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Aktuelles zur Neuen Grippe (Influenza A/H1N1)

Am 21. April 2009 wurde erstmals über die Isolierung einer neuen Variante des Influenzavirus A (H1N1) berichtet. Innerhalb weniger Wochen entwickelte sich von Mexiko ausgehend die erste Influenzapandemie des 21. Jahrhunderts. Die erste Welle erreichte Deutschland im Herbst 2009. Dem RKI wurden bis 1. Juni 2010 insgesamt 226.181 Fälle von pandemischer Influenza (H1N1) übermittelt. Insgesamt wurden 255 Todesfälle im Zusammenhang mit der pandemischen Influenza (H1N1) 2009 am RKI erfasst. Vom 22. bis 23. März 2010 hat das RKI nun Vertreter unterschiedlicher Berufsgruppen und Institutionen zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Wesentliche Erfahrungen sind, dass die Pandemiepläne hilfreich, die Frühwarnsysteme zuverlässig und Impfstoffe innerhalb weniger Monate begrenzt verfügbar waren. Verbesserungsbedarf wurde vor allem diskutiert bezüglich der Effizienz der Impfstofflogistik, der Regelung der Impfkostenerstattung, der Verfügbarkeit von Surveillance- und Monitoring-Systemen, der Einbindung der Ärzteschaft in Entscheidungsprozesse und Aufklärungsarbeit sowie einer vorausschauenden Öffentlichkeitsarbeit.

Die Ergebnisse des Workshops wurden im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht. Bundesgesundheitsbl 2010 · 53:510–5192010 · 53:510–519 
DOI 10.1007/s00103-010-1074-3

Im epidemiologischen Bulletin des RKI vom 31. Mai 2010 wird über drei Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs Pandemrix berichtet. Übereinstimmend wurde in allen drei Studien eine klinische Wirksamkeit von deutlich über 50 Prozent ermittelt. Die Wirksamkeit soll dabei altersabhängig, d.h. in jüngeren Altersgruppen etwas höher sein.
(Quelle: RKI, 02.05.10)

 


Niedrige Impfquote
Nicht einmal jeder zehnte Deutsche hat sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Das geht aus Daten des niedersächsischen Gesundheitsministerium hervor, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegen. Nach den vorläufigen Daten aus 13 Bundesländern lag die Impfrate je nach Land zwischen vier und zehn Prozent. Im Südwesten hat sich nicht einmal jeder zwanzigste Bürger gegen die Schweinegrippe impfen lassen - hier liegt die Impfquote zwischen vier und fünf Prozent. In Deutschland wurden knapp acht Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix verbraucht. Die  Bundesländer müssen aber 34 Millionen der ursprünglich bestellten 50 Millionen Impfstoffdosen vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline abnehmen und tragen damit das wirtschaftliche Risiko.
(Quellen: dpa, Stuttgarter Zeitung)


Bundesländer tragen wirtschaftliches Risiko
Die Bundesländer müssen für jede nicht verwendete Impfdose gegen die sogenannte Schweinegrippe einen Verlust von 8,33 Euro einkalkulieren. Wie aus der Antwort der Bundesregierung (17/491) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/328) hervorgeht, liegt der Preis pro Dose bei 7 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Schaden insgesamt berechne sich ”aus der Differenz zwischen bestellten – nunmehr 34 Millionen – und verimpften Dosen“, heißt es weiter. Wann sie verlässliche Angaben zur Zahl der geimpften Personen machen kann, ließ die Regierung offen. Sie erwarte, dass sich die dem Paul-Ehrlich-Institut von den Ländern mitgeteilten Zahlen ”mit der Zeit konsolidieren“, schreibt die Regierung. Der Impfstoff-Hersteller GlaxoSmithKline erhalte insgesamt einen Kaufpreis in Höhe von 238 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Zugleich macht die Regierung deutlich, dass der Bund der Forderung der Länder nicht nachkommen werde, das wirtschaftliche Risiko in Bezug auf nicht genutzte Impfdosen zu tragen.
(Quelle: Deutscher Bundestag, 02.02.10)


Neue Influenza: kaum Neuerkrankungen
Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen ist bundesweit in der 3. KW 2010 im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben und liegt weiter im Bereich der Hintergrundaktivität. In Baden-Württemberg wurden in der 2. KW 63 und in der 3. KW 10 Fälle mit Neuer Influenza registriert. Damit stieg die Gesamtzahl seit dem 26.05.2009 in Baden-Württemberg auf insgesamt 33.713 Fälle (Stand 26.01.10). Im Zusammenhang mit Neuer Influenza wurden 27 Todesfälle gemeldet.
Bundesweit sind bis zum 26.01.2010 insgesamt 199 Todesfälle an das RKI übermittelt worden, 80 % der Fälle waren jünger als 60 Jahre. Von den 191 Todesfällen, bei denen Angaben zum Vorliegen von Risikofaktoren ausgewertet werden können, hatten 163 (85 %) einen Risikofaktor und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf.
(Quellen: RKI, Sozialministerium Baden-Württemberg, 26.01.10)


Grippewelle ebbt ab
Aktuell sinkt der Anteil der Influenza-Infizierten unter den Patienten mit grippalem Infekt ab. Die Bundesländer müssen weniger Schweinegrippe-Impfstoff abnehmen als bestellt und können damit Millionen sparen. Nach Informationen der dpa liefert der Pharmahersteller statt der georderten 50 Millionen Impfstoff-Dosen nur noch 34 Millionen. Da sich nur knapp zehn Prozent der Deutschen impfen ließen, bleibt immer noch reichlich Vorrat an Pandemrix. Laut RKI ist die Impfung gegen die Neue Influenza („Schweinegrippe“) nach wie vor wichtig, da auch nach Überschreiten des Scheitelpunkts einer Welle noch viele Fälle aufträten. Frühere Influenzapandemien seien auch oft in mehreren Wellen aufgetreten.

