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Baden-Württemberg erfolgreichstes deutsches Bundesland im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU

„Baden-Württemberg ist mit Abstand das erfolgreichste deutsche Bundesland im 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union. Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus dem Land konnten im Vergleich aller Bundesländer die meisten EU-Mittel für die Forschung einwerben. Jeder fünfte Euro für Deutschland ging nach Baden-Württemberg. Mit 672 Mio. Euro liegt das Land noch vor EU-Staaten wie Österreich und Dänemark“. Dies sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am Dienstag (12. Januar 2010) in Stuttgart.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg (l.) und Ministerpräsident Günther H. Oettinger (r.) am 12. Januar 2010 bei der Regierungspressekonferenz im Landtag in Stuttgart © Staatsministerium Baden-Württemberg

Am 11. Januar hatte der Wissenschaftsminister dem Kabinett über das Abschneiden des Landes im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU in den Jahren 2002 bis 2006 und die bisherige Bilanz beim laufenden 7. Forschungsrahmenprogramm berichtet.

Auch im Hochschulvergleich ist Baden-Württemberg das erfolgreichste Bundesland

Der Erfolg für Baden-Württemberg sei besonders hoch zu bewerten, weil für die Vergabe von Forschungsmitteln der EU regionaler Proporz keine Rolle spiele, sondern ausschließlich die Qualität maßgeblich sei, so Oettinger und Frankenberg. „Fünf der zehn erfolgreichsten deutschen Hochschulen kommen aus dem Südwesten, angeführt von der Universität Stuttgart, die mit 54 Mio. Euro bundesweit an der Spitze liegt. Von insgesamt 672 Mio. Euro für das Land sind allein 225 Mio. Euro an die baden-württembergischen Hochschulen geflossen. Baden-Württemberg ist damit auch im Hochschulvergleich das erfolgreichste Bundesland. Die 3 Mio. Euro an Landesmitteln, die wir den Hochschulen zur Einwerbung von Projekten während der Laufzeit des 6. Forschungsrahmenprogramms gewährt haben, wurden so um ein Vielfaches multipliziert“. Zudem stammten vier der zehn Unternehmen, die im Forschungsrahmenprogramm am besten abgeschnitten hätten, aus Baden-Württemberg. Zu nennen seien die Daimler AG, die SAP AG, die Robert Bosch GmbH und die Alcatel SEL AG.

Auch das im Jahr 2007 angelaufene 7. Forschungsrahmenprogramm sei für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Land viel versprechend angelaufen. Der Anteil Baden-Württembergs an den bislang für Deutschland bewilligten Zuwendungen liege bei 22 Prozent. Die Erfolge baden-württembergischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen setzten sich hier nahtlos fort.

Wachsende Bedeutung der EU-Forschungsförderung

Die Bedeutung der EU-Forschungsförderung sei in den vergangenen Jahren gestiegen und werde weiter zunehmen, betonten Oettinger und Frankenberg. Im ersten Forschungsrahmenprogramm der Jahre 1984 bis 1987 habe das Budget noch 3,3 Mio. Euro betragen, im 6. Forschungsrahmenprogramm der Jahre 2002 bis 2006 hätten 17,5 Mrd. Euro zur Verfügung gestanden, im laufenden 7. Forschungsrahmenprogramm der Jahre 2007 bis 2013 seien es sogar 53,3 Mrd. Euro.

„Angesichts der gestiegenen Bedeutung der Europäischen Forschungsförderung wird es für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen immer wichtiger, sich mit ihren Forschungsprojekten durchzusetzen. Die Landesregierung wird dabei die notwendige Unterstützung leisten“, sagten Oettinger und Frankenberg. Dies betreffe sowohl die Anschubfinanzierung durch das Land als auch die Mitwirkung an der Ausgestaltung der Förderprogramme. So werde Baden-Württemberg darauf achten, dass es auch weiterhin Raum gebe für die für Hochschulen besonders attraktiven kleinen und mittleren Forschungsverbünde. Außerdem sei es ein wichtiges Ziel des Wissenschaftsministeriums, den administrativen Aufwand bei der Antragstellung und Durchführung von Projekten weiter zu reduzieren.

Bestätigung für die Wissenschaftspolitik des Landes auch durch Erfolg des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im EU-Forschungs- und Innovationswettbewerb

„Der Erfolg baden-württembergischer Forscherinnen und Forscher im europäischen Wettbewerb zeigt, dass der wissenschaftspolitische Kurs der Landesregierung richtig ist. Dazu gehören eine solide finanzielle Ausstattung und Rahmenbedingungen, die Spitzenleistungen ermöglichen“, so Oettinger und Frankenberg.

Eine Bestätigung für die Wissenschaftspolitik des Landes sei auch der jüngste Erfolg des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Wettbewerb des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) zur Einrichtung von Wissens- und Innovationsgemeinschaften. Das Energieforschungsprojekt „InnoEnergy“, beantragt unter der Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), werde in Karlsruhe und an anderen europäischen Standorten umgesetzt. Es erhalte eine EU-Förderung in Höhe von 25 bis 30 Mio. Euro pro Jahr für zunächst vier Jahre. Auch das Land fördere die Umsetzung am KIT mit bis zu 3 Mio. Euro pro Jahr in der Startphase. Mit insgesamt 35 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft bilde das KIT ein Europäisches Konsortium für Forschung, Lehre und Innovation im Bereich erneuerbarer Energien.

„Die Entscheidung des EIT vom Dezember stärkt die Führungsrolle des KIT als Deutsches und Europäisches Energieforschungszentrum“, unterstrichen Oettinger und Frankenberg. Der Erfolg belege zugleich die Forschungs- und Innovationskraft des Landes. Der KIT-Antrag sei einer von drei erfolgreichen Anträgen. Insgesamt seien 18 Anträge im Rennen gewesen.

EU-Forschungsrahmenprogramm
Seit 1984 legt die EU-Kommission mehrjährige Rahmenprogramme für Forschung und technologische Entwicklung auf, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern. Das vom Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament im Juni 2002 verabschiedete 6. Forschungsrahmenprogramm (FRP) umfasste den Zeitraum 2002 bis 2006, wobei die geförderten Projekte hauptsächlich im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 durchgeführt wurden. Gefördert wurden im 6. FRP sowohl die angewandte Forschung als auch die Grundlagenforschung bis hin zur experimentellen Entwicklung, der Unterstützung der Mobilität von Forschern und der Verbreitung von Forschungsergebnissen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/baden-wuerttemberg-erfolgreichstes-deutsches-bundesland-im-6-forschungsrahmenprogramm-der-eu