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Bachelor-Thesis über Furan in Kaffee ausgezeichnet

Julia Waizenegger hat den Oecotrophica-Preis des Verbandes der Oecotrophologen bekommen. Die Absolventin der Hochschule Albstadt-Sigmaringen überzeugte die Jury mit ihrer Abschlussarbeit im Bereich Humanernährung. Das Ziel der Arbeit war, die Furan-Konzentrationen in Kaffee Produkten, die gezielt an Jugendliche gerichtet sind, zu analysieren. Furan gilt als möglicherweise krebserregend für den Menschen.

Am Hochschulstandort Sigmaringen studierte Julia Waizenegger „Lebensmittel, Ernährung, Hygiene“. Für ihre Bachelor-Thesis analysierte sie die Furan-Konzentration in Kaffeeprodukten, die bei Jugendlichen besonders beliebt sind. Furan ist ein Stoff, der von der World Health Organisation als möglicherweise krebserregend eingestuft wird. Teil der Untersuchung war, das Gesundheitsrisiko für deutsche Jugendliche zu bewerten. Die auf Englisch verfasste und mit 1,0 benotete Abschlussarbeit trägt den Titel „Analysis and risk assessment of furan in coffee products targeted to adolescents“.

Die Sigmaringer Absolventin ist eine von fünf Preisträgerinnen, die der Verband der Oecotrophologen Mitte Juni bei einem Kongress in Nürnberg ehrte. Sie teilt sich 700 Euro Preisgeld mit Claudia Fuhrmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, deren Diplomarbeit von der Jury gleich gut bewertet wurde. Der Verband zeichnet einmal pro Jahr besonders gute Doktor-, Diplom-, Master- oder Bachelorarbeiten im Bereich der Ernährungswissenschaften aus.

Julia Waizenegger untersuchte drei verschiedene Arten von Kaffeegetränken. Sie maß den Gehalt an karzinogenem Furan in verschiedenen abgefüllten, trinkfertigen Kaffees, in Kaffees aus löslichem Instant-Kaffeepulver sowie in frisch zubereiteten Kaffees von Schnellrestaurants und Kaffeeketten. Um zu klären, ob es einen Zusammenhang zwischen Coffein- und Furan-Konzentrationen gibt, maß sie außerdem den Coffein-Gehalt. Den höchsten Furan-Gehalt wiesen die Kaffees von Schnellrestaurants und Ketten auf, am wenigsten Furan war im Instantkaffee. Die Coffein- und Furan-Konzentrationen hingen nicht zusammen. Generell nehmen also Kinder und Jugendliche, die häufig Kaffee von Schnellrestaurants und Kaffeeketten trinken, am meisten Furan durch Kaffee auf. Die Bewertung des Krebsrisikos durch Furan anhand verschiedener Szenarios zeigte, dass bei der Menge an Kaffee, die Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen derzeit trinken, vor allem die 10- bis 12-jährigen Mädchen und die 16- bis 18-jährigen männlichen und weiblichen Jugendlichen potenziell gefährdet sind. Es sei denn, sie trinken Instantkaffee.
Die Oecotrophica-Preisträgerinnen 2012 mit Blumensträußen (v.l.n.r.): Svenja Zimmer, Dr. Christina Holzapfel, Claudia Fuhrmann, Julia Waizenegger und Dr. Carina Walter. © Matthias Merz

Betreuerin von Julia Waizenegger war ihre Professorin Dr. Gertrud Winkler. Sie sagt: „Die in Kooperation mit dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe erstellte Arbeit ist sowohl in wissenschaftlicher als auch in praktisch-präventiver Hinsicht von hoher Bedeutung.“ Der Umfang des praktischen und schriftlichen Teils gehe deutlich über den anderer Bachelorarbeiten hinaus. Die Oecotrophica-Preisträgerin gehörte bei der Abschlussfeier der Hochschule im Oktober 2011 auch zu den Besten ihres Jahrgangs. Inzwischen strebt sie einen Masterabschluss an. Sie studiert Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/bachelor-thesis-ueber-furan-in-kaffee-ausgezeichnet