Die bisherige Bilanz der Neuen Grippe in Baden-Württemberg: Seit dem 26.05.2009 wurden insgesamt 33.536 Fälle von Neuer Influenza nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldet (Stand 07.01.2010). In der KW 53 gab es 192 Fälle von Neuer Influenza. In Baden-Württemberg wurden bis 9. Januar 18 Todesfälle im Zusammenhang mit Neuer Influenza registriert.

In Deutschland wurde erstmals eine Grippeimpfung in der Schwangerschaft explizit empfohlen. Daher hat das Paul-Ehrlich-Institut eine begleitende Überwachung zur Verträglichkeit von H1N1-Influenzaimpfstoffen in der Schwangerschaft angeregt. Im Rahmen dieses bundesweiten Projekts wird allen Schwangeren angeboten, sich im Berliner Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie registrieren zu lassen. Gleichzeitig wird eine umfassende Beratung offeriert, auch zu anderen Medikamenten und deren Risiken. Die Beratung ist unabhängig von der Teilnahme am Überwachungsprojekt. Das Institut für Embryonaltoxikologie erreicht man im Internet unter www.embryotox.de, oder über Telefon: 030-30308111, Fax: 030-30308122, E-Mail: mail(at)embryotox.de.

(Quellen: RKI, Paul-Ehrlich-Institut, dpa, Sozialministerium Baden-Württemberg, 07.01.10)


Moderate Influenza-Aktivität
In Deutschland ist eine moderate Influenza-Aktivität zu verzeichnen. Die Zahl der Infektionen hat sich nach Angaben des RKI zuletzt rückläufig entwickelt. Damit scheint laut Arbeitsgemeinschaft Influenza der Höhepunkt der ersten pandemischen Welle überschritten zu sein. Auch in Baden-Württemberg sinken die Fallzahlen: Seit dem 26. Mai 2009 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 30.688 Fälle von Neuer Influenza gemeldet, in der KW 49 waren es noch 3.371 neue Fälle. Im Zusammenhang mit der Neuen Influenza sind in Baden-Württemberg 7 Todesfälle aufgetreten.
Für Schwangere stehen voraussichtlich noch diese Woche 150.000 Impfdosen (Baden-Württemberg: 20.000) des nicht adjuvantierten Impfstoffes der Firma CSL Biotherapies zur Verfügung. Das Robert-Koch-Institut und das baden-württembergische Gesundheitsministerium empfehlen allen Schwangeren, sich jetzt impfen zu lassen. Geeignet ist der Impfstoff für alle Frauen, die das erste Drittel ihrer Schwangerschaft bereits hinter sich haben.
Durch die Schweinegrippeimpfung entstehen keine Kosten für den Bund. Dies erklärte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler im Haushaltsausschuss. Danach sind die Länder grundsätzlich für die Impfung zuständig. Diese hätten insgesamt 50 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt. Die Kosten für die Impfung würden pro Person mit 28 Euro veranschlagt. Die Anzahl der Menschen, die sich bereits gegen die Schweinegrippe hätten impfen lassen, wird laut Rösler von den entsprechenden Fachinstituten auf 2,5 bis 4 Millionen geschätzt.

(Quellen: RKI, Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI, Deutscher Bundestag)


Aktuelle epidemiologische Lage - Fallzahlen rückläufig
In Deutschland ist weiterhin eine deutliche Influenza-Aktivität zu verzeichnen. Ob die für die 48. Woche rückläufigen Zahlen bereits das Überschreiten des Höhepunkts der aktuellen Erkrankungswelle markieren, lässt sich noch nicht beurteilen, sondern kann erst im Verlauf der nächsten Wochen besser bewertet werden. Zu beachten ist, dass durch die Änderung der Meldeverordnung und des diagnostischen Vorgehens die Zahl der laborbestätigten übermittelten Fälle ohne Änderung der epidemiologischen Lage im Vergleich zu den Vorwochen abnehmen kann. In der 48. KW wurden im Nationalen Referenzzentrum in 95 (51 %) der 187 eingesandten Proben Influenzaviren nachgewiesen, sämtliche positiven Proben wurden als Neue Influenza A/H1N1 identifiziert. Bis zum 01.12.2009 sind 66 Todesfälle an das RKI übermittelt worden, 85 % der Fälle (56/66) waren jünger als 60 Jahre. Von den 63 Todesfällen, bei denen Angaben zum Vorliegen von Risikofaktoren ausgewertet werden können, hatten 53 (84%) einen Risikofaktor und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. 
Aktuelle epidemiologische Lage in Baden-Württemberg (Stand 26.11.2009): 22.496 Fälle seit 26.05.2009, 8.115 Fälle in der KW 47, 3 Todesfälle, Rate an Hospitalisierungen 3 % bezogen auf alle gemeldeten Fälle.

(Quellen: Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI, Sozialministerium Baden-Württemberg, 26.11.09)


Vereinzelte Mutationen des A/H1N1-Virus - Antworten des RKI auf häufige Fragen
Wie das RKI mitteilt, gab es kürzlich Mutationen des A/H1N1-Virus in Norwegen und Großbritannien. Die WHO schätzt, dass die Mutationen in Norwegen Einzelfälle sind und sich nicht im Land verbreitet haben. Diese Mutation ist auch nicht neu, wurde schon Ende April erstmals nachgewiesen und trat seither immer mal wieder auf. Das mutierte Virus ist empfänglich gegenüber den antiviralen Medikamenten Oseltamivir und Zanamivir. Studien zeigen, dass die verfügbaren Impfstoffe Schutz dagegen verleihen. Aus Großbritannien wird über eine mögliche Übertragung von Influenzaviren berichtet, die gegen Oseltamivir resistent, aber sensitiv gegen das zweite antivirale Medikament Zanamivir sind.
In Deutschland registrierte das RKI bis zum 25. November 52 Todesfälle.

