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Bald funkt’s aus dem Operationsbesteck

Die MicroMountains Applications AG und phg informierten den Mittelstandsbeauftragten der Landesregierung über eine geplante Innovation für das Gesundheitswesen. Ziel des Gemeinschaftsprojektes ist die vollautomatische Identifikation und Verwaltung von chirurgischen Instrumenten mit Hilfe von RFID-Chips.

Tausende von chirurgischen Instrumenten müssen in einem Krankenhaus verwaltet, transportiert, sterilisiert und gewartet werden. Tag für Tag. Der organisatorische Aufwand ist enorm. Ein neuartiges Gemeinschaftsprojekt mehrerer Hightech-Firmen und Forschungseinrichtungen – koordiniert durch die MicroMountains Applications AG in Villingen-Schwenningen – will für Abhilfe sorgen. Ziel ist, das Operationsbesteck vollautomatisch zu identifizieren und zu verwalten. So ließe sich viel Geld und Zeit sparen. Dazu sollen sogenannte RFID-Chips (Miniatur-Etiketten mit Funkantennen) in die Instrumente eingebaut werden. Lesegeräte, die mit den Antennen kommunizieren und die Instrumente erfassen, will die phg Peter Hengstler GmbH + Co. KG aus Deißlingen entwickeln.

Der Mittelstandsbeauftragte der Landesregierung, MdL Peter Hofelich (vorne links) ließ sich bei der phg Peter Hengstler GmbH + Co. KG in Deißlingen den Weg zu einer Innovation für die Medizintechnik erläutern, die zu einer vollautomatischen Identifikation und Verwaltung von Instrumenten führen wird. Dr. Thomas Link (vorne rechts), Vorstand der MicroMountains Applications AG aus Villingen-Schwenningen, und phg-Geschäftsführer Joachim Hengstler (dahinter) stellten das Netzwerk vor, das die Neuentwicklung gemeinsam hervorbringen will. Mitglieder des SPD-Kreisverbands Rottweil begleiteten Peter Hofelich beim Firmenbesuch
Der Mittelstandsbeauftragte der Landesregierung, MdL Peter Hofelich (vorne links) ließ sich bei der phg Peter Hengstler GmbH + Co. KG in Deißlingen den Weg zu einer Innovation für die Medizintechnik erläutern, die zu einer vollautomatischen Identifikation und Verwaltung von Instrumenten führen wird. Dr. Thomas Link (vorne rechts), Vorstand der MicroMountains Applications AG aus Villingen-Schwenningen, und phg-Geschäftsführer Joachim Hengstler (dahinter) stellten das Netzwerk vor, das die Neuentwicklung gemeinsam hervorbringen will. Mitglieder des SPD-Kreisverbands Rottweil begleiteten Peter Hofelich beim Firmenbesuch. © privat

Dieses Projekt faszinierte jetzt den Mittelstandsbeauftragten der baden-württembergischen Landesregierung, SPD/MdL Peter Hofelich. Im Rahmen eines Firmenbesuchs bei phg, zu dem der SPD-Kreisverband Rottweil eingeladen hatte, ließ er sich das von der MicroMountains Applications AG verfolgte Modell der gemeinschaftlichen Technologieentwicklung erstmals am konkreten Beispiel vorstellen. „Applications bedeutet praktische Anwendung. Als Applikationszentrum betreiben wir anwendungsorientierten Technologietransfer“, stellte Vorstand Dr. Thomas Link die MicroMountains Applications AG vor.

Sein Team agiere wie ein Übersetzer und Moderator zwischen Forschung, Industrie und Anwendern und halte bei firmenübergreifenden Produktentwicklungen den roten Faden in der Hand. Das MicroMountains-Team analysiert den Bedarf des Marktes – zum Beispiel dringend nötige Rationalisierungen in Krankenhäusern durch die automatische Erfassung und Verwaltung der Instrumente. Es sucht dazu passende Erfindungen, Patente, Normen, Forschungsergebnisse und Technologien. Und es hilft den interessierten Firmen, mit den Erkenntnissen aus der Forschung die geeigneten Produkte zu entwickeln. Dazu liefert die MicroMountains AG bei Bedarf Analysen, Messungen und Fachwissen. Sie definiert technische Anforderungen oder organisiert die Konstruktion und Fertigungsplanung.

Dieses Modell des Technologietransfers wird zurzeit in einem vom Land Baden-Württemberg geförderten Firmen- und Forschungsnetzwerk genutzt, um den Einsatz der RFID-Funkantennen im Gesundheitswesen voranzutreiben. Ein Dutzend Unternehmen und das HSG-IMIT, das Institut der Hahn-Schickard-Gesellschaft in Villingen-Schwenningen, sind beteiligt. „Wir sehen hier ein enormes Potenzial für die mittelständische medizintechnische Industrie und benachbarte Branchen“, bestätigte der Mittelstandsbeauftragte Peter Hofelich. Er erwarte, dass die beteiligten Unternehmen den Kliniken bald eine Technologie anbieten können, die möglicherweise zu erheblichen Effizienzsteigerungen führt und das medizinische Personal für wichtigere Aufgaben entlastet.

