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287 Mio. Euro für neue Forschungsbauten und Großgeräte

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat die Förderung von neun neuen Forschungsbauten an Hochschulen beschlossen. Sie alle zeichnen sich durch herausragende wissenschaftliche Qualität und bundesweite Bedeutung aus. Das Fördervolumen beträgt insgesamt 287 Mio. Euro. In Baden-Württemberg werden drei Bauvorhaben gefördert: je eines in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim. Mit der Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten wollen Bund und Länder die wissenschaftliche Konkurrenzfähigkeit der Forschung an Hochschulen im nationalen und internationalen Wettbewerb stärken.

Die Bauvorhaben werden mit je 20 bis 40 Mio. Euro gefördert. Sie decken ein weites Forschungsspektrum ab: Neben Lebenswissenschaften sind die Physik, Energieforschung, Material- und Werkstoffforschung sowie Hochleistungsrechner vertreten. Von den beschlossenen Vorhaben stehen je drei in Baden-Württemberg (Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim) und in Nordrhein-Westfalen (Aachen, Bochum, Bonn) sowie je eines in Mecklenburg-Vorpommern (Greifswald), Niedersachsen (Oldenburg) und Sachsen (Chemnitz). Die Kosten werden vom Bund und dem jeweiligen Sitzland der Hochschule je zur Hälfte getragen.

Vor einer Entscheidung über die Förderung durch die GWK prüft der Wissenschaftsrat die wissenschaftliche Qualität und Bedeutung der Konzepte, die mit dem Bauprojekt realisiert werden sollen. Soweit die Bauvorhaben auch die Anschaffung von Forschungsgroßgeräten umfassen, wirkt an der Beurteilung auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit.

Gegenwärtig fördern Bund und Länder in den Förderphasen 2007 bis 2013 insgesamt 91 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Mrd. Euro. Für die gemeinsame Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten stehen jährlich rund 596 Mio. Euro zur Verfügung.

Geförderte Forschungsbauten und Großgeräte in Baden-Württemberg

  • Universität Heidelberg: Center for Integrative Infectious Disease Research Heidelberg (CIID)
Im CIID sollen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Ansätze zur Erforschung von Infektionen gefunden werden. Im Mittelpunkt der Analytik stehen dabei Erreger-Wirt-Interaktionen. Das CCID verfolgt einen integrativen Ansatz, um sich den Fragen aus der Infektionsforschung zu nähern. Dies steht im Gegensatz zur bisher hauptsächlich molekular- und zellbiologisch orientierten Herangehensweisen. Dadurch und durch das Spektrum an Erregern, das bearbeitet wird, ist das CIID einzigartig in Deutschland.  
  • KIT Karlsruhe: Forschungshochleistungsrechner am KIT (ForHLR)

Der Hochleistungsrechner soll insbesondere zu einem vertieften Verständnis natur- und ingenieurwissenschaftlicher Fragen sowie zu methodischen Fortschritten bei der Simulation und Visualisierung komplexer Systeme beitragen. Die Karlsruher Wissenschaftler wollen sich mit Hilfe der Rechenleistung des ForHLR und verbesserten Simulationsmethoden zentralen Themen der Umweltforschung widmen. Dazu gehört etwa die globale Erwärmung, deren Rückkopplung auf regionale Klimaschwankungen, die vollständige Integration des lokalen Wasserkreislaufes von der Biosphäre bis in die Atmosphäre, aber auch die Ausbreitung und detaillierte Auswirkung von Luftschadstoffen.

  • ZI Mannheim: Zentrum für innovative Psychiatrie- und Psychotherapieforschung (ZIPP) am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Ziel des ZI ist es, mit dem ZIPP ein integratives Organisationsmodell zur engen Verknüpfung von Forschung und Krankenversorgung, das in der körperlichen und organischen Medizin bereits sehr erfolgreich funktioniert, auf den für die nationale Gesundheit hochrelevanten Bereich der psychischen Störungen zu übertragen. Aus den am ZIPP verfolgten Forschungsvorhaben sollen innerhalb von zehn Jahren neue, klinisch einsetzbare Pharmaka, psychotherapeutische Verfahren und prädiktive Biomarker hervorgehen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/287-mio-euro-fuer-neue-forschungsbauten-und-grossgeraete