbundes und führt mit mittlerweile über 30 Mitarbeitern in Stuttgart und Karlsruhe die Unternehmen im Land an EU-Förderprogramme heran. Es sorgt dafür, dass die europäischen Fördergelder kleinen und mittleren Unternehmen in Baden-Württemberg zugutekommen. Im Jahr 2009 ist es dem SEZ gelungen, über 9,8 Millionen EU-Fördermittel nach Baden-Württemberg zu holen. Aus einem ersten eigenen EU-Projekt im Jahr 1993 sind einige hundert Kooperationsprojekte von Unternehmen entstanden sowie aktuell 24 eigene EU-Projekte mit 222 Partnern in 33 Ländern. Eine aktuelle Broschüre anlässlich des Jubiläums dokumentiert 20 Erfolgsgeschichten von Unternehmen und Forschungsakteuren.

Kongress „Strategien für Innovation und Wettbewerb in Europa“

In fünf Foren gab der Kongress Gelegenheit zur Visions- und Strategieentwicklung für mehr Innovationen in Europa. Mitveranstalter des Kongresses waren auch das CENTRAL EUROPE Programm der Europäischen Union und das Enterprise Europe Network Baden-Württemberg, vertreten durch den Koordinator Handwerk International Baden-Württemberg.

Zwei der Foren eröffneten einen regionalen Blick auf Innovation. Im Vordergrund standen hier die Kooperationsprojekte im Rahmen der europäischen transnationalen Zusammenarbeit im Programm INTERREG. Baden-württembergische Partner sind hier an 49 EU-Projekten beteiligt. Im INTERREG Central Europe Programm stehen 246 Millionen Euro EU-Fördermittel für Projekte in dieser Förderperiode bis 2013 zur Verfügung. Innovation gehört zu den tragenden Säulen dieses Programms. „Transnationale INTERREG-Programme, wie Central Europe, verstehen Innovation als Motor der Wirtschaft und als Schlüssel für regionales Wachstum“, hob Christine Krammer-Bensegger, Mitglied des Programm-Begleitausschusses, die Bedeutung dieses Politikfeldes hervor. „Bei der INTERREG Central Europe Förderung besteht daher eine eigene Förderlinie, die sich gezielt dem Themenfeld Innovation widmet. Erste Erfahrungen nach der Hälfte der Programmlaufzeit zeigen die Notwendigkeit solcher Programme: internationaler Austausch von Erfahrungen und Know-how, etwa in den Bereichen Wissens- und Technologietransfer, Clusterpolitik oder die Unterstützung innovativer Ideen in kleinen und mittleren Betrieben wären ohne solche Programme schwerer umzusetzen.“

Das Steinbeis-Europa-Zentrum gestaltete das Forum „Innovation- und Wissenstransfer“ und das Forum „Gender und Innovation“. Federführend für das Enterprise Europe Network Baden-Württemberg informierte Handwerk International Baden-Württemberg mit dem Forum „Leitmarkt Nachhaltiges Bauen - Innovation und neue Märkte“ und führte parallel eine Kooperationsbörse durch.

Das Enterprise Europe Network Baden-Württemberg wird von Handwerk International Baden-Württemberg koordiniert. Das Steinbeis-Europa-Zentrum und das Wirtschaftsministerium sind neben sieben Industrie- und Handelskammern Partner des Netzwerks. Im Verbund bieten die Partner eine Anlaufstelle für Unternehmen, Forscher und Wissenschaftler in Baden-Württemberg und unterstützen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in allen Fragen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Innovationspotentials in Europa. Markterschließungsmaßnahmen und Innovationsmaßnahmen für KMU sowie Hilfestellung bei der Teilnahme an europäischen Förderprogrammen, wie z. B. dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU stehen im Zentrum der Dienstleistungen. Mit dem Enterprise Europe Network unterstützen rund 550 Wirtschaftsförderungseinrichtungen und ca. 4.000 Mitarbeiter in über 44 Ländern der Welt.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/20-jahre-steinbeis-europa-zentrum-mit-innovationskongress-gefeiert