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Aesculap gibt noch mehr Gas

Mit einem kräftigen Umsatzsprung hat der Medizintechnikhersteller Aesculap das Jahr 2010 abgeschlossen. Das Tuttlinger Unternehmen plant nun Investitionen und Neueinstellungen.

Hanns Peter Knaebel, Vorstandschef von Aesculap © Peter Ludäscher

Der Medizintechnik-Hersteller Aesculap (Tuttlingen) war im vergangenen Jahr sehr erfolgreich. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro, nachdem das Unternehmen schon im Krisenjahr 2009 um 5 Prozent zugelegt hat. Damit trug die in Tuttlingen angesiedelte Sparte 30 Prozent zum Umsatz der Muttergesellschaft B. Braun Melsungen AG bei. Der Anteil am Ergebnis sei sogar noch höher als der Umsatzanteil, sagte der Vorstandsvorsitzende der Aesculap AG, Hanns-Peter Knaebel, vor Journalisten in Tuttlingen. Dabei sei die Lage im Medizinmarkt weiterhin nicht einfach.

Die finanziellen Schwierigkeiten zahlreicher Länder veranlassten diese zu erheblichen Sparanstrengungen in den Gesundheitssystemen. Dies belaste die Branche. Unter anderem veschlechtere sich die Zahlungsmoral. So zahlten die Kunden in Italien ihre Rechnungen durchschnittlich erst nach einem Jahr und in der Türkei erst nach 730 Tagen. „Wir müssen unsere Lieferungen also vorfinanzieren. Das muss man sich erst mal leisten können“, sagte Knaebel. Hier zahle es sich aus, dass Aesculap finanziell gesund sei, eine hohe Eigenkapitalquote besitze und kaum auf Bankkredite angewiesen sei. „Wir wollen finanziell unabhängig bleiben. Wie wichtig das ist, hat das Krisenjahr 2009 gezeigt.“ Allgemein habe seit der Finanzkrise die Bedeutung der asiatischen und lateinamerikanischen Märkte zugenommen, während die USA und einige europäische Länder stagnierten.

Allen Beschwernissen zum Trotz schafft es Aesculap, kräftig zu wachsen. Um die Nachfrage zu bewältigen, stockte das Unternehmen 2010 seine Belegschaft am Standort Tuttlingen um 200 auf 3000 Mitarbeiter auf. Weltweit beschäftigt Aesculap 9500 (Vorjahr: 9000) Mitarbeiter. Auch für das laufende Jahr erwartet Knaebel eine Personalausweitung. Das erste Quartal lasse ein erfolgreiches Geschäftsjahr erwarten. Der Umsatz habe um 11,6 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Im Zuge des erwarteten Wachstums plant das Medizintechnik-Unternehmen für den Standort Tuttlingen ein Investitionsprogramm mit einem Volumen von 100 bis 120 Millionen Euro. Die Pläne dafür seien noch in Arbeit, so dass er keine Details nennen könne, sagte Knaebel.

Das Gewinnen neuer qualifizierter Mitarbeiter hat für Aesculap hohen Stellenwert. Neben der Einstellung von jährlich etwa 80 Auszubildenden engagiert sich das Unternehmen stark in Bildungspartnerschaften mit Hochschulen, Schulen und sogar Kindergärten. Ziel sei es, die wissenschaftlich-technische Frühbildung zu unterstützen und Schüler durch eine engere Verzahnung der Schulen mit der Wirtschaft besser auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten, sagte Aesculap-Personalleiter Norbert Feldhaus.

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