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4,4 Millionen Euro für Ulmer Apoptoseforscher

Forschung, die sich erneut auszahlt: Gute Nachrichten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhielten jüngst klinische Forscher der Ulmer Uniklinik: Die Wissenschaftler der Klinischen Forschergruppe (KFO 167) gehen der Frage nach, wie eine fehlgesteuerte Regulation von Apoptose, dem programmierten Zelltod, zu Krankheiten führen kann. Die Ergebnisse ihrer Arbeit der ersten drei Jahre, die bereits mit rund drei Millionen Euro gefördert wurde, haben die Gutachter der DFG so sehr überzeugt, dass die Gruppe ihre Arbeit für weitere drei Jahre mit der Fördersumme von 4,4 Mio. Euro fortsetzen kann. Dies berichtet das Ulmer Uniklinikum.

„Die Förderzusage ist eine große Auszeichnung für die Klinische Forschergruppe, die dazu beiträgt, Ulms Schwerpunkt in der Krebsforschung zu stärken“, freut sich Klaus-Michael Debatin, Sprecher der Gruppe. Debatin ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Dekan der Medizinischen Fakultät der Ulmer Universität.

Die Klinischen Forschergruppen stellen nach den Sonderforschungsbereichen mit die wichtigsten Forschungsschwerpunkte in Deutschland dar. Bundesweit ist die Ulmer Gruppe die einzige Klinische Forschergruppe, die am Schwerpunkt Apoptose - so lautet der Fachbegriff für das programmierte Absterben geschädigter Zellen - arbeitet. Sie entstand auf Grundlage der langjährigen Arbeiten und Entdeckungen zu Zelltodsignalwegen von Klaus-Michael Debatin.

Ziel ist die rasche Translation der Grundlagenerkenntnisse

Freuten sich über die Förderzusage der DFG: Prof. Simone Fulda und Prof. Klaus-Michael Debatin. © UK Ulm

„Unser Ziel ist, aus unseren Erkenntnissen der Grundlagenforschung eine verbesserte Diagnostik und Therapie bei Krebserkrankungen zu entwickeln“, erläutert Simone Fulda, die wissenschaftliche Leiterin der Forschergruppe. „So hat Frau Professor Wiesmüller aus der Sektion Gynäkologische Onkologie beispielsweise ein bereits mehrfach preisgekröntes Testsystem entwickelt, um Störungen in Reparaturprozessen des Erbguts von Krebszellen zu erkennen“, so Fulda. Dafür wurde sie erst 2009 auf der Biotechnica mit dem Innovationspreis der Bioregionen Deutschlands ausgezeichnet.

Die DFG-Gutachter, so schreibt die Pressestelle des Uniklinikums, lobten ausdrücklich die fächer- und organübergreifende Arbeit der Forschergruppe. „Außerdem konnten wir durch Rotationsstellen, bei denen Ärzte für die Wissenschaft freigestellt werden, den Austausch zwischen Klinik und Labor fördern. Besonders freuen wir uns auch über das Lob der Gutachter für unsere Förderung junger Wissenschaftler“, so Fulda. Sie koordiniert die Arbeit von neun Teams aus verschiedenen Fachgebieten mit gut 20 geförderten Stellen am Klinikum.

Jetzt sollen Erkenntnisse in klinische Studien münden

Eine intakte Krebszelle (li) und eine in Selbstmord getriebene Krebszelle (re), deren Kern zerfällt © UK Ulm

In den kommenden drei Jahren sollen die grundlegenden Erkenntnisse der Forschergruppe verstärkt in klinische Studien münden. Schwerpunkte werden unter anderem Hirntumoren und Leukämien sein. Wissenschaftler der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Innere Medizin III werden sich beispielsweise mit der Regulation des programmierten Zelltods bei der Chronisch-Lymphatischen Leukämie beschäftigen. Leibnizpreisträger Karl-Lenhard Rudolph (Molekulare Medizin) wird seine Erkenntnisse über Telomere vertiefen. Sind diese für Störungen anfälligen „Endstücke“ der Doppelspirale des menschlichen Erbguts geschädigt, kann das erwünschte Absterben veränderter Zellen, zum Beispiel Krebszellen, beeinträchtigt werden. An weiteren Teilprojekten arbeiten Wissenschaftler der Institute für Rechtsmedizin und für Physiologische Chemie sowie des Instituts für Molekulare Virologie mit dem Leibnizpreisträger Frank Kirchhoff.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/4-4-millionen-euro-fuer-ulmer-apoptoseforscher