Das 'arznei-telegramm' stellt aufgrund von Anfragen, die die Bestellung des Pandemieimpfstoffes PANDEMRIX und die Ende 2007 geschlossenen Verträge zwischen Bundesregierung, Landesbehörden und GlaxoSmithKline betreffen, diese Dokumente zur Verfügung (s. Link rechts). Das RKI veröffentlichte am 25. November Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Neuen Grippe.

(Quellen: RKI, WHO, arznei-telegramm, 25.11.09)


Fallzahlen steigen - gute Immunabwehr bei Teilen der Bevölkerung
Die Fallzahlen zur Neuen Grippe steigen weiter an: 10.956 gemeldete Fälle waren es am 18. November in Baden-Württemberg, ca. 55.000 in Deutschland. Bei diesen Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Dunkelziffer laut Experten sehr hoch ist. 22 Todesfälle meldet das RKI für Deutschland, in den EU- und EFTA-Ländern sind es nach Angaben des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) 543 (Stand: 18.11.09).
Eine US-amerikanische Forschergruppe um Dr. Bjoern Peters vom La Jolla Institute for Allergy and Immunology in Kalifornien stellt Ähnlichkeiten zwischen dem Schweinegrippe-Virus und anderen Grippestämmen fest. Die Forscher vermuten deshalb, dass Teile der Bevölkerung gegen die neue Infektion gut gewappnet sind und ein vergleichsweise milder Verlauf der Schweinegrippe durch eine vorhandene Immunabwehr wahrscheinlich ist.
Sanofi Pasteur erhielt am 16. November in Frankreich die Marktzulassung für den Impfstoff Panenza®. Die Zulassung in weiteren fünf EU-Ländern, darunter Deutschland, ist beantragt. Panenza® ist ein nicht-adjuvantierter Impfstoff, enthält keine Konservierungsmittel und wird auf der Basis von Hühnereiern hergestellt. Er enthält als Antigen 15 Mikrogramm Hämagglutinin.

La Jolla Institute: Immunity From Swine Flu May Be Broader Than Thought

(Quellen: ECDC, RKI, La Jolla Institute, 18.11.09)


Impfung mit Hindernissen - Bevölkerung verunsichert
8.543 Fälle mit Neuer Grippe sind in Baden-Württemberg inzwischen registriert, in ganz Deutschland sind es zirka 55.000 (Stand 13.11.09). Das RKI zählte bis zum 13. November 16 Todesfälle in Deutschland, zwei davon in Baden-Württemberg. In den meisten Fällen lagen chronische Grundkrankheiten vor. Ab 14. November entfällt zur Entlastung der Ärzte in Deutschland bei reinen Schweinegrippe-Verdachtsfällen und bei Grippe-Fällen ohne Labornachweis die Meldepflicht.
Dies sind die Fakten. Die Verunsicherung der Bevölkerung aber ist groß: Von Experten gibt es unterschiedliche Empfehlungen zur Impfung, die Impfstofflieferungen lassen auf sich warten, die Verteilung gestaltet sich schwierig. Laut GSK (GlaxoSmithKline) sollen bis Ende November 9,3 Millionen Impfdosen und bis Ende Dezember weitere 10,7 Millionen Dosen Pandemrix geliefert werden. Das habe der Hersteller zugesichert, so Bundesminister Philipp Rösler auf dem Impfgipfel in Berlin. Für Schwangere sollen noch im Dezember 150.000 Dosen eines Impfmittels ohne umstrittenen Wirkverstärker von der australischen Firma „CSL Biotherapies“ zur Verfügung stehen.
Derzeit hält lediglich jeder vierte Deutsche die Schweinegrippe-Impfung für nötig, 43 Prozent der Befragten würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen, ergab eine Erhebung am 10./11. November von Infratest dimap. Beunruhigt ist die Bevölkerung vor allem wegen der Nebenwirkungen der Impfung mit Pandemrix (s. Download rechts "Packungsbeilage Pandemrix").
Bund und Länder haben den Hersteller GlaxoSmithKline in dem 2007 geschlossenen Rahmenvertrag über die Lieferung von Pandemieimpfstoffen übrigens von der Haftung für Nebenwirkungen oder Impfschäden durch die Pandemieimpfstoffe vollständig freigestellt; für auftretende Schäden haftet danach nur der Staat.
(Quellen: RKI, Bundesministerium für Gesundheit, 13.11.09)