Hofelich begrüßte den Ansatz der MicroMountains Applications AG. Dieser führe die Projektbeteiligten im Netzwerk offenkundig zügig zum Ziel. Der Abgeordnete wies auf die von wissenschaftlicher Seite ins Feld geführte Technologieschwäche kleinerer Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten hin. „Technologiedienstleister wie die MicroMountains AG sind in unserem Land gut in der Lage, diese Schwäche gemeinsam mit den Unternehmen anzugehen“, so der Mittelstandsbeauftragte.

„Für uns geht es in diesem Projekt darum, innovative und besonders robuste Lesegeräte für den Einsatz von RFID-Etiketten in Kliniken zu entwickeln. Wir erwarten davon, dass wir stärker in den Markt der Medizintechnik einsteigen können“, berichtete phg-Geschäftsführer Joachim Hengstler. Mit der Unterstützung und Koordination durch die MicroMountains AG komme phg bei der Erschließung neuer Technologien gut voran. „Schneller, als wenn wir das allein entwickeln würden“, so Joachim Hengstler.

„Das Verbundprojekt für die Entwicklung von RFID-Funketiketten und Lesegeräten zur Erfassung und Verwaltung von medizinischen Instrumenten ist ein Musterbeispiel“, fasste Dr. Thomas Link zusammen. So könne Technologietransfer heute wirkungsvoll umgesetzt werden: im Netzwerk und mit Moderatoren wie der MicroMountains Applications AG. Er bat den Mittelstandsbeauftragten, auch in Zukunft für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen, die mittelständischen Unternehmen wie phg schnelle und wegweisende Innovationen ermöglichen.

MicroMountains Applications AG
Mikrotechnologien zügig zur industriellen Anwendung bringen – mit der MicroMountains Applications AG stellt sich ein neuartiger Dienstleister dieser Herausforderung. Das Unternehmen mit Sitz in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald will mittelständischen Unternehmen mit neuen Methoden des Technologietransfers helfen, die Potenziale der Mikrosystemtechnik schneller zu nutzen. Die AG operiert als selbstständiger Dienstleister nach dem Modell der Applikationszentren. Sie ist Projekt- und Netzwerkmanager, Engineering-Büro, Hightech- und Finanzierungsberater und Mittler zwischen Industrie und Forschung. Die AG hat den Auftrag, Hürden für die Anwendung der Mikrotechnologien zu beseitigen sowie Lücken zwischen wettbewerbsneutraler Forschung und gewerblicher Nutzung zu schließen.
Die MicroMountains Applications AG kooperiert mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen – insbesondere in Baden-Württemberg, wo mit dem Cluster MicroTec Südwest eine der weltweit größten Konzentrationen von Wissenschaft und Industrie auf dem Gebiet der Mikrotechnologien entstanden ist. Die drei Mitarbeiter verfügen über einzelfachliche und interdisziplinäre Kompetenzen für sämtliche Fragestellungen aus den Bereichen Mikrosystemtechnik, Mikrospritzguss, Medizintechnik und Mechatronik. Vorstand ist Dr. Thomas Link. Aufsichtsratsvorsitzender ist Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die IHK hat die Gesellschaft im Jahr 2007 gemeinsam mit dem Verein MicroMountains Network e.V. und mit Förderung durch das Bundesforschungsministerium aus der Taufe gehoben.

phg Peter Hengstler GmbH + Co. KG
Das 1974 von Peter Hengstler gegründete Unternehmen vereint die beiden Kompetenzbereiche Verbindungstechnik und Datentechnik unter einem Dach. phg ist ein Spezialist im Bereich der OEM-Komponenten für die Zutrittskontrolle, Zeit- und Datenerfassung. Das Unternehmen engagiert sich dort, wo Sicherheit ein Thema oder Betriebsdaten erfasst werden, und bietet für diese Bereiche innovative Komponenten für Identifikationssysteme. phg betreut auf diesem Gebiet Entwicklungen von der ersten konzeptionellen Überlegung bis zum serienreifen Produkt und hält am Standort Deißlingen das gesamte Entwicklungs- und Produktions-Know-how vor. Namhafte Systemintegratoren setzen die kontakt- und berührungslosen Schreib-/Lese-Komponenten von phg ein. Ein vielseitiges Standardprogramm an OEM-Systemkomponenten bietet phg auch für die RFID-Technik, die in Sicherheits- und Identifikationsanwendungen zum Einsatz kommen. Als Systemanbieter in der Verbindungstechnik konfektioniert phg Kabel, Kabelbäume, Steckverbinder sowie komplette Baugruppen und entwickelt kundenspezifisch Steckverbinderlösungen. Das Unternehmen beschäftigt ca. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/bald-funkt-s-aus-dem-operationsbesteck