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3 Millionen Euro für Krebszentrum Ulm

Die Ulmer Krebsmedizin ist in den Kreis der elf deutschen onkologischen Spitzenzentren aufgerückt und erhält von der Deutschen Krebshilfe über drei Jahre drei Millionen Euro. Die Mittel fließen in das kliniken- und institutsübergreifende Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) des Uniklinikums und sollen Krebsmedizin und -forschung optimieren und weiterentwickeln.

Das nach amerikanischen Vorbild im Juli 2006 gegründete Ulmer Zentrum will mit neuen molekularen Diagnose- und Therapieverfahren die Versorgung der Krebspatienten zwischen Ostalb und Bodensee verbessern und sucht auch die Zusammenarbeit mit umliegenden Kliniken und niedergelassenen Ärzten.

Neue Professur und neuer Studiengang

Das Bild zeigt den Sprecher des Ulmer Tumorzentrums, den Leukämiespezialisten Prof. Hartmut Döhner sowie den Vorstandsvorsitzenden und Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe Friedrich Carl Janssen und Gerd Nettekoven. Das Bild entstand bei der Pressekonferenz in Berlin am 1. April 2009, bei der weitere sechs geförderte Krebszentren vorgestellt wurden.
Geförderter und Fördernde, von links: Prof. Hartmut Döhner, Sprecher des Ulmer integrierten Tumorzentrums, der Vorsitzende der Deutschen Krebshilfe Friedrich Carl Janssen sowie der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Gerd Nettekoven. © Bildschoen

CCCU-Sprecher Hartmut Döhner (Ärztlicher Direkter der Klinik für Innere Medizin III) freute sich über die „hohe Auszeichnung“ und darüber, dass die Ulmer Krebsmedizin die internationalen Gutachter im Januar vor Ort überzeugt habe. „Die enge Verzahnung von fächerübergreifender Forschung und Krankenversorgung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor des CCCU“, sagte Klaus Michael Debatin, Dekan der Medizinischen Fakultät und Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Debatin nannte in diesem Zusammenhang auch die neu geschaffene Professur für Experimentelle Tumorforschung, den weiteren Aufbau einer Gewebebank sowie einen neuen Studiengang in Klinischer Krebsmedizin (Master of Clinical Oncology).

Südwesten ganz stark in Onkologie

Neben Ulm kamen in der zweiten Förderrunde die Universitätskliniken Berlin, Erlangen, Essen, Frankfurt und Hamburg zum Zuge. 18 Zentren hatten sich beworben. Bereits seit 1997 unterstützt die Deutsche Krebshilfe das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg und die Zentren in Dresden, Freiburg, Köln/Bonn und Tübingen. Baden-Württembergs universitäre Krebsmedizin ist mit dieser am 1. April bekannt gewordenen Entscheidung damit vollständig vertreten.

Einheitlich gute medizinische Versorgung

Mit dem Förderprogramm will die Deutsche Krebshilfe die Krebsmedizin auf ein exzellentes und interdiszplinäres Niveau heben, die stationäre und ambulante Behandlung besser miteinander verzahnen und den Krebspatienten eine schnellere Anwendung der Forschung in Behandlungskonzepte ermöglichen. „Die Qualität der medizinischen Versorgung von Krebspatienten ist bundesweit immer noch sehr unterschiedlich. Das wollen wir ändern“, begründete der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Friedrich Carl Janssen, die Entscheidung.

Neunstelliger Etat

Die Deutsche Krebshilfe wurde 1974 gegründet. Die gemeinnützige Organisation finanziert sich ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen. Im Jahr 2007 flossen rund 100 Millionen Euro in 172 Projekte zur Verbesserung von Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischer Nachsorge und psychosozialer Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/3-millionen-euro-fuer-krebszentrum-ulm