Vier Impfstoffe gegen Neue Grippe in Deutschland zugelassen
Wie Novartis am 5. November mitteilte, hat das Unternehmen in Deutschland von der zuständigen Zulassungsbehörde (Paul-Ehrlich-Institut) die Zulassung für Celtura®, seinen adjuvantierten, monovalenten Influenza A(H1N1)-Impfstoff 2009 auf Zellkulturbasis, erhalten. Novartis wird jetzt die Zulassung in weiteren wichtigen Ländern vorantreiben. Celtura® wird in Marburg hergestellt und ist ein mit dem Wirkverstärker MF59® adjuvantierter, inaktivierter Grippeimpfstoff. Er ist für die aktive Immunisierung gegen die durch das neue pandemische A(H1N1)-Grippevirus verursachte Erkrankung ab 6 Monaten einsetzbar. Der Impfstoff enthält 3,75 Mikrogramm (µg) Antigen und 0,125 ml MF59. Er wird in Mehrfachampullen angeboten sowie in Fertigspritzen mit je einer Dosis.
Damit sind folgende Impfstoffe vom Paul-Ehrlich-Institut für den deutschen Markt zugelassen: Pandemrix® von GlaxoSmithKline, Focetria® und Celtura® von Novartis und Celvapan® von Baxter. Celvapan® enthält ganze abgetötete Viren und im Gegensatz zu Focetria®, Celtura® und Pandemrix® weder die umstrittenen Zusatz- noch Konservierungsstoffe.
(Quellen: PEI, Novartis Behring, 05.11.09)


Engpässe beim Grippeimpfstoff Pandemrix
Laut Landesapothekerverband Baden-Württemberg ist bislang nur ein kleiner Bruchteil der erwarteten Impfdosen gegen die Neue Grippe in Baden-Württemberg angekommen. Geordert waren insgesamt 6,35 Millionen Impfdosen. Davon hätten in den ersten beiden Wochen seit dem 26. Oktober etwa 1,5 Millionen Dosen ins Land geliefert werden sollen. Angekommen in Baden-Württemberg sind bislang jedoch nur rund 316.000 Impfdosen gegen die Schweinegrippe. Nur etwa die Hälfte hiervon war zur Weitergabe über die Apotheken an die Ärzte bestimmt. Welche Ärzte impfen, kann der nachfolgenden Liste des Deutschen Hausärzteverbandes, Landesverband Baden-Württemberg entnommen werden. Empfohlen wird jedoch, zunächst beim eigenen Hausarzt nachzufragen, da die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt - nicht jeder impfende Arzt ist registriert.

(Quellen: Deutscher Hausärzteverband, Landesapothekerverband Baden-Württemberg, 03.11.09)


Zweite Welle hat begonnen - WHO rät weiter zur Impfung
Die Neue Grippe wird nach Informationen des Robert-Koch-Instituts mittlerweile zu 90 Prozent durch Ansteckung im Inland übertragen. In Deutschland zeigt sich ein deutlicher Anstieg der übermittelten Fälle für die 43. Kalenderwoche (KW), der wie in der Vorwoche durch einen starken kontinuierlichen Anstieg der Inzidenz in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verursacht wird. Die Zahl der labordiagnostisch oder epidemiologisch bestätigten Fälle betrug für die 43. KW aktuell 3.075 Fälle (darunter 2.440, die die Referenzdefinition* erfüllen). Die Welle, die für den Herbst erwartet wurde, habe begonnen, informiert das Robert-Koch-Institut in Berlin. Insgesamt sind für Deutschland fast 30.000 Schweinegrippe-Fälle registriert. In Baden-Württemberg wurden bis zum 2. November 4.439 Fälle mit Neuer Grippe gezählt. Die Anzahl der Todesfälle in Deutschland hat sich auf sechs erhöht (Stand: 2. November).
Nach Angaben von Jörg Hacker, dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts in Berlin (RKI), läuft die bundesweite Impfaktion nur schleppend an. Die WHO rät weiterhin zu einer Impfung gegen den H1N1-Erreger sowie zu verstärkten Hygienemaßnahmen. Schweden impft seit dem 12. Oktober und hat nun erste Erfahrungen mit dem auch in Deutschland verwendeten Stoff Pandemrix. Fünf Patienten in Schweden seien im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gestorben, 200 Meldungen von Verdachtsfällen unerwünschter Reaktionen durch Angehörige der Gesundheitsberufe wurden übermittelt sowie 400 bis 500 Meldungen von Impflingen. «Derzeit gibt es bei den Todesfällen allerdings keine Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung», betont das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Beachtenswert sei die Meldung von zum Teil schwerwiegenden allergischen Reaktionen.
Nach RKI-Angaben wurden bislang in Deutschland keine mutierten Schweinegrippe-Viren entdeckt.

*Referenzdefinition (RD): Klinische Erkrankung MIT labordiagnostischem Nachweis oder epidemiologischer Bestätigung. In der Gesamtzahl sind auch Fälle enthalten ohne Angaben zum klinischen Bild. Um die Influenza-Referenzdefinition zu erfüllen, muss es sich jedoch um einen klinisch-epidemiologischen oder klinsch-labordiagnostischen Fall handeln.

(Quellen: RKI - 29.10.09, WHO, PEI )


Diskussion um Impfstoffe gegen Neue Grippe
Eine Woche vor dem Start der Massenimpfung gegen die Neue Grippe ist die Bundesregierung dem Vorwurf einer Zwei-Klassen-Medizin ausgesetzt. "Celvapan", "Pandemrix" und "Focetria" heißen die Impfstoffe gegen die Schweinegrippe. Kanzlerin und Minister sollen nach SPIEGEL-Informationen mit dem Impfstoff Celvapan von Baxter vor Schweinegrippe geschützt werden, Beamte von Ministerien und nachgeordnete Behörden ebenso. Die Schlagzeilen seien falsch, sagt Regierungssprecher Ulrich Wilhelm: "Es geht nur um die Soldaten der Bundeswehr, die Bundespolizei, die Angehörigen der Krisenstäbe im Bund."

Neben Pandemrix von GlaxoSmithKline - vorgesehen für Deutschland - hatte die EU Anfang Oktober die Impfstoffe Focetria des Herstellers Novartis und Celvapan von Baxter freigegeben. Celvapan enthält ganze abgetötete Viren und im Gegensatz zu Focetria und Pandemrix weder die umstrittenen Zusatz-, noch Konservierungsstoffe. Daher gilt das Serum zwar als verträglicher, verdirbt aber schneller wegen des Mangels von Konservierungsstoffen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten mit nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoffen geimpft werden sollen.

