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40 Millionen Euro für vier Forschungsprojekte aus Baden-Württemberg

Vier Forschungsprojekte aus dem Land konnten sich im europaweiten Wettbewerb der Synergy Grants 2020 des Europäischen Forschungsrats durchsetzen und erhalten jeweils zehn Millionen Euro. Mit fünf Preisträgern führt Baden-Württemberg die bundesweite Rangliste an.

Fünf Forscherinnen und Forscher an baden-württembergischen Universitäten haben sich im europaweiten Wettbewerb der Synergy Grants 2020 des Europäischen Forschungsrats (ERC) mit vier Projekten durchgesetzt. Sie erhalten für ihre Forschungsprojekte jeweils zehn Millionen Euro. Mit fünf von insgesamt 26 deutschen Preisträgerinnen und -trägern führt Baden-Württemberg die Rangliste der geförderten Forscherinnen und Forscher in Deutschland an.

Exzellente Forschungsbedingungen im Land

„Ich gratuliere unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu ihrem herausragenden Erfolg. Ob in der Arzneimittelforschung, bei der Erforschung von Krankheitserregern, der Entwicklung eines Elektronen-Nanospektrometer zur Analyse von Nanomaterialien oder der Arbeit an Zell-Zell-Verbindungen von Pflanzen – ich bin mir sicher, dass von ihrer Arbeit bahnbrechende Erkenntnisse ausgehen werden. Die dauerhaft hohe Erfolgsquote baden-württembergischer Forscher bei den ERC-Grants steht auch für die exzellenten Forschungsbedingungen im Land. Mit unserer Forschungspolitik bieten wir ein ideales Umfeld, in dem sich kreatives wissenschaftliches Potenzial entfalten kann“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Die für die Synergy Grants ausgewählten Projekte sind in der Regel interdisziplinär ausgelegt. Durch die Kooperation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen in einem übergreifenden Thema erhofft sich der Europäische Forschungsrat bahnbrechende Forschungsergebnisse.

2020 werden fünf Grantees mit ihren vier Projekten durch ERC-Synergy Grants gefördert:

Prof. Dr. Jan Korvink und Dr. Benno Meier, Karslruher Institut für Technologie (KIT)
Projekt: HiScore – Highly Informative Drug Screening by Overcoming NMR Restrictions
Kernspinresonanz (Englisch: nuclear magnetic resonance, NMR) ist ein wichtiges Instrument für die Arzneimittelforschung, das aber aktuell noch Schwächen bei Empfindlichkeit und Durchsatz aufweist. In dem von Prof. Dr. Jan Gerrit Korvink und Dr. Benno Meier vom Karlsruher Institut für Technolgie (KIT) zusammen mit Prof. Dr. Geoffrey Bodenhausen von der École Normale Supérieure in Frankreich und mit Prof. Dr. Arno Kentgens von der Stichting Katholieke Universiteit in den Niederlanden geleiteten Projekt soll eine Methode für Wirkstoff-Screenings mit hohem Durchsatz entwickelt werden. Dies könnte eine enorme Beschleunigung für die Medikamentenforschung bedeuten.

Prof. Dr. Waltraud Schulze, Universität Hohenheim
Projekt: SymPore – Plasmodesmata, Symplasmic pores for plant cell-to-cell communication
Das gemeinsam von Prof. Dr. Waltraud Schulze von der Universität Hohenheim mit Prof. Dr. Wolf B. Frommer und Prof. Dr. Rüdiger Simon von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Prof. Dr. Wolfgang Baumeister, Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) in Martinsried geleitete Projekt soll die Struktur und Funktion der bisher wenig verstandenen Zell-Zell-Verbindungen von Pflanzen, den sogenannten Plasmodesmata, näher untersuchen.

Prof. Dr. Detlef Weigel, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen
Projekt: PATHOCOM – Understanding and predicting PATHOgen COMmunities
Das Projekt PATHOCOM, soll herausfinden, wie Pathogene (Krankheitserreger) interagieren. Geleitet wird das Team von Prof. Dr. Detlef Weigel vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, Dr. Fabrice Roux vom CNRS in Toulouse und Prof. Dr. Joy Bergelson von der Universität Chicago. Pathogene sind die Ursache vieler schwerer Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Die Krankheitserreger wirken allerdings selten allein. Wie Pathogene interagieren, um andere, harmlose Mikroben zu verdrängen und damit ihre Wirte zu verletzen oder sogar zu töten, ist daher eine Frage von großer Relevanz, die mit dem Projekt PATHOCOM näher erforscht werden soll.

Dr. Max Haider, CEOS Corrected Electron Optical Systems GmbH in Heidelberg​​​​​​​
Projekt: MORE-TEM – MOmentum and position REsolved mapping Transmission Electron energy loss Microscope
Für die Anwendung von Nanomaterialien ist es nötig, ihre atomare Struktur zu sehen und gleichzeitig ihre lokalen Eigenschaften zu bestimmen. Bis jetzt konnte dies jedoch keine bestehende Technologie erfüllen. Mit dem von Dr. Max Haider von der CEOS Corrected Electron Optical Systems GmbH in Heidelberg zusammen mit Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Pichler (Universität Wien in Österreich), Prof. Dr. Francesco Mauri (Universität Roma La Sapienza in Italien) und Dr. Kazutomo Suenaga (National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Japan) geleiteten Projekt MORE-TEM soll nun ein grundlegend neues und weltweit einzigartiges Elektronen-Nanospektrometer an der Universität in Wien realisiert werden.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/40-millionen-euro-fuer-vier-forschungsprojekte-aus-baden-wuerttemberg