In Baden-Württemberg sind laut Sozialministerium inzwischen 3.429 Menschen an der Neuen Grippe erkrankt (Stand 19.10.09).
Weitere Informationen zu den Pandemischen Influenzaimpfstoffen finden Sie auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI). 

(Quellen: PEI, SPIEGEL, Bundesministerium für Gesundheit, Sozialministerium Baden-Württemberg, 21.10.09)


Hotline und Infoportal zur Neuen Grippe
Rechtzeitig vor dem Start der Impfungen, den die Länder für den 26. Oktober 2009 planen, hat das BMG sein Informationsangebot überarbeitet. Unter www.neuegrippe.bund.de finden Bürger und Fachleute künftig wichtige Informationen zur Neuen Grippe: Ansteckung, Symptome, und Verhaltensempfehlungen, Wichtiges für Ärzte und weiteres Fachpublikum sowie Informationen und Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern zum Impfen gegen die sogenannte Schweinegrippe. Das Bundesministerium für Gesundheit hat außerdem seit 14. Oktober die Rufnummer seines Infotelefons zur Neuen Grippe von der Rufnummer 0800 4400550 zur Rufnummer 030 346 465 100 geändert.

www.neuegrippe.bund.de
Infotelefon neue Nummer: 030 346 465 100

(Quelle: Bundesministerium für Gesundheit - 14.10.09)


Erster Todesfall in Deutschland
In Deutschland gab es einen Todesfall, der im Zusammenhang mit einer Infektion mit der Neuen Influenza steht. Darüber hat die Universitätsklinik Essen am 25.9.2009 informiert. Es handelt sich um eine 36-jährige Frau, die an den Folgen einer Infektion mit akutem Lungen- und Multiorganversagen gestorben ist und die auch eine vorbestehende Erkrankung der Atemwege hatte. Bei der Patientin waren nicht nur Bakterien sondern auch die Erreger der Neuen Influenza – das Influenza-Virus H1N1 – nachweisbar. Ob die Patientin unmittelbar an der Neuen Influenza selbst beziehungsweise an deren Komplikationen starb oder vielmehr bakterielle und virale Infektionen nur zufällig zusammen auftraten, wird weiter untersucht.
(Quelle: RKI, Universitätsklinikum Essen - 25.09.09)


Grippeschnelltests bei "Neuer Grippe" wenig geeignet
Antigen-Schnelltests auf Infektionen mit dem Influenza-Virus sind zum Nachweis der "Neuen Grippe" anscheinend wenig geeignet. Zu diesem Schluss kommen Virologen der Universität Bonn in einer neuen Studie. Darin untersuchten sie Proben von 144 Patienten, die nachweislich mit dem neuen Erreger infiziert waren. Lediglich in 16 Fällen lieferte der verwendete Schnelltest ein positives Ergebnis - das ist eine Quote von 11 Prozent. Weitaus sicherer seien so genannte PCR-Tests. Diese sind zwar etwa 5-mal so teuer, haben aber eine Sensitivität von nahezu 100 Prozent. Die Studie ist nun in der Zeitschrift Emerging Infectious Diseases erschienen.
(Quelle: idw - 21.09.09)

Land ist auf die Neue Grippe vorbereitet
Die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz informierte am 15. September den Ministerrat über den aktuellen Stand der Vorbereitungen zur Impfung gegen die Neue Grippe. Die Bundesländer haben gemeinsam bereits 50 Millionen Dosen Impfstoff gegen die Neue Grippe bestellt. 6,35 Millionen Dosen sind für Baden-Württemberg geordert. "Sollten sich die Hinweise bestätigen, dass eine einmalige Impfung ausreicht, dann könnte mit dem bereits bestellten Impfstoff ein Großteil der Baden-Württemberger geimpft werden“, rechnete Stolz vor. Im Land soll bei den niedergelassenen Ärzten geimpft werden. Die Impfung für das Personal der Krankenhäuser, Rettungsdienste und Krankentransporte soll hingegen vom öffentlichen Gesundheitsdienst koordiniert und in Kooperation mit den Betriebs- und Werksärzten durchgeführt werden.
(Quelle: Sozialministerium Baden-Württemberg - 15.09.09)


EU-Kommission beschließt gemeinsame Initiative
In Deutschland sind dem Robert Koch-Institut mit Datenstand vom 14. September seit Ende April 2009 insgesamt 18.326 Fälle der Neuen Grippe (Influenza H1N1/2009) übermittelt worden. 2.805 Fälle waren es bis 15. September in Baden-Württemberg. Die EU-Kommission will gemeinsam mit den Gesundheitsministern der G7-Länder sowie Mexikos das weitere Vorgehen gegen die Grippepandemie (H1N1) abstimmen. Dazu hat die EU-Kommission am 11. September eine außerordentliche Ministertagung im Rahmen der globalen Initiative für Gesundheitssicherheit (GHSI) veranstaltet. Im Mittelpunkt stand, wie das Gesundheitswesen auf das Grippevirus des Typs A (H1N1) wirkungsvoll reagieren kann. Hintergrund ist das Risiko einer möglicherweise virulenteren Viruswelle in den kommenden Monaten.
(Quellen: EU-Kommission, RKI, Sozialministerium Baden-Württemberg, 15.09.09)


Der vfa informiert über den Impfstoff gegen die Neue Grippe
In Deutschland sollen ab Herbst 2009 Impfstoffe gegen die Neue Grippe zum Einsatz kommen. Diese enthalten neben Antigenen aus dem Schweinegrippe-Virus auch Wirkverstärker, sogenannte Adjuvantien. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa) stellt auf seinem Internetportal aktuelle Informationen zu den Wirkverstärkern zur Verfügung: Informationen des vfa zu Adjuvantien
(Quelle: vfa - 07.09.09)


Influenza breitet sich schnell aus - Massenimpfung in Deutschland fraglich
In einem Interview mit der französischen Zeitung „Le Monde“ sagte die Leiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, das Schweinegrippe-Virus vom Typ A/H1N1 würde sich unglaublich schnell ausbreiten. Es breite sich ca. viermal schneller aus als andere Viren und legt in sechs Wochen eine Strecke zurück wie andere Viren in sechs Monaten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen. "Ich richte mich nach den Empfehlungen der Sachverständigen", sagte Merkel in Berlin. Wie eine repräsentative SPIEGEL-Umfrage ergab, wollen sich nur 13 Prozent der Deutschen gegen den Influenza-Erreger H1N1 immunisieren lassen, 25 Prozent wollen die Impfung "wahrscheinlich". Die Massenimmunisierung ist auch wegen möglicher Nebenwirkungen umstritten. Bis zum 1. September zählte das RKI in Deutschland 16.261 Infizierte, in Baden-Württemberg stieg die Zahl inzwischen auf 2.401 (Stand 2. September).
(Quellen: SPIEGEL ONLINE, RKI, Sozialministerium Baden-Württemberg, 03.09.09)

Impfung und Behandlung von Schwangeren
Bei einer Infektion in der Schwangerschaft mit der „normalen“ saisonalen Grippe (und analog vermutlich auch bei der Influenza A/H1N1) wird eine Schädigung des Feten durch das Virus nicht angenommen. Nach bisherigem Kenntnisstand ist das neue Influenzavirus A/H1N1 empfindlich gegen die antiviralen Medikamente Oseltamivir und Zanamivir. Bei tatsächlich vorliegender Behandlungsindikation erscheint die Anwendung von Oseltamivir oder Zanamivir in der Schwangerschaft akzeptabel. Zur Impfung gibt es international derzeit unterschiedliche Standpunkte. Diese reichen von Empfehlungen zur allgemeinen Durchimpfung aller Schwangeren, auch im 1. Trimenon, bis zur eher vorsichtigen Empfehlung, nur solche mit chronischen Erkrankungen einzubeziehen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die vorrangige Impfung von Schwangeren gegen das Schweinegrippe-Virus A/H1N1. Die Datenlage für diese Empfehlung ist laut Paul-Ehrlich-Institut allerdings sehr schwach.
(Quellen: Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie www.embryotox.de (17.08.09), WHO)


Kabinett gibt grünes Licht für Massenimpfung
Das Bundeskabinett hat am 19. August die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um vom Herbst an gegen die „Neue Grippe“ A(H1N1) impfen zu lassen. Die Organisation der Impfung ist Aufgabe der Länder. Zum Schutz vor der Neuen Grippe haben die Länder zunächst für 25 Millionen Menschen Impfstoff bestellt. In einem ersten Schritt sollen Personen geimpft werden, bei denen zu befürchten ist, dass eine Infektion zu schweren Krankheitsverläufen führt. Dazu zählen Personen mit einem erhöhten Krankheitsrisiko, aber auch Schwangere. Außerdem werden Personen geimpft, die für die gesundheitliche Versorgung und die Sicherheit der Bevölkerung wichtig sind (Beschäftigte im Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr). Der Leistungsanspruch soll auf alle gesetzlich Krankenversicherten ausgedehnt werden, wenn dies erforderlich ist. In Deutschland wurden bis 24. August 14.581 Fälle mit Neuer Grippe registriert, in Baden-Württemberg waren es bis zum 25. August 1.963 Fälle.
Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine Hotline geschaltet. Diese erreichen Sie kostenlos unter 0800 44 00 55 0.
(Quellen: Bundesregierung online - 19.08.09, RKI, Sozialministerium Baden-Württemberg - 25.08.09)


Zahl der Grippeerkrankten steigt weiter
In Deutschland sind dem Robert Koch-Institut mit Datenstand vom 17.08.2009 insgesamt 12.493 Fälle der Neuen Grippe (Influenza H1N1/2009) übermittelt worden. Gegenüber der letzten Aktualisierung (Datenstand 14.08.2009) wurden 373 Fälle neu übermittelt. Der Anstieg wird nach wie vor hauptsächlich durch Reiserückkehrer verursacht, die nach Rückkehr aus dem Urlaub mit neuer Influenza gemeldet werden (257 Fälle), 116 Fälle wurden in Deutschland erworben (autochthon). In Baden-Württemberg wurden bis 17. August 1.457 Fälle mit Neuer Grippe gezählt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Einschätzung bekräftigt, dass die weltweite Ausbreitung des Virus nicht zu stoppen ist. Die etablierten Maßnahmen und Krisenreaktionsstrukturen in Deutschland wurden daher an die neue Situation angepasst. Insbesondere haben die Bundesländer Impfstoff für die besonders gefährdeten Gruppen bestellt.
(Quelle: RKI - 18.08.09)


Finanzierung der Schweinegrippe-Impfung geregelt
Bundesregierung und Krankenkassen haben sich am 13. August über die Finanzierung der Schweinegrippen-Impfungen geeinigt. Die Kassen übernehmen für bis zu 50 Prozent ihrer Versicherten die Kosten. Sollte der Bedarf höher sein, will der Staat mit Steuermitteln für die Kosten einstehen. Die Impfstoffe sollen voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober zur Verfügung stehen. Die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt teilte mit, dass die Private Krankenversicherung und die Beihilfe sich bereit erklärt hätten, entsprechend der Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung, ihren Anteil zu übernehmen.
(Quelle: BMBF - 13.08.09)


Hinweise des RKI zur labordiagnostischen Diagnose-Sicherung
Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt neue Hinweise zur labordiagnostischen Sicherung der Diagnose einer Infektion mit dem neuen Influenza A/H1N1-Virus. Diese Sicherung ist in der aktuellen Situation insbesondere dann erforderlich, wenn hieraus therapeutische Schlussfolgerungen für die Betroffenen oder Schutzmaßnahmen für die öffentliche Gesundheit (z.B. häusliche Quarantäne von Kontaktpersonen) abgeleitet werden können. In diesen besonderen Fällen reicht es nicht, sogenannte Schnelltests einzusetzen, für die ohnehin keine Anwendungsempfehlung zur Fallabklärung einer Neuen Influenza A/H1N1 besteht. Ebenfalls ist es in diesen besonderen Fällen nicht ausreichend, lediglich eine klinisch-epidemiologische Diagnose zu erstellen.

Hinweise zur labordiagnostischen Sicherung - Informationen des RKI

(Quelle: RKI - 06.08.09)


Neuer Impfstoff im Test
Die Ethikkommission hat am 31. Juli ihr Votum für die Testphase des Impfstoffs gegen das so genannte Schweinegrippe-Virus H1N1 erteilt. Prof. Dr. med. Frank von Sonnenburg, stellvertretender Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der LMU, koordiniert ab Anfang August 2009 die deutschlandweite Impfstudie gegen das so genannte Schweinegrippe-Virus H1N1 bei Erwachsenen. Parallel dazu untersucht PD Dr. Markus Knuf von der der Uniklinik Mainz die Verträglichkeit des Impfstoffs bei Kindern. Der zu testende Impfstoff der Firma Novartis ist ähnlich zusammengesetzt wie herkömmliche, bereits auf dem Markt erhältliche Grippeimpfstoffe; er enthält inaktive Bestandteile des H1N1-Virus mit oder ohne Immunverstärker. Der Impfstoff kann keine Neue Grippe verursachen. Im Rahmen der multizentrischen Studie soll neben der Verträglichkeit des noch nicht zugelassenen Impfstoffs geprüft werden, in welchem Ausmaß der Impfstoff die körpereigenen Abwehrkräfte stimuliert und somit gegen eine Ansteckung schützt.
(Quelle: Klinikum der Universität München, 04.08.09)


Neue Grippe laut Experten nicht mehr zu stoppen
Insgesamt 679 bestätigte Fälle mit Neuer Grippe in Baden-Württemberg meldet das Ministerium für Arbeit und Soziales. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass die weltweite Ausbreitung des neuen Influenzavirus H1N1/09 ("Schweinegrippe") nicht zu stoppen ist. Auch in Deutschland ist die Fallzahl weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut hat in Deutschland bis zum 31. Juli 6.800 Fälle der Schweinegrippe verzeichnet.
(Quellen: Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg - 03.08.09, RKI - 31.07.09)


Neue Grippe breitet sich weiter aus
In Deutschland sind bis zum 10. Juli 2009 insgesamt 737 Fälle der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) bestätigt worden. Neue Fälle wurden aus fast allen Bundesländern übermittelt. Es sind weiterhin vor allem jüngere Altersgruppen betroffen. In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mild verlaufen.
(Quelle: RKI - 13.07.09)


119 Fälle mit Neuer Grippe in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg gibt es weitere Fälle von ‚Neuer Grippe‘. Damit gibt es 119 bestätigte Fälle im Land. Das teilt das Ministerium für Arbeit und Soziales mit. Die bestätigten Fälle verteilen sich auf die Kreise Bodensee, Konstanz, Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald,  Schwarzwald-Baar, Emmendingen, Ravensburg, Freudenstadt, Ortenau, Alb-Donau, Zollernalb, Enzkreis, Karlsruhe, Rastatt, Lörrach, Stuttgart, Böblingen, Esslingen, Reutlingen, Rems-Murr, Ludwigsburg, Heilbronn, Mannheim und den Rhein-Neckar-Kreis.
(Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg - 13.07.09)

Universeller Grippeimpfstoff: Von der Achillesferse der Grippeviren
Bisher muss jedes Jahr ein neuer Grippeimpfstoff entwickelt werden, da sich die Hüllproteine der Grippeviren schnell verändern. Nun haben zwei US-amerikanische Forschergruppen unabhängig voneinander einen Antikörper
hergestellt, der eine bestimmte, sich kaum ändernde Region auf der Hülle einer Vielzahl von Grippeviren (Influenza-A-Viren) erkennt. Dazu zählen auch die Erreger der Vogelgrippe sowie die der sogenannten Spanischen Grippe, der in den Jahren 1918 bis 1920 schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Ob auch die Erreger der Neuen Grippe (Schweinegrippe) von diesem neuartigen Antikörper erkannt werden, ist noch offen.

Situationseinschätzung zur Neuen Influenza
In Deutschland sind seit dem 29. Juni 2009 weitere 29 Fälle der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) bestätigt worden. Die Gesamtzahl der in Deutschland bestätigten Fälle beträgt damit 417. In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mild verlaufen. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation gibt es vermutlich keine oder nur eine beschränkte Immunität gegen das neue H1N1-Virus. Die WHO weist darauf hin, dass das Virus insbesondere in der bevorstehenden Influenzasaison auf der Südhalbkugel Gelegenheit zum Austausch genetischen Materials haben könnte.
(RKI - 30.06.09)

Neue Grippe breitet sich in Baden-Württemberg aus
In Baden-Württemberg gibt es 17 weitere Fälle von ‚Neuer Grippe‘. Damit gibt es 52 bestätigte Fälle im Land. Das teilte das Ministerium für Arbeit und Soziales mit. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass sich ein Mann aus dem Kreis Tübingen und ein Mann aus dem Kreis Esslingen, ein Mann aus dem Kreis Ravensburg sowie ein Mann aus dem Rems-Murr-Kreis mit dem Subtyp der ‚Neuen Grippe‘ angesteckt haben. Ebenso haben sich drei Männer und drei Frauen aus dem Kreis Karlsruhe, ein Mann und eine Frau sowie ein Kind aus dem Rhein-Neckar-Kreis, eine Frau und ein Kind aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und zwei Kinder aus dem Bodenseekreis infiziert.
(Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg - 23.06.09)

RKI bestätigt 301 Fälle von Neuer Grippe in Deutschland
In Deutschland sind 23 weitere Fälle der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) bestätigt worden. Die Gesamtzahl der seit 29. April 2009 in Deutschland bestätigten Fälle beträgt damit 301. Mit weiteren Erkrankungen muss gerechnet werden. Angesichts der aus betroffenen Staaten eingeschleppten Infektionen und den inzwischen auch vor Ort („autochthon“) aufgetretenen Infektionen steigt die Bedeutung der persönlichen Hygienemaßnahmen, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern und bei vielen Kontakten zu anderen, etwa in Schulen. Es ist bekannt, dass sich die Influenza unter Kindern und Jugendlichen besonders rasch ausbreiten kann. Bei den bisher im Nationalen Referenzzentrum für Influenza im Robert Koch-Institut untersuchten neuen Influenzaviren haben sich die so genannten Neuraminidasehemmer als wirksam erwiesen.
(Quelle: RKI - 23.06.09)


35 Fälle von Neuer Grippe in Baden-Württemberg
Das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg gab am 19. Juni weitere Fälle von 'Neuer Grippe' bekannt. Damit gibt es 35 bestätigte Fälle im Land. Zwei Fälle aus dem Alb-Donau-Kreis wurden bereits am 11. Juni als wahrscheinliche Fälle bekannt gegeben. Die Untersuchungen wurden jedoch erst jetzt bestätigt. Beide Personen hatten sich den USA aufgehalten.
Weiter hätten die Untersuchungen gezeigt, dass sich ein Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis und ein Mann aus dem Kreis Esslingen sowie eine Frau aus dem Rems-Murr-Kreis und eine Frau aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit dem Subtyp der ‚Neuen Grippe‘ angesteckt haben. Ebenso hat sich ein Mann aus dem Kreis Karlsruhe infiziert, wie die Untersuchungen beim Landesgesundheitsamt zeigten. Weitere Fälle werden derzeit untersucht. Die Gesundheitsämter in den Kreisen haben die notwendigen Schritte eingeleitet. Bisher verliefen alle Erkrankungsfälle in Baden-Württemberg milde.
(Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg - 19.06.09)


Novartis beschleunigt Impfstoffproduktion
Novartis hat die Produktion der ersten Charge eines Influenza A(H1N1)-Impfstoffes Wochen früher als erwartet abgeschlossen. Die Herstellungstechnologie auf Zellkulturbasis schafft die Voraussetzung, die Impfstoffproduktion zu starten, sobald ein pandemischer Virusstamm identifiziert ist, ohne dass dieser für die Vermehrung an Hühnereiern angepasst werden muss. Dieser Vorteil hat die erforderliche Zeit bis zur Impfstoffproduktion um Wochen verkürzt. Die erste Charge mit zehn Litern Wildtyp-Influenza A(H1N1)-Impfstoff-Monobulk wird für prä-klinische Untersuchungen und Tests genutzt und wird außerdem für klinische Studien in Betracht gezogen. Auf dieser Basis erwartet Novartis, schnell dazu in der Lage zu sein, zügig einen re-assortanten Influenza A (H1N1) Impfstoff herstellen zu können und die Produktion hochzufahren.
(Quelle: Novartis Behring - 12.06.09)

Baden-Württemberg kauft zusätzliche Grippemedikamente
Der Finanzausschuss des Landtags von Baden-Württemberg stellt im zweiten Nachtragshaushalt 2009 für den Kauf zusätzlicher Grippemedikamente 10,2 Millionen Euro ein. Dies wurde auf der Sitzung am Montag, 15. Juni 2009 beschlossen. Gedeckt würden diese Kosten durch eine Erhöhung der globalen Minderausgabe in der gleichen Höhe.
(Quelle: Landtag von Baden-Württemberg, 15.06.09)


WHO ruft Phase 6 aus
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 11. Juni 2009 für das neue Influenzavirus die sogenannte Phase 6 ausgerufen, die charakterisiert ist durch fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen in einer zweiten der insgesamt sechs WHO-Regionen. Der von Bund und Ländern getragene Nationale Pandemieplan enthält Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen und erläutert die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Pandemieplanung. Auch Empfehlungen für persönliche Hygienemaßnahmen wie Händewaschen sind Bestandteil des Plans. Die Bundesländer haben landesspezifische Pläne, auch Kommunen und Kliniken haben Pandemiepläne. In Deutschland haben sich Impfstoffhersteller verpflichtet, eine frühestmögliche Bereitstellung eines Impfstoffes zu gewährleisten.
(Quelle: RKI - 11.06.